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Der Israelit · 1887-10-20 · Heft 81 (20.10.1887) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 81 (20.10.1887)
Date
1887-10-20
Page
– (sequence 11)
Language
German
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düs Bcrgicßcn de? Blute? einer nichtjüdischcu Jungfrau für den Juden eine überaus beilige Handlung w." Josef Kopp hatte für den Prozeß Rohling- Bloch unter Intervention des k. k. Landesgerichtes in Dien ein Ricscnmatcrial zusammeugetragcn; zwei deutsche Gelehrte, Mitglieder der Deutschen Moryrnländischen Gesellschaft, Tr. N o e l d e ke und Tr. Wünsche, welcher letztere von dem katholischen Professor Dr. Zschokke als für diese Aufgabe besonders geeignet bezeichnet worden war. hatten, unter Eid genommen, nahezu 400 hebräische Tcrte übersetzt und erläutert; durch eine Reihe von Erhebungen, welche von der Kcnntniß der hebräischen Sprache unabhängig waren, hatte Kopp die völlige klrrglaubroürdigkeit und llnwahrhaftigkeit des von seinen freunden so hoch gefeierten Proccßgcgncr? uachgcwiescn und bei dieser ganzen Proccdur hatten, mit der unvermeidlichen Aufnahme, daß der Genagte Jude war, nur Ehrisicn mitgcarbcitct. Da? von Kopp in dessen Buche „Zur Judcnfragc" veröffcnttichtc Proceßmatcrial ist aber mehr alS ein solche?; es ist der abermals geführte unwiderlegbare Beweis, daß die Behauptung des jüdischen Blutrituals eine schamlose Lüge sei, und daß „somit ein unehrlicher Ehrist ein schlechter Mensch ist, nicht weil, sondern obgleich er sich zur christlichen Religion bekennt, auch ein jüdischer Mörder, Betrüger, Dieb oderTiebshchlcr nicht dcßhfllb moralisch verkommen in, nicht weil, sondern obgleich er sich zur jüdischen Religion bekennt". Haben aber bic Antisemiten dcßhald aufgchört, sich des Blutmärchens als Wasse zu bedienen? Keineswegs. Diese Lüge paßt ihnen eben, der Pöbel fragt nicht nach wissenschaftlichen Beweisen, das Borurthcil der Massen bietet einen breiteren Rückhalt als gelehrte Schriften, und auch iu Gegenden, in welchen Juden wohnen, verunglückt bisweilen ein Ehristcnkind, für dessen Verlust die Hilden vcrantworlich zu machen, ebenso bequem, als im antisemitischen Sinne förderlich ist. In der Eingabe, in welcher Rohling seine Klage siegen Bloch zurückzog, spricht er von dem einen der für den Prozeß berufenen Sachverständigen als von dem zum Protestantismus übergetrctcnen,finden Wünsche". Schon früher hatte er in seinem Buche: ..die Polcnkik und das Menschenopfer des Rabbinismus" gesagt: „Wünsche und Delitzsch sind bekannte -.mdcn, welche sich einer protestantischen Teuominauon beilegten» jener in Dresden, dieser etwa 20 ■vvafjrc alt vor langer Zeit, als er in Heidelberg rm wenig die Rechte kennen gelernt batte." Delitzsch antworte» dem „antisemitischen Lügenbold", daß er am 4. März 1810 als letztgebornes Kind armer Eltern in der Leipziger Ricolaikircüc die Taufe empfangen, niemals in Heidelberg und auch niemals die Rechte studirt habe und nun lieferte Kopp ln seinem Buche „zur Judenfragc" auf Grund der Taufscheine Wünsche's. und dessen Vater auch de» Nachweis, daß'weder der von Rohling sogenannte „Jude Wünsche", noch sein Vater und Großvater Juden gewesen seien. Aber der Prager Professor weiß, was er thut. Tie Gemeinde seiner Anhänger; liegt anbctcnd von ihrem Götzen. Für sie wird jeder wissenschaftliche Streit „hinten weit in der Türkei" geführt. Die gelehrten Schriften, welche das Ansehen und die Bedeutung ihres Meisters, vor Europa und der ganzen intelligenten Welt zu Staub zerrieben haben, finden hier keinen Zutritt. Man kennt sie höchstens dem Romen nach au? Rohling'- „sieghaften" Erwiderungen. In ihren Augen find und bleiben Delitzsch und Wünsche „getaufte Juden" und wenn von ihnen die Rede geht, blinzeln die edlen Genossen der antisemitischen Gesellschaft einander vcrständm'ßinnig zu: „Jüdische Politik". Uebrigens ist die Rohling'sche Methode zu kämpfen, nämlich Personen, weiche dem Antisemitismus durch Autorität gefährlich werden könnten, als Juden, also in jüdischer Sache befangene Zeugen hinzustellen, das Gewicht ihres Ansehens dadurch zu schmälern und sie vor dem großen Publikum als „unvcrläßlich" zu verdächtigen, nicht blos eine Eigenart des Prager Professors, sondern typisch für die Taktik des Antisemitismus überhaupt. Ist da- Jlldenthnm der betreffenden Autoritäten auch nicht minder erlogen, als das jüdische Blutritual, waS liegt daran? Aus der leicht hingeworfencn Bemerkung: „er ist ja ein Jude", wird doch von den Hörern oder Lesern, ohne erst viel zu fragen oder zu untersuchen, der Schluß gezogen: „folglich muß er ja die Juden vcrthcidigcn", womit alle die Vcrnunflgründc, welche zu widerlegen mau nicht fähig ist, einfach todtgcschlagen werden. (Schluß folgt.) Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen. Deutschland. Aus Mittel franken. Schon vor Jahre» war in Ihrem geschätzten Blatte die Anregung gemacht, daß die Herrn c-?:ra in jedem Kreise sich derart vereinigen, baß falls eine rtra rva am or vorzunchrnen ist. der eine oder der andere brr.e, indem man die Reihe hält, fungire ^222 ror6 C2-2. Am jüngsten 2« er sollte eine rtrn rra fein. Ter rxra.byz ersuchte den dort eingcführlen ^.tc, die.-.>2 ma vorzunchmen. Der bnm aber

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