Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 81 (20.10.1887)
- Date
- 1887-10-20
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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1451 a emrdcte sich statt nach Jassy, wie er Ursprung, kch beabsichtigte, nach London, wo er eia großes Bankhaus gründete. Inzwischen hatte sich die von Neue gequätte Frau eines Bessere« besonnen und tchtte zu ihrem Manne nach London zurück, wo sie Wr für chre erwiesene Untreue um Beleihung bat. GrEdmberg ließ sich erweichen; er nahm die Reuige rücker auf und stellte so den ehelichen Frieden wieder her. Dieser war aber nur von kurzer Dauer. Nämliche Mißverständnisse und Zwistigkeiten trübkü das eheliche Glück derart, daß die dcfiniüve Scheidung eine absolute Nothwendigkeit wurde. Tie Trennung war in Form Rechtens vollzogen, der Millionär — aber hatte zum Anachorctcnlhum käse Neigung, denn er knüpfte eine neue Bekanntster mir einer Wiener Künstlerin, Namens Meller, an, lne nach und nach freundschaftticher sich gestalrcte und die Eheschließung zur Folge hatte. Doch auch dieses Bündnisses sollte der Mann sich nicht lange erfreuen. Noch sechs Monaten friedlichen Zssammenlebens unternahm das Ehepaar eine Reise nach Wiesbaden, wo Goldenbcrg in Folge eines Schlaganfallcs von einem jähen Tode ereilt wurde, idacr seiucn hintcrlaffcneu Papieren fand sich ein Testament vor, worin der Erblasser der zweiten Frau eine lebenslängliche Rente von 500 Pfund Sterling jährlich, den Rest seines bedeutenden VermsMns aber zwei Wohlthätigkcits-Znstituten Londons vermachte. Zinn bildet diese lcytwillige Verfügung dcnSardknalpunkt des Prozesses, da der Verstorbene Mbrere Geschwister besitzt, welche die Giltigkeit des Trvamcms anfcchten, zunral der Erblasser rumänischer Unterthan war und als solcher nach hicrlöndüchcm Gesetze nur über einen bestimmten Theil fdaß Vermögen« zu verfügen das Recht besaß, der^Rest jedoch de jure den rechtmäßigen Erben Thällt. In der That befinden sich vier Brüder a« Leben, und zwar in der Stadt Bnzeu, welche Ämpruch auf den Nachlaß Goldenberg's erheben. Lckerdics sind hier noch zwei leibliche Schwestern des Verstorbenen, die nicht minder ihre Rechte bei ber Vermögens-Verwaltung in London zur Geltung pachten. Ein Bukarester Advokat übernahm deren Vrttrttnog. Welchen Ausgang der Prozeß, bei dem ein rumänischer Richter den Vorsitz führt, ^men wird, läßt sich vorläufig nicht Vorhersagen, H das gegenwärtig hier tagende englische Gericht M dem Verhöre der vielen Zeugen zur Idcntifi- «rnug der Familienangehörigen noch vollauf beschäf- «3» ist. Da die Letzteren in ihrer Gesammtheit «r ärmeren Klaffe angchören. so würde bei crfolg- ^chcr Durchführung dieses Prozesses bei mehreren , *^lgeu Familien ein gewaltiger Glückswechsel sich vollziehen, indem dieselben aus den ärmlichsten Der» hältnisseu sich mit einem Schlage in Glanz und, Reichthnm versetzt sahen. Frankreich. Paris. Am verffossencn Neujahrsfeste haben die Mitglieder der Rothschild'schen Familie kn dm hiesigen Synagoge» 12000 Fr. gespendet. Bei dem in Mailand stattgehabtm mternationalcn Eiscnbabncongreß war Frankreich durch uusem Glaubensgenossen Herrn IuleS Lax, Gencral-Director der französischen Eisenbahnen, vertteten. Zum Vice- Präsidenten der Versammlung erwählt, verzichtete er aus Bescheidenheit auf dieses Ehrenamt zu Gunsten seines Eollegen Herrn Leon Eay. Paris. Die auch von uns gebrachte Nachricht, daß Baron v. Hirsch eine Million Gulden zur Errichtung technischer Schulen in Galizien gegeben habe, wird von „Jcw. Ehr." dementirt. Der Baron prüfe wohl seit einiger Zeit diese wichtige Frage, sei aber noch zn keinem Resultate gekommen. Belgien. Brüssel. Der Kaiser Ton Pedro von Brasilien hat bei seiner jüngsten Anwesenheit dahier, am Samstag den 8. Oktober die hiesige Synagoge besucht und dem Gottesdienste während 1*/« Stunden beigcwohnt. Derselbe hatte ein hebräische- Gebetbuch in der Hand und war de» Verlauf dcS Gottesdienstes mit größter Aufmerksamkeit gefolgt. Türkei. Soustantinopel, 12. Oktober. Der „£arifM hier, das offiziöse Organ unseres Ministers dcS Innern, hat soeben von dem Kaimakam (Stellvertreter) des Ehacham-Baschi, also von unserem Rosch Bettr-Tin. Rabbi Mosche Levi Essend! '"z, eine tüchtige Lecnon erhalten, au die dieses Blatt, das hie und da die Juden gerne zu meistern pflegt, noch lange denken wird. Vergangenen Mittwoch brachte dieses Blatt nämlich ein wahrscheinlich von höherer Stelle inspirirteSEntrcfilct, indem gegen dm Kaimakam der schwere Vorwurf erhoben ward, er bade von den Loosen, die ein hiesiges Wohlthätigkeits- - Eornttst zu itzunsten der Abgebrannten in Scutari (einer hiesigen Vorstadt) hcrausgcgcben, auch nicht ein einziges Stück übernommen, während feine AmtS- Eollcgcn hier, so der griechische, der armenisch-katholische und der armenisch-orientalische Patriarch, dann der lateinische Erzbischof und der Scheikh ul- Islam von diesen Loosen eine beträchlliche Anzahl