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Der Israelit · 1887-10-20 · Heft 81 (20.10.1887) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 81 (20.10.1887)
Date
1887-10-20
Page
– (sequence 3)
Language
German
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*g%ggp|ffi|jfl»^^aa^a^3S»3fe^tS3sa»gBra*aära£a^^ 1449 l>ir Lüge, als sie allein kam, zurück. Warum er sic überhaupt ausgenommen und die Art der von ihr eingcgangcncn Verbindung, wollen wir, so Gott will, im nächsten Kapitel erörtern. (Schluß folgt.) Zeitungsnachrichten und Correspondcuzcn. Rumänien. Berlin, 17. Oktober. Ter unlängst verstorbene Planslaristenstihrer Katkow war bekanntlich! rin ebenso begeisterter Judcnsreuud, wie Deutschenhasser. Mußten wir ihn in seiner letzteren Eigenschaft selbstverständlich auf das äußerste bekämpfen, > so gebot cs andererseits die Gerechtigkeit, es rühmend bcrvorzuhcbcn, daß er inmitten einer unduldsamen Welt stets für das schmählich gebeugte Recht freudig in die Schranken trat. Um so beschämender 1 ist cs, wenn ein von Juden hcrausgcgebcnes und rcdigiacs Blatt sich bemüht, diese Judenfreundlichkcir Markows auf unlautere Motive zurückzusührcn, i als ob dieser Mann sonst ein Antisemit hätte sein nmiicn. Tas „Bcrl. Tagebl." leistet sich nämlich die folgende Auslassung: -5ic'e :Vuntn jtrbredxn sich lange schon vrrgrblich den Kook. wcstdalb Kaikofs die Juden sters mit Lammrttiandjchubtn cnAkias-l habe und nie. «ngrdcnk srineS Bollblul-Rarionalrusscn rdumS. gegen sie energisch zu Felde gezogen sei. Tag er ihnen :m C^iviibe seines Herzens eigentlich gar nicht gewogen war, galt bei genauen Krnnrrn KallossS für auSgrmackt. Viachrrägliü, will man nun den Schlüsiel zur Lösung dieses RärhsriS :n seiner Hintrrlassrnschafk gefunden haben. To« kchne. als »".nuchmr-Posicn gebucht, alljährlich die Summe von 35,000 Kübeln wieder, mir dem sters gleichen vermerk: .Zinsen dcS an t!. gegebenen ÄapiralS'. (Sn Dokument über dieses Kapital, ,sm cs eventuell kündigen zu können, war nicht vorhanden, und io »andren sich denn jetzr die mit der (rrdschastsregulirung deuautrn Advokaten bittet an den sehr reichen und unter den ^»udrn Rußlands eine hervorragende Rolle spielenden Herrn P. und baten um Aufklärung. Der wollte Ansangs nicht recht mit der Sprache heraus; dann aber zuckte er lächelnd die Achseln und meimr: »Daß »ich- oder richtiger .wir" (Juden nämvLt" Von Karkon jemals ein Kapital erhalten haben, das werden Ln wohl selbst kaum im Ernste annchmrn; die Cache ist aber on und für sich sehr einfach. .Dir" erzeigten nnS alljährlich vkt ^erstorbenen dafür dankbar, daß er seine einflußreiche Ltuuwr nichr gegen uns erhob. Für uns war diese Liedenswmdrgke» gut soviel wcnh, als ob uns Kalkofs rin Kapital rvn >ul>.ys-o Rubel vorgestrrckt Härle. Da nahmen »wir" denn ui^'chrreigend an, kektrreS fei wirklich geschebcn, und zahlten trwtnlivrechrnd gern und pünktlich in unscrm eigenen Interessr \!Ify!Uttr!’fn dieses imaginären Kapitals. Macble 35,000 Rubel uuiahrlich.» ' _ 6s verlohnt sich nicht der Mühe, auf diesen Unmm'näher einzngehcn, das Blatt mag überzeugt nicht die angebliche Bestechung, sondern ^as Gerechtigkeitsgefühl hat die Sammethandschuhe Katkows fabricirt, feine Liebe für die Geknechtete» und Bedrückten ist in des Wortes eigenster Bedeutung eine,^»kibcstochene" gewesen. Bl. Berlin, 17. Oktober. Die anscheinend der Vergessenheit prcisgegebeneu archioalifchc» Schätze der altehrwürdigen Gemeinde Halberstadt solle» durch eine Nepertorisirung der sehr zahlreichen historischen Documente demnächst zur Kenntuiß weiterer Kreise gelangen. Die bereits vorliegende Arbeit von B. H. Auerbach „Geschichte der israelitische» Geschichte Holberstadt (1866)* wird durch die neue Bearbeitung sicher die wünfcherkswerthe Ergänzung finden. Tie Arbeit wird Herr Moritz Stern, ei» Zögling des Berliner Rabbiner-Seminars übernehmen, der bekanntlich im Bolkskalender des „Israelit" schon ein paar interessante Notizen zur Geschichte der Gemeinde gegeben. Dieselben liegen jetzt im Scparatabdruck vor unter dem Titel „Zwei patriotische Kundgebungen. Aus dem israelittscheu Gcmeindcarchiv zu Halbcrstadt." (Kauffmann, 20 S. Klcinoktav, 50 Pf.) Dem Vorworte des Schn'ftchens entnehmen wir die interessante Angabe, daß nicht, wie allgemein angenommen wird, Jellinik der erste war, der „auf die Wichtigkeit der Memorbüchcr für Erforschung mittelalterlicher Geschichte hingcwicsen habe" (Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland I, 104), daß dieses Verdienst vielmehr .Rabb. Dr. Hildesheimer in seiner Arbeit „die Verwaltung der jüdischen Gemeinde zu Halberstadt" (1849) sich erworben. Den Fachgelehrte» und allen Freunden der GcmeindeH. wird das Schriftchcn willkommen fein. Bl. Frankfurt a. M. Seine Kgl. Hoheit, der Grobherzog von Hessen, ernannte die hiesige Bcerwcm-Firma Z. Fromm zum Hoflieferanten. Oestcrr. - Ungar. Monarchie. Qlmütz, 10. Oktober. Vor dem hiesigen Kreisgcricktc begann heute die Hauptvcrhandlnng gegen die Erccdcntcn, welche km heurigen Frühjahre in Kojctcin Aufläufe veranlaßtcn und durch mehrere Tage össcrrtliche Gcwaltthätigkeitcn begingen. Die Anklageschrift besagt: Die ersten Tage des Maimonats 1887 bleibend dem Gedächtnisse der Kojctcincr Israeliten durch die wiederholt stattgchabtcn Aulläufe tief eingcprägt, nicht so sehr wegen der Wichtigkeit der Geschehnine, als vielmehr wegen des gewaltigen Schreckens und der begründeten Furcht, welche durch dasDeginne» des Volkes herrorgcrufcn wurden. Und th.atsächlich bestand in dieser Volkscrrcgung eine große Gefahr für Gesundheit, körperliche Sicherheit und in erhöh-

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