Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 81 (20.10.1887)
- Date
- 1887-10-20
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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zu verstehen haben, das möge uns ein Ansspruch des weisen Königs lehre». Wir lesen im Buche Mischte <E. ik. V. 1S>i :rrs -er npis y-.-i -fr rnys nr:y ym „Ter Bösewicht vollzieht das Werk der Lüge, wer aber Wohlthun säet, hat wahrhaften Lohn." Daß der Bösewicht das Wert der Läge vollzieht, scheint selbstverständlich zu sein und schon, in der Bezeichnung „Bösewicht" zu liegen. Allein, der weise König enthüllt uns hier eine große Wahrheit: Was auch der Bösewicht Böses thut, und mag es noch so sehr von Erfolg getränt sein, es ist und bleibt mir ein Werk der Lüge. Wer . zum Beispiel durch Wucher ein großes Lermögeu erwirbt — eS bleibt ihm oder doch seinen Nachkommen nicht «cp; c'/i \T.~b, „für den, welcher die Armen begnadigt, wird er cs sammeln". Wer aber Wohlrhatcn übt, der gleicht dem Säcmann. Ter Unkundige, wenn er sicht, wie dieser die Saatkörner aurstreut, meint, er sei ein Thor, der wegwirft, was er verzehren könnte; in der Thal bringt die Aussaat reiche Ernte. So verringert allerdings der Wohlthätige durch, die Gaben, die er spendet, seinen Besitz; allein diese Berringcrung gleicht der Aussaat; sie bringt ihm reiche Ernte, wie unsre Weisen lehren: -sryrn Vsra -ry ,-rryri iry.. „Gib den Armen den Zehnten deines Erwerbes, und Gott wird es dir reichlich lohnen." Wir lernen daraus, da» nicht der uumitielbarc Erfolg das Maßgebende ist; der Wucherer, der Betrüger, der Tieb, der Räuber — sie alle mehren zwar ihre» Besitz, aber nicht auf die Tauer; der allgercchte Richter fügt es, daß sie des unrechtmäßig erworbenen Gutes nicht froh werden: demnach ist also fr r.r>T r.ry yn daS Thun und Treiben de» BösewichtS, trotz seines augenblicklichen Erfolges, ein trügerisches; er selbst wird um den Preis betrogen; rer« "er rps jnr., wer aber den Armen Gutes erweist, wiewohl er dadurch für den Augenblick seinen Besitz verringert, der gleicht dem Ackerbauer, der daS Saatkorn ausstreut; das auf das Feld gestreute Korn lanu er zwar nicht zum Brodbackcn verwenden; allein es schießt aus der Erde empor, um sich zu vervielfältigen und so den Rcichthum des Säcmauns zu mehren. Es ist daS Wohlthun eine Aussaat, welches die reichsten Früchte bringt. Unsre Weisen machen uns diesen Gedanken au Beispielen klar: -er nps jnm ,-.rcu rs ,'fr nbys rary yn ^Ein Bösewicht, der trügerisches Werk vollbrachte, war Nimrod; Abrabam aber säete Wohlthätcu und erlangte dadurch wahrhafte» Lohn." Einer der größten Helden, welcher fast die ganze damalige Welt sich zu Füßen zwang, war Nimrod; aber .all sein Thun hatte keinen dauernden Erfolg. Wie klein und unbedeutend erschien dem mächtigen Helden und Herrscher gegenüber Abraham! Turch Wohlthun, durch die Bewirthung der Reisenden verringerte Abraham seinen Besitz; aber er ward der Barer und Wohlthäter des Menschengeschlechts für alle Zeilen; die Werke des Nimrod sind längst zerfallen — die. Thätigkcit Abrahams wirkt fort für die Ewigkeit. - Halten wir den Gedanken fest, daß der Bösewicht in Allem, was er Böses thut, trotz des scheinbaren Erfolges, nur ein Werk der Luge : und Täuschung vollbringt. So wird er selbst zur Lüge. All sein Tcnkcn, Strebe» und Thun ist nur auf Lügnerisches gcrichler. Sein Reichthum ist Lüge, denn er verschwindet; seine Macht ist Lüge, denn ne zerfällt; sein Ruhm ist Lüge, denn die Nachwelt wird ihn verurtheilen. — Ter von uns oben erwähnte Lerfaffer des Werkes ruve rum macht eine schöne Bemerkung. Es steht 22 nn, was man auch 2?2 »Worte der Lüge" lese» kau»; gelesen aber p?ird. ztz »solHe, die Lügen reden;" das weist auf die Einheit der Lügen und der Lügner hin. Rur ans solche Lügner ruft David die Vernichtung herab, die gleichsam selbst zur Lüge geworden sind, das beißt, deren ganzes Denken, Streben und Thun lediglich auf Lügenhaftes gerichtet. So war das Geschlecht, das in de» bewässern der Sündfluth feinen Tod fand; sie waren Löge und ihre Rede war Lüge. Durch die vorzügliche Bcschaffcnhcir des fruchttragenden Erdbodens war ihr Uedermnth ein fo gewaltiger geworden, daß sic das Böse um dcö Bösen willen thatcn. rvernc ts» » pstc rac: ryi .in e 'i rr"N : cm hpp- ,Und eS sah der Ewige, daß wuchs die Bosheit des Menschen durch die Beschaffenheit der Erre und daß aller Trieb der Gedanken seines Herzennur aus sas Böse gerichtet war alle Tage lewes ErdenlebcnS."*) Tiefes Geschlecht mußte vermutet und die Ertragssähigkcir des Erdbodens wlM verringert werden. Rur Noach fand Guult w den Augen des Ewige«: aus der Arche, die ifyn i\>on zu bauen befahl, mußte ein neireS Geschlecht Vorgehen, das wenigstens nicht uuverbefferltch lcw sollte. Tcßhald, erzählt Rabbi Lcwi, w:cs.»cuu *) Krrgleiche CnTtloi.