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Der Israelit · 1887-10-17 · Heft 80 (17.10.1887) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 80 (17.10.1887)
Date
1887-10-17
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nach dem Gesagtem wird eS uns leicht werden, die von Don Jizchak Abarbaucl aufgeworfene Frage;a beantworten. Für das Geschlecht der Sündf.MH hatte es zwei Ursachen der Verjährung ge« ccl'rn: die zu grobe Fruchtbarkeit der Erde, welche die im Menschen übcrfchwcllcnde Kraft verursachte, und der jedem Menschen innewohnende Trieb zum Lösen. Wir können demnach den 5. BcrS des siebenten Kapitels folgendermaßen übersetzen: Und cs sah der Ewige, da» groß war die Bosheit der Menschen durch die Erde und aller Trieb der Gedanke seines Herzens nur böse den ganzen Tag." Ta beschloß Gott, dieses Geschlecht zu verderben rmn'ommt der Erde. Als nun die SLndflmh vorüber war, verhieß Gott, keine Verdcrbung des Menschengeschlechts und der Erde wieder herbcizuischrcn; denn nunmehr war nur ein Grund geblieben zur Verführung riy» jn c-ssn zb nr *2 .daß der Trieb deS menschlichen Herzens döse von seiner Jugend an." Tiefer Trieb zum Lösen ist i:?:hwc.".drg, damit der Mensch die Freiheit der Ltahl besitze; aber diese Wahl wird nun nicht mehr erschwert durch die Beschaffenheit der Erde, aus welcher für daS Menschengeschlecht der unzähmbare Ucbcrmuth erwachsen war. Und weil nunmehr nach der Sündflmh nur ein Versührungsgrund vorhanden war, beschloß Gott, das Menschengeschlecht nicht mehr hmwegzuraffcn und die Erde nicht weiter zu verderben. Und so gelang es auch einzelnen ÄaLkommcu deS Noach, den bösen Trieb zu überwinden, so daß sein zehnter Enkel, Abraham, sich zum Vorbilde der Vollendung und Vollkommenheit entwickelte. (Fortsetzung folgt.) Zcitungsuachrichtc« uud <5orrcspo»dcnzcu. Deutschland. Würzdurg. Jn einer Zeit, in der die Schulbchördcn mit den Schulvorständen vielfach wetteifern. dos Loos der iSr. Studierenden zu erschwere», wird cs der verehrliche Leserkreis dieser geschätzten Blätter sicher Wendig begrüßen, wenn ich mich in der glücklichen. Lage befinde, aus unsrem, dem Bauernlande, berichten zu können, wie loyal und human die Schulbehörden den berechtigten Anforderungen der Israeliten Rechnung tragen. So iß cs hier selbstverständlich, daß die isr. Lehramtskandidaten bei der Lcminaraustrittsprüfung aut Labbathe von jeder schriftlichen Arbeit dispcnstn sind, wenn auch dadurch eine besondere Nach-, prüsirng uöthig wurde. Auch bei der jüngsten Rufnahmsprüfung au der Kgl. Studicnanslalt, waren die iSr. Prüflinge selbst von drrmündUchcn Prüfung, welche am Versöhnmrgsrage ftattfand, in anerkennendster Weise befreit, obwohl der betreffenden Kommission hierdurch eine Arbeitsverzögerung sowohl als auch eine Ar. bertserschwerung erwachsen, indem auch hier Nach- Prüfungen abgchaltcn werden mußten. Ebenso fanden auch bei der gegenwärtig stattfindenden AnstellungSprüsung der Lehrer, bei welcher sich sechs Israeliten betheiligten, diese — wie überhaupt seit Jahren — volle Berücksichtigung. Tie Prüfung begann nämlich am n*isy ’rcc, an welchem Tage wie am folgenden — rrra rrczr — schriftliche Prüfungen angcfetzt gewesen. Die jüdischen Kandidaten waren während dieser beiden Tage nicht nur von denselben befreit, trotzdem durch die entsprechende Nachprüfung der Prüsungskomonsion besondere Arbeit und größerer Zeitverlust erwächst, es wurde ihnen sogar in wohlwollender Weise gestattet, am o"’ dem Examen vollkommen ferne bleiben zu dürfen. Doch nicht jüd. Studierende und jüd. Lehrer allein erfreuen sich der hohen Fürsorge unsrer Regierung; ganz besondere Sorgfalt wendet sie unsrer jüd. Schule zu» wodurch cs mit G. H. möglich werden wird, diese immer mehr zu heben, sie ihrer hochwichtigen Aufgabe immer mehr entspreche« zu lassen. Tiefes rege Interesse der hohen Stelle verdanken wir wohl in erster Linie dem Schulreferentcu an der Kgl. Negierung, Herrn Negkerungsratb Lchrnlan». welcher bei den Lchrercxamen auch gleichzeitig Vorsisender der Prüfungskommission ist. Wie allen Schuldisziplinen wendet dieser hohe Herr auch sein Augenmerk bei den isr. Lehramtskandidaten ans die jüd. Religionsfächcr, denen derselbe als tüchtiger Kenner der jüdischen Sprache und Geschichte besondere Aufmerksamkeit schcntt. Indem nun dadurch bei diesen Prüfungen ans grammatisch richrigcs Lesen, aus ebensolche verständnißvolle Wiedergabe des Liöcltcxtcs, auf Kenntniß bibl. wie nachbrbl. Geschichte, der Neligions- und Rituallchre rc. gedrungen wird, isr unverkennbar auch die Vorbildung unsrer Lehrer eine gediegene, wodurch wohl in unsrem Kreise auch in bester Weise dafür gesorgt ist. daß unsren jüdischen Schulen auch in Zukunft bewährte.Kräfte vochehen werden. Möchte die loyale DenkungSwcise unsrer Regierurg allen ihren Unthanen gegenüber auch m andern Staaten Nachahmung finden, der Tank und die Liebe vieler, treuer Bürger würden dadurch am besicu gesichert, —

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