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Der Israelit · 1887-12-15 · Heft 97 (15.12.1887) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 97 (15.12.1887)
Date
1887-12-15
Page
– (sequence 6)
Language
German
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1728 Man sieht ein, daß dies seit Beginn der Neuheit undenkbar ist nnd selbst ein wirklich hervorragender Talmudist als solcher gar keine Aussicht hat, in weiteren Kreisen bekannt, oder, wie ehemals, berühmt zu werden. Fest steht es aber, daß wenn überhaupt in dem abgclaufenen halben Jahrhundert noch talmudischcs Wissen in unserer Gegend gepssegt worden ist, dies zum größten Theile der Persönlichkeit des R. A. E. zu verdanken ist, der dis zur Schwelle der Neuzeit cs verstanden hat, das Interesse an den Talmudstudien rege zu erhalten. Leinen noch lebenden Schülern wird es jedenfalls curios erscheinen, wie die „Wochenschrift" mit ihnen in's Gericht geht, wenn sie überhaupt etwas davon erfahren. Sie haben hiernach einfach die Zeit verbummelt rc. Nun, es ist nicht Sache des Einsenders dieser Zeilen, die Schüler des R. A. E. gegen solche Borwürfe zu vertheidigcn, da sie wohl zu hoch stehen, um sich dadurch verletzt zu fühlen. Uebcrlapcn wir demnach der „Wochenschrift" das kindliche Vergnügen, sich abwechselnd einmal mit Lebenden, ein andermal mit Tobten hcrumzuschlagen und Entrüstungsarlikel zu verösscutlichen; cs sind ja, wie bekannt, nicht die schlechtesten Früchte, an denen die „JSr. Wochenschrift" nagt. Rumänien. Rumänien. Herr F. D. Mocatta in London hat sich kürzlich einige Zeit in Rumänien aufgeyalten und richtet aus diesem Anlaß an die jüdischen Zeitungen daS folgende Schreiben: „Seit meinem kurzen Verweilen iu Rumänien, bin ich von verschiedenen Seiten angcsragt worden, waS zur Besserung der Lage unserer unglücklichen Brüder in jenem Lande geschehen könnet Ich antworte daraus, daß cs nur eine einzige Sache gibt, in welcher die unter günstigeren Bedingungen lebenden Juden ihnen wirklich helfen können. Und zwar, indem sic die lodcnswcrthcn Bestrebungen der rumänischen Juden zur Hebung des Jugenduntcrrichts unterstützen. Freilich cristircn schon Schulen, und zwar manche sehr gute, aber sie reichen nicht, und für den weiblichen Unterricht ist sehr mangelhaft gesorgt. In manchen Gegenden hat man die jüdischen Schulen wegen der Arnmth der Bevölkerung schließen müssen, so daß die.Kinder gänzlich ohne Unterricht sind. Tic Schwierigkeit, jüdische Lehrer nnd Lehrerinnen zu erlangen, welche den Unterricht in rumänischer Sprache crthcilcn können, was von größter Wichtigkeit ist. ist außerordentlich groß. Eine Normalschule, um sich solche zu verschaffen, ist eine dringende Nothwendigkeit. Sie müßte unverzüglich in Bukarest, Jassy oder iu einer aoderm großen Stadt errichtet werden. Außerdem müßten technische Schulen zum Unterrichte der Knaben iu nützlichen Handwerken vorhanden sein. Viele Kinder besuchen die im Allgemeinen guten Natioualschulcn, aber in vielen Orten sind solche nicht in genügender Anzahl vorhanden, und dcßhalb wird die Mage der jüdischen Kinder nicht ausgenommen. Die rumänischen Juden sind sich der Nothwendigkeit des IugenduntcrrichrS durchaus bewußt und die Kinder selbst sind bemerkcnswerth fleißig und intelligent. Ich hone deshalb, daß die Juden in England, Frankreich und andern Ländern an diesem Unterrichtswcrke sich bethciligen, durch welches allein die Juden in Rumänien unter den gegenwärtigen traurigen Verhältniffen vor dem Verfallen in einen völlig gedrückten, niedrigen und unglücklichen Zustand bewahrt werden können. 20. November 1857. F. D. Mocatta." Türkei. Kouftantinopcl. Die hiesige Gemeinde hat durch den Tod des n r/o rso Herrn Rabbiner Mcir Jaisch einen ihrer ausgezeichneisteu Gelehrten und geistlichen Führer verloren. Derselbe stand sowohl nach Außen als auch innerhalb der jüdischen Gemeinde iu hohem Ansehen. Ueber 11000 Personen wohnte» seinem Leichenbegängnisse an. Palästina. Jerusalem. AuS Amerika wird berichtet, daß der Orden L'nci Berilh einen größeren Fond zur Besserstellung der Lage der palästinensischen Juden zu geben beabsichtige. Ire Kerrin von Zittawih. Xffl. Am andern Tage schickte.Krakauer einen Boten aus das Schloß, welcher der Baronin rin Brieschen

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