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Der Israelit · 1887-10-13 · Heft 78-79 (13.10.1887) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 78-79 (13.10.1887)
Date
1887-10-13
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Ursachen haben, den wiederhslten Schlägen gegen« über, die Widerstandskraft der Israeliten als Ganzes vernichtet und sic in willenlose und ohnmächtige, einzelne Thcilchen aufgelöst. Die rumänischen Israeliten haben ihre „Iudenfragcniemals verstanden: Einigkeit macht stark, macht stark! * * * In später folgenden Aussätzen werde ich den zweiten Thcil der inir gestellten Ausgabe, nämlich die rumänisch-israelitischen Zustände, wie sie meiner Meinung nach sein sollen und daun't auch dcu Nachweis, daß die Naturalisation und Emancipation von innen heraus noch eher erfolgen könne, erörtern. Tann werden die Heilmittel enthalten sein, die bei den nun einmal bestehenden speziellen L't-rhällniffcn in Nnniänien mir paffend und wirksam erscheinen. Icitungsnachrichtcn und Eorrespondenzen. Ocstcrr. - Ungar. Monarchie. Pcsth. Ter antisemitische Kandidat im Ncntraer Bezirk, Universirötsproseffor August Ludritsch, har seine Lorlcsunge» an der hiesigen Universität eingestellt. Ebenso wurde der antisemitische Gymnasialprofessor Frau; Iomor auf unbestimmte Zeit beurlaubt. Ein jüdisches Bild erregt in der Herbstausstellung des hiesigen KünstlerhauseS Aussehen und Bewunderung. TaS Bild „Tic Todtcrrwachc" stammt von der Küustlcrhand des jüdischen Malers Ignaz Deutsch in Frankfurt a. M. Ein Stück jüdisches Leben ist darin mit einfach ergreifender Wahrheit geschildert. Tie erste Morgendämmerung fällt in das Todtcuzimmcr. wo auf dem Fußboden in der Ecke rechts, mit einem schwarzen Tuch verhüllt, der Todte hingestreckt liegt. Am Lisch vor dem Fenster sind die Wächter gruppirt. Ter eine steht, daS Morgengebct verrichtend, die Lcphillin an Arm und Stirn; die beiden Andern blättern in Gebetbüchern und suchen die Psalmkavitel hervor. Man sicht den Mienen der Wächter die Abhärtung an. welche ihr trauriger Berus mit sich bringt: trotzdem liegt über diesem ganzen Bilde ein Zug von heiliger Trauer und Pietät. In der Gemeinde Nirwasvar (Eomitat Satmar) hat sich dieser Tage ein Fall ereignet, der durch die Böswilligkeit des OrrsrichterS sehr leicht schlimme Folgen nach sich hätte ziehen können. Tie Wittwe LukaS Kotsis hatte ihren ejähngcu Sohn durchgeprügelt, worauf sich der Knabe ans dem Hause entfernte. Ta die Frau später ihr Kind suchte und dasselbe nicht finden konnte, ging sie aus das Gemeindehaus. Der Gcmeindcoorstand hatte alsbald herausgcfunden, daß der Knabe von den Jude» umgebracht worden fein müsse. Es wurde Abend uud das Kind kam noch immer nicht rum Vorschein. Ta drang der OrtSrichtcr in Begleitung eines Geschworenen zu später Nachtzeit m die Wohnungen mehrerer Juden, um dort Haussuchung vorzunchmcn und unter Drohungen die Herausgabe des Knaben zu verlangen. Er forderte gleichzeitig die Ausschließung der Synagoge, er ließ dort die h. Lade öffnen und Alles ausräumen, um „die Leiche des ermordeten Christen - Kindes zu suchen. Inzwischen war aber das Kind zum Vorschein gekommen. Dasselbe hatte sich nach den erhaltenen Prügeln im Garten schlafen gelegt. Tic Juden haben gegen den Ottsrichtcr beim Stuhlrichtcr Klage erhoben. Ans Siebenbürgen. Anfangs Lktobcr. Die königlichen Worte, welche die Juden Siebenbürgens in den lcmcn Tagen aus dem Munde des Monarchen vernommen, werden de» Eindruck jener Kundgebungen, welche Se. Majestät aus seiner Reise in den verschiedenen Tlrcilcn Ungarns, in Neutra, Efakathurn und Tercbcs, nur noch vertiefen uud zu neuer Begeisterung cmporstimmcn. Eine 35glie» dcrige Tcpuration brachte in Vertretung der Judcnschafr Siebenbürgens ihre Huldigung vor den König gelegentlich dessen allerhöchsten Besuches in Klauscndurg. Tic Deputation bestand, nebst einigen Nabbincn, ans den reichsten und angcschcustcn Juden Siebenbürgens, unter welchen man auch einige Geadelte sah. Der Führer der Deputation, der rühmlichst bekannte Sanurcl Horowiz aus SUaufcu* bürg, erbat vor allem von Sr. Majestät die Erlaubniß, daß die Rabbiner die rituelle rc'c sprechen dürfen. Nachdem der König dies mit »Belieben, belieben!- gestattet, sprachen die Nabbincn: Baneth HidalmaS, Glasncr Klausenburg, Hororvitz Bistritz, Hartmanu TecS und Mandeldaum Wafarhcly, bedeckten Hauptes und mir lauter Stimme den Segen, welche» Se. Majestät mir einem zweimaligen „Amenbcglcitele. Ter Klausenburger Rabbiner segnete den König auch in ungarischer Sprache. Nun hielt der Führer der Deputation folgende Ansprache: „Ew. kaiserliche und apostolisch königliche Majestät! Allergnädigstcr Herr! Tcm Gebote unserer traditionellen heilige» Gesetze, hauptsächlich aber der Eingebung ihrer Her-

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