Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 78-79 (13.10.1887)
- Date
- 1887-10-13
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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1418 - " —tTr,i, i l i zcn gehorchend, haben die jüdischen Gemeinden Siebenbürgens sich beeilt, ihre Vertreter vor die Allerhöchsie Person Gw. Majcftät zu entsenden, um wiederholt ihrer unerschütterlichen Anhänglichkeit, unverbrüchlichen Treue und tiefsten Huldigung für die Allerhöchste Person Ew. Majestät, für den Thron und die Dynastie auszudrückcn. Und wenn auch das Iudenthum in anderen Tempeln betet, in einem hat cs doch nur ein Dogma und dies ist die unerschütterliche Treue gegen feinen erhabenen König — Gebet spricht bu» ganze oübtiuijüm in luiv litt größter Inbrunst ans einem Herzen, aus einer Seele, wie ein Mann, vor dem Allmächtigen: daß (fr- Erv. Majestät, den Glanz der allerhöchsten königlichen Familie, zur Beglückung der Menschheit und Ihrer getreuen Unrerrhanen lange leben lasse! GS lebe der.König; . Se. Majestät erwiderte hierauf: „Tie Bcthätigung treuer Anhänglichkeit ist Mir von jedem Meiner Uutcrthanen, ohne Unterschied der Religion, angenehm und darum empfange Ich gern auch Ihre Huldigung, da Ich überzeugt bin, daß Ihre Glaubensgcno;;en durch Treue, Patriotismus und soziale Tugenden sich auch fernerhin die Achtung ihrer andersgläubigen Mitbürger und Meinen königlichen Schub sichern werden." Rach der Begrüßungsansprache und der Erwiderung fragte Sc. Majestät eitrige Herren, welche in ungarischer Gala clschicncn waren und vorne standen, um ihre Beschäftigung. Hierauf wendete sich Se. Majestät zu Rab'b. Horowitz, den er fragte: „Sic sind der Klauscnburger Rabbiner? „Rein, Majestät," erwiderte der Angcsprochcne, „ich bin der Brsiritzcr." „Wie groß ist Ihre Gemeinde?" „Sie besteht aus ungefähr 120 Familien." Dem Klausenburgcr Rabb. hob der König hervor: „Sie haben hier einen neuen Tempel gebaut?" „Nein, Majestät! wir nicht: ich bin der Rabbiner der orth. Gemeinde." Sie haben daun einen alten Tempel?" „Seit zehn Jahren," lautete die Antwort. Rabbiner Baue:, ein ehrwürdiger Mann von altem Schrot und Korn, wurde nach der Zahl seiner Gemcindemitglicdcr befragt: er erwiderte: daß seine Gemeinde wohl klein sei, sie erhalte ihn doch in Ehren. Auch die Rabbincn Hartman und Mandelbaum wurden mit Ansprachen beehrt. Am Abend dcS andern Tages gab Herr Hsrowib der Deputation ein schönes Abendmahl, wobei cs recht gcmüthlich zuging. Geistreiche Toaste zum Thcile gewürzt mit rrm-ai sprachen die Herrn: Horowitz, GlaSner.Klausenburg, Aronsohn .Kronstadt. Horowiy Biftritz, Harrrnan Tees und Mandelbaum Wafarhcly. ES wurde die Idee angeregt, daß die jüdischen Gemeinden Siebenbürgens sich von den beiden Kanzleien in Ja. dapeft trennen sollen und ohne NamcnSnntcrschicd sich zu einer Korporation konstituiren unter dem Namen: „Tie Iudenschaft Siebenbürgens." Als Mitternacht vorüber war, „benschte" man und vcrabschicdete sich herzlich von einander. Die jüdischen Kapazitäten Siebenbürgens haben sich kennen gelernt uud miteinander befreundet. Aber — ^27 nrs nr -.2-aö.--u und nahmen nur ein schönes Andenken mit. — nrcfr n di Das Allein ist auch gut! F. B. Frankreich. Paris. In seinem Schlußartikel in der „Revue de Deiix Mundes" über jüdische Wohlthätigkeit in Paris spricht Herr Maxime Tn Gamp in lobender Weise über die Philanthrophie einzelner Mitglieder der jüdischen Gemeinde. Insbesondere erwähnt er Frau Furrado - Herne, die verstorbene Baronin James ».Rothschild und den verstorbenen Anton v. KönigSwarter. England. London. Am ersten Tage des Hüttenfestes entstand in der Synagoge der portugiesischen Gemeinde während des Gottesdienstes Fcuerlärm. Eine Lampe in der an der Vorhalle üngeöautcn Sucksh halte die Draperien in Flammen gesetzt. Glücklicherweise wer dies gleich bemerkt und das Feuer sofort gelöscht worden, so daß der Gottesdienst nach kurzer Unterbrechung wieder fortgesetzt werden konnte. Die Thorarollen harte man bereits aus der h. Lade entfernt. Briefkasten der Redaktion. 2t. 2!.: EL ist in diesen Blättern wiederholt nachgrwrrsea. daß dir Leichrnverbrennung nach jüdisch-relrgiösen Grundsätzen unzulässig ist. Wenn also rin Rabbiner dem Eondutte einer in e^orha;u verbrennenden jüdischen Leiche in amtlicher Weise sich anschließr, so thui er sicherlich nicht recht. THT\r. H. Graetz. Professor an der Universität 5re4kau, der bekannte Historiker und Verfasser der rljbändigrn <?esckiLre der Juden, tri» mir einem neuen Werke hervor, drnttel»: ..Botkortrümlicye Gesrdiclue der Jude» in drei Bänden, von den ältcsle» Zeiten bianf die Gegenwart» circa 30 Heike ä 70 Pfg." Wir dringen in einer unserer nächsten 2tummern als Beilage den Pro!pect darüber und vollen schon jetzt unsere geehrten Leser darauf «wsmerksam machen. | 1 t 1 JL