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Der Israelit · 1887-10-13 · Heft 78-79 (13.10.1887) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 78-79 (13.10.1887)
Date
1887-10-13
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1411 sagen können »jrr »H -zrx, c.t»ttw -o» r.-: c-r- 't rv, daß nun ein Geschlecht int Entstehen ist, dem die Tbora ganz fremd und der Talmud ein mit sieben Siegeln verschlossenes Buch ist. Unsere Boche-Midraschim sind schon fast verödet und in den Wohnhäusern ertönt jetzt statt des Wortes unserer Weisen die Stimme des Klaviers. Soeben hat unsere Gemeinde ein neuer Berlust betroffen. Rabbi Josef Simgaglia. ein Mann, der sich durch seine große Gelehrsamkeit und feine aufrichtige . Frömmigkeit einen Namen erworben'halte, der in ganz Italien nur mit Ehrfurcht - genannt wurde, ist vor einigen Tagen aus unserer Mitte und aus diesem Leben geschieden cv-,::!? H und stieg in die lichten Höhen empor, um dort dut Lohn für sein gottgewcihtes Wirken auf Erden zu empfangen. Sein Tod erweckte allgemeine Trauer in unserer Stadt und Alles beeilte sich, dem Heimgegangenen Gottcsmanne das letzte Geleite zu geben, Livorno hatte schon seit Langem keine so großartige rrö (Bcgräbnißfeker) gesehen, wie diesmal. Tem Begräbnisse wohnten auch unser Eultusvorstaud in Corpore und jeder jüdische Kaufladen, an dem mau die Leiche vorübertrug, schloß seine Thürcn. Am Grabe sprachen die Rabbiner Eammeo und Racah und ihre beredten Worte bewegten tief die Gcmüthcr aller Anwesende». 'S'j pctk ’~7 *csro by dcco N2-. Z'hv rrm .TS*?’ 'C5>TJ? ’TD Rußland. Odessa. Am 9. September wurde dahier eine schönt neue Synagoge emgcwciht. Wir haben nunmehr drei große Tempel außer vielen kkciuen Gotteshäusern. Hier wie in Lok, wo am 1.'».September die Einweihung einer prachtvollen Synagoge siartfand, wohnten die' höchsten Staatsbehörden der Ccrcrnonie bei. In letzterem Platze war der Ge« ueralgouverneur v. Petrckow mit seinem ganzen Stabe anwesend und folgte dem Einweihungsgoncsdicnst mit größter Ausmerlsamkcit. Auf dem Bankette, zu welchem er in Degleitung des Gcueralgouverncurs von Warschau gekommen, lobte er, in Erwiderung auf einen auf ihn ausgcbrachtcn Toast, die Freigebigkeit der Lover Inden, die ein Gotteshaus errichtet haben, welches eine Zierde der Stadt sei. Arabien.' Litschi. (Schluß.) Da aber die arabischen Annalen blos den Bau dieser Grabcskapclle durch Harum Erraschid und nicht zugleich auch die Ausstellung des Sarkophagcs hier erwähnen, so scheint derselbe schon einer früheren Zeit anzugehörcn. Möglich, daß ihn der jüdische König HerodeZ, der für eine kurze Zeit auch über das felsige Arabien geherrscht, hat aufstcllen lassen. Ter Sarkophag trägt keine Inschrift, dagegen ist an den zwei Längeseiten desselben ein blätterriger Zwei; eingravirt. eine einfache rohe Arbeit, die wahrscheinlich den Stab Aron» vorstcllcn sollen. Tie Araber der Umgegend, Juden finden sich leine dort vor, besuchen fleißig dieses Grab und verrichten Gebete auf demselben. Daß sich um diese historisch-berühmte und auch heilige Stätte im Laufe der Jahrtausende ein schöner Sageukrauz gebildet, ist selbstverständlich und wollen wir aus demselben nur folgende Legende hervorlrebcu. Einmal, so lautet die arabische Sage, begaben sich zwei ältliche Frauen, beide Schwestern, ans einem nahen Torfe auf den Berg, um dort verschiedene für ihre Küche nöthrgcn fträutcr und Pflanzen zu sammeln. Sie wurden jedoch plötzlich von einem Ilngcwittcr überrascht und flüchteten daher in die Grabkapclle, wo sie vor Mattigkeit und Hunger bald ckuschliefcn. Nachdem sich das Gewitter verzogen hatte, hellte sich der Himmel wieder ans und begann auch bald der Blond, der unterdessen aufgcgaugcn war, sein silberfarbiges Licht über den Berg auszugießcn. Die beiden Schlafcrinuen erwachten, und da stand vor ihnen ein baumhoher Greis mit einem dichten SUberbarte, der bis .zu den Knien hknabreichre, während von seinem Haupte eine unendliche Fülle von schneeigen Locken auf seine Schultern hinabfiel. Er war in weißes Linnen gehüllt, während seine Füße unbeschuhr waren. Was wollt ihr an dieser Stätte? frug der Greis die beiden zum Tode erschreckten Frauen. Wisset Ihr denn nicht, daß dieses mein Grad ist. in dem ick nun bis zum Tage der Auferstehung schlafet. ~cröc? Erhebet Euch daher, damit ich Euch einen Pfad zeige, auf dem Ihr schnell und sicher wieder zu den Eurigcn gelangen werdet. Böller Angst folgten die Frauen dem Greise bis zur Thür der Kapelle, wo er ihnen daun den verheißenen Pfad zeigte. Gehet nur ruhig Eures Weges und fürchtet nichts; Kaum hatten aber die Frauen ihren Weg angerreren, so standen sie auch schon vor der Thür ihrer Behausung, obwohl ihr Torf von der Grabcskapellc zwei Stunden entfernt lag. Sie crzähllcn'dann von der Erscheinung ihren Nachbarn, die sogleich ausriesen: Ach. dies war ja der Prophet Aron. Beide Frauen blieben nun in dem Alter, in dem sie sich damals eben befanden, obwohl Jahrzehnte über Jahrzenic über sie binwcggingen. Sie sahen ihre Gatten, Geschwister, Kruder. Enkel, 1!r- und Ururcnke! und alle ihre

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