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Der Israelit · 1887-10-13 · Heft 78-79 (13.10.1887) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 78-79 (13.10.1887)
Date
1887-10-13
Page
– (sequence 3)
Language
German
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1409 sie zu stärken und zu kräftigen in dem Kampfe gegen den Trieb zum Dösen, auf daß er nach dem Abschlüsse des irdischen Daseins einst wieder zum ewigen Leben erstehe. Zeitungsnachrichten und Correspondeuzeu. Deutschland. AuS Hessen. Der „Israelin brachte vor .Kurzem die Nachricht, daß die seitens dcS Dr. Sockel nach Lollor (dem Großhcrzogthum Hessen) berufene Volksversammlung aufgelöst worden sei. Tr. Böckcl hatte über dieses Verfahren bei der Großherzogl. Hessischen Regierung Beschwerde geführt. Das Großherzogl. Ministerium har Herrn Sockel hierauf eine Antwort enheilt, die cs wohl verdient, zur Nachahmung für andere Behörden eine weitere Derbrcilung zu finden. Sic lautet nach der »Lberh. Ztg." folgendermaßen: »Das Großherzogliche Ministerium des Innern und der Justiz an Herrn Tr. Böckcl zu Marburg. Auf die Eingabe vom 12. d. M. eröffnen wir Ihnen, daß die Aufiösung der am N. September 1. I. in Lollor abgehaltencn Versammlung mit Recht erfolgt ist, veil Sie in Ihrer während derselben gehaltenen Rede versucht haben, Klasscnhaß, insbcsond ere Haß gegen die israelitische Bevölkerung zu erregen. Finger." Nach der »Lbcrh. Ztg." will Böckcl die Sache im Reichstag zur Sprache bringen. Da wird cs der Großhcrzoglich Hessischen Regierung wohl recht gruselig wcrdcnl Wollte Herr Böckcl bei diesem Vorsatze beharren, so wird er zu seinen bisherigen »Hcircrkcilscrfolgcn" einen neuen erringen. Es ist eben die „komische" Figur des Reichstages. Auch in Prcnztau ist eine von ihm berufene Versammlung aus demselben Bedenken, welches die Großh. Regierung geäußert hat, aufgelöst worden. Mit großer Genugthuung constatiren wir, daß einige würdige Geistliche in rechter Auffassung ihres Berufes von der Kanzel herab vor dem Antisemitismus in eindringlichster Weise gewarnt und ihren Zuhörern ein Bild desselben entrollt haben, das die Schmach unseres Jahrhunderts in schärfsten Farben darstclll. Herr Böcke! hat sich dann auch veranlaßt gesehen, in deur von ihm hcrausgegcbcncn Blättchen einen der Herren darüber zur Rede zu stellen. Der betretende Herr hat ihm jedoch in bezeichnendster Weise geantwortet — mit Schweigen! (A.) Berlin. G. Ccto&cr. Ter Geheime Medizinalraih Prof. Josef Meyer ist vergangene Woche im 69. Lebensjahre hiersclbst verstorbeu. Das Leichenbcgängniß gestaltete sich zu einer imposante» Kundgebung der Verehrung für den Tahingeschiedencn. Ter Rector der Universität, Prof. Bahlen, die hcrvorragcudsteu Vertreter der mcdiciaischen Fa. culrär, v. Bergmann, Dubais Rcymond u. a., Professoren der christlichen Theologie, Deputitte des Magistrats und der Stadtverordneten wurden in dem Eondnctc, den die studentischen Verbindungen in Wichs erössneten, besonders bemerkt. Wir wolle» an dieser Stelle nicht verfehlen, zum Ruhme des Verblichenen die uuS bekannte Thatsache zu rcgistrircn, daß Pros. Meyer stets mit der liebevollsten Bereitwilligkeit die aus der Ferne, zumeist aus Rußland hier angclangtcn kranken Glaubensgenossen ohne jede Entschädigung behandelte, und diese Menschenfreundlichkeit des Verstorbenen hat sich, wie wir weiter hören, auch auf die Kranken und Bedürftigen anderer Eonfefsioncn in gleichem Maße erftreckt. Berlin, 0. Cct. Hier hat sich ein Verein »Beth Israel" zur Förderung der hebräischen Sprache und Literatur consiituirt. Zur Erreichung dieses Zieles sollen, wie die Statuten melden a) wöchentlich populäre Vorträge über hebräische Sprache und Literatur gehalten werden; l>) hebräische Bücher und Zeitschriften angesibafft werden, welche den Mitgliedern gratis zur Verfügung stehen sollen; c) Lchrcourse zum Unterrichte in hebräischer Sprache und Literatur eingerichtet werden. Ter erste der in dem Vereine gehaltenen Vorträge liegt unS bereits gedruckt vor, betitelt: »die Bedeutung der hebräischen Sprache für das Judcnthnm von Salomo» Fuchs," einer wenn auch nicht erschöpfenden, so doch mit trefflicher Sachkenntnis und warmer Liebe verfaßten Schrift.- Es ist hocherfrenliÄ, daß in der Stadt' der »Intelligenz" zu einer Zeit, wo man selbst in jüdischem Lager den Kampf gegen unsere heilige Muttersprache wieder ausnimmt, ein Verein mir solchen Tendenzen erstehen und erblühen kann. Möge cS ihm gelingen, daS vorgcstccktc Ziel glücklich zu erreichen. Berlin, 7. Lct. Herr Tr. A. Berliner veröffentlicht in der heute erschienenen BicrieljahrSuumnicr dcS »Magazins für die Wissenschaft des JudcnrdumS" die folgende Erklärung: »Professor Paul de Lagarde hat in seiner Sckrisr »Juden und Jndogerinanen" von Neuem den Beweis geliefett, wie meisterhaft er cs versteht, jene unangenehme, aber troxdem

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