Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 96 (12.12.1887)
- Date
- 1887-12-12
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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„darf aber lein Unterschied obwalten. „Diesem Prinzipc der ausrichrigen Freundschaft „meine Thätigkcit zu widmen, wird mir mein Lcben- „lang eine Freude sein." Um 2 Uhr. Nachmittags, bat' zu Ehren des Bischofs ein Banket unter Thcilnahme der Honoratioren der Stadt und des Eomitates stattgesunden. Zu diesem Banket war auch Herr Rabbiner Horowitz cingcladen. Nachdem der Lbergespan» der Bischof und königl. Schulinspcctor Dr. Hamas Toaste mit außerordentlicher Betonung der Glcichdeit aller Konfessionen gesprochen, hielt Rabbiner Horowitz eine zündende Tischrede. Tie Zuhörer lauschten mit gespanntester Aufmerksamkeit der schwungvollen Orarion des mcifrerhasren jungen Redners, und als diese schöne ungarische Rede zu Ende war, riesen alle Anwesenden begeistert ein stürmisches „(yljcu- (Hoch) aus. Ter Bischof selbst erhob sich von seinem Live, ging aus Rabbiner Horowitz zu und begluckninntchte ihn ans 2 Herzlichste, ebenso der Tbergewann Baron Tender Baunfy. Hieraus toasrirte der Gerichrsbcf-Prändent in schwungvollen Worten und in sehr herzlicher Weise aus den Sradtpsarrcr Budakcr und Rabbiner Horowitz und betonte vortheilhaft wie schön und wie gut der Friede ist. Um 0 Uhr, Abends, nach dem Tiner stattete der Bischof, in Begleitung der Stadtpsarrer aus Klausenbnrg und Bistritz dem Herrn Rabbiner Horowitz einen Besuch uv und convcrsirtcu dort eine Weile in der anregendsten Weise. To wurde an diesem Tage dem jungen, gelehrten, zu den schönsten Hoffnungen berechtigten Rabbiner Horowitz viel lylnc zu Theil. Wir können mit Riecht annchmcn, daß diese Ehre. eine Ehre der jüdisch-orthodorcn Gemeinde von Bistritz, ja eine Ehre dem ungarischen Iudciilhumc ist. rr.NEr.h er? ^x^r* ra b^r.l Mör Palü gpi. Lehrer. L'.-Nadna (Siebenbürgen), im Tczcmber. Siebenbürgen, ein integrircndcrLandesthcil Ungarns, war bis vor dem Jahre 1*48, dem Jahre der politischen und culturcllen Ncugebnrr Ungarns, nur sehr dünn von Juden bewohnt. Einzelne Theile dieses Landes, das Grenzgebiet, der Königsbodcn (La'chseugcbier) und das Land der Sz<-k!er hauen gar Uinc Inden, während ans dem Lande der Ungarn ihre älteste und früher wichtigste Niederlassung, drc zu Karlsburg, zu finden ist. Tiefe Gemeinde ist während der Türkenherrschast von ans dem Trieure cingcwandcncn fpaniolischen Inden (die aber rroy dem Adrathcn des Ehafam Loser irr seinen Rcfponscn ihren RitnS verliehen) gegründet worden, und nahm früher eine solche dominirende Stellung ein, daß ihre Rabbiner zugleich Landcsrabbincr von ganz Siebenbürgen waren. Jedoch mir ihrem vorigen Rabbiner, der jedes orthodorc Zartgefühl schnöde mit den Füßen trat, ihm untergeordnete Trgane nach Win kür ab- und eiusevte und überallhin aus Beute ausging, ist auch diese Würde in Verlust gerathen, und Karlsburg ist nun trotz seiner historischen Wichtigkeit, trotz seines jetzigen frommen und hochgebildeten Rabbiners. Herrn Koloman Weiß, nicht mehr der Sitz eines Landcsraddinatcs. Außer Karlsburg eristircn heute in Siebenbürgen noch 9 wichtige jüdische Eultnsgemcinden und Bezirksrabbinare. Tie jüdische Einwohnerzahl sämmtlicher 15 Munizipken Siebenbürgens beträgt nach der im Jahre 1880 durchgeführten Volkszählung 33,817. Von den i?r. Gemeinden ist Entrüdüm zugleich ein Trt, der von Juden gegründet wurde, drransfchlicßlich von denselben bewohnt wird und in dem infolge dieses Umstandes polilisch-communales und jüdisch - confessionclles Wesen einander vollständig decken, der Torfrichtcr ist zugleich der Rosch Hakahal. Außer Handel beschäftigen sich die Einwohner mit Ackerbau, der von ihnen mit Vorliebe betrieben wird. Tiefe Gemeinde ist zugleich der Sitz eines Bezirksrabbinates und besitzt eine vom Staate zu erhaltende Bolksschnle. Samuel W^zel, Rabbiner. Mak«», 21. November. Tie hiesige Stadtrepräscnranz hatte vor einigen Tagen eine sehr stürmische Sitzung, in welcher ans Antrag des Repräsentanten Samuel Varos, mit einer Majorität von 03 Stimmen beschlossen wurde, gegen den Stadthauptmann in Mak«'», Johann Tschercsnis, einen notorischen Antisemiten, wegen „schwerer Pflichtverletzung- und „Mißbrauch der Amtsgewaltdie Tisckplinarnntcrsnchrmg einzuleiten nrd ihn selbst vom Anne zu snspcudircn. Ter Stadthauptmann hatte das Branntwcinbrennen aus Tbst und sonstigen Produkten den im Besitze von Metteln sich bcsindlichen Bürgern verboten und dies Verbot auf „brutale Weiseauch sakrisch durchgeführt. Die jüdischen Einwoüncr in Mak« werden frei ausathmen, daß dieser Mann endlich gestürzt wurde. Italien. Florenz, im November. Tie augenblicklich hier weilende Königin Natalie von Serbien hat unmittelbar nach ihrer Ankunft unter Führung des