Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 76-77 (2.10.1887)
- Date
- 1887-10-02
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2446951-2449697-2449772--27268-2517118- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Odesa 2× ep/1000834
OCR text
mm NSMchW ^MLLELMsLLLr .Rußland. Petersburg Das vom Unterrichtsminister an die Direktoren der höheren Schulen ergangene Circular hat bereits seine Frucht getragen. In mehreren Gymnasien und Progymnasien werden Juden gar nicht, in anderen nur in ganz beschränk» ter Anzahl ausgenommen. In Odessa, wo bei dem dritten Gymnasium die Zahl der jüdischen Schüler zwischen 80 und 90 ®/0 schwankte, fanden dieses Jahr nur zwei Knaben Aufnahme. In den Hochschulen sind die Juden nicht besser dran. Das Institut für Civil-Jngenieure und das für Straßen- und Wasserwerke hat gar keine Juden, das technische Institut nur vier (in früheren Jahren an 100), die Universität zu Petersburg 6, die in Moskau, und Dorpat je 7, die zu Odessa ft, und die in Kiew 32 jüdische Studenten zugelassen. Biele jüdische Studenten haben bereits das Ausland ausgesucht, um ihre Studien zu vollenden, manche derselben ohne im Besitze der nöthigen Geldmittel zu sein. Arabien. Eltschi. 'n 'S b? vn vt ‘rs pen *,t.n Vjn r-ara pw btr&' 'X2 nssb cyr-.Kn r:ca er ren r*r6 Trenn tnra. „Und Aron, der Priester, ging hinauf auf den Berg Hör auf Befehl GottcS und starb dort im vierzigsten Jahre nach dem Auszuge der Kinder Israel aus dem Lande Egypten im fünften Monate am ersten Tage dieses Monats." Aus ihrem Zuge von Egypten nach dem Lande ihrer Väter waren die Kinder Israel auch »ach dem am Rothen Meere gelegenen Ezjon Gaber gelangt, das später unter Salomo eine berühmte Sec- und Handelsstadt wurde, da von ihr aus die vereinigten Flotten der Phönicicr und Israeliten nach dem goldrcichcn Lande Ophir in Indien auslicfcn. Heute heißt dieses Stäbchen Akabah (arab: Steile Anhöhe) und besteht cS blos aus fünfzig bis sechzig Häuschen mit einem thurmgekröntcn Castell, in dem die Regierung eine kleine Garnison unterhält. Don hier aus zogen die Kinder Israel nordwärts nach der Wüste Zin oder Kadesch, welche Gegend heute: Wadi Musa (Mosis Thal) genannt wird. Von dort zogen sie nach Hor-Hohor oder Dergesgipfcl, da dieser Berg das Aussehen hat, als wäre hier ein Best; auf den andern gestützt worden. Ter untere Berg ist nämlich rund und abgestumpft Und auf ihm thront ein birnenförmiger Hügel. Später erbauten die Kinder Israel hier eine Stadt, die sie. da dieses Gebiet zum steinigen Arabien (Arabia Pctraea, pen pt<) gehörte, die Felsenstadt (rranen yhz) nannten. 105 n. d. allg. Ztrchg. wurde diese Stadt von den Römern unter Kaiser Trajan erobert. die sie Petra, was dem hebräischen ps gleichbedeutend ist. nannten. Als der Islam von Arabien nach Palästina vordrang, da ward Petra zerstört und blieb von nun an durch mehrere Jahrhunderte unbewohnt und verödet. Als aber im!6. Jahrhundert die Türken unter Sultan Salim I. von Palästina nach Arabien vordrangen, da erkannten sie sogleich die Wichtigkeit der Ruinen Petras als Wasser- und Raststation auf dem Wege von Jerusalem nach Medina, und sie legten nun hier das Torf Eltschi an. Dieses Dorf besteht noch heute und wird von ungefähr fünfzig arabischen Familien bewohnt. Das Torf liegt am westlichen Abhange des Hor-Hohor oder wie dieser Berg heute genannt wird: »Tschebel Nebi Harum (Berg des Propheten Harum.") Hier erging nun an Aron der Befehl Gottes, nun seine irdische LcbenSlausbahn als abgeschlossen zu betrachten und in ein anderes Lebe» einzugehen. Willig gehorchte Aron diesem göttlichen Befehle, übergab seinem Sohne Eleasar die obcrvriesterliche Würde und die zü ihr gehörenden Amtskleider und bestieg nur von diesem und seinem Bruder Moses begleitet den bezeichnctcn Berg, um dort zu sterben. In der Bibel wird gar nicht erwähnt, daß Aron auch begraben worden sei; aber wahrscheinlich wurde er, nachdem er sein Leben ausgehaucht, vou den genannten zwei Zeugen seines Todes, in einem zn diesem Zwecke schon früher hcrgerichtete» Grabe bcigcsctzt. Als im 8. Jahrhundert der große Khalif Harum Erraschid in Begleitung seiner Gattin Zubeida von der Residenzstadt Bagdad aus eine Wallfahrt zu Fuß durch die Wüste nach Medina, dem Grabe Mohamed autrat, so besuchte er auch das Grad Aron.'s, dessen Ra men er trug (Aron heißt bei den Arabern: Harum.) um dort seine Andacht zu verrichten. Er ließ über dem Grabe eine Kapelle erbauen, die noch heute existirt. In der Mitte der Kapelle befindet sich das Grab, über da3 eia Sarkophag gestürzt ist. Wer denselben hier hat aufstellen lassen, ob einer der Könige Israels oder erst der genannte Khalif selbst, darüber findet sich keine Andeuttmg in der Geschichte. (Schluß folgt.) Feuilleton. Are verschwundene Hröschaft. Eine Erzählung vr>» B. Hause. (Fottsetzung.) Ein anderes Mal sagte Aaron, ein kluger Knabe, der gern jedem Gedanken bis zur äußersten Schlußfolgerung nachging, zu ihr: »Der liebe Gott ist doch allwissend, nicht wahr?" „Ja gewiß!" antwortete Therese. »Tana weiß Er also auch alles Berborgeue und das Zukünftige ia ~rmr