Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 73-74 (22.9.1887)
- Date
- 1887-09-22
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
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2t>crlc* zu unheilcn, nitterlanrn wir liier; die get'cicnüni Gelehrten in Deutschland, Rußland, Ungarn und Palästina haben in brieflichen und literarischen Ailthcilnngen ihr Unheil bereits gesprochen, und die künftigen Geschlechter werden darin noch einen fast unerschöpflichen Quell der gründlichsten Belehrung stnvcn. Inzwischen war der Selige. wie bereits erwähnt, nach Halbcrfladt berufen worden, und nur dort war cS möglich, sein großes Werk mit Muße und mit der nothwcndigen Ermumcrnng druckreif zu machen. Ter Liebe, mit der er an der Gemeinde Halbcmadt hing, har er einen bleibenden Ausdruck verliebe», durch die „Geschichte der isr. Gemeinde Halberfladt***) «Halberfladt ls*;», H. Mcucr'S Buchdruckerei), eine Arbeit, die. abgesehen von lokalem Interesse, wichtige Ausschlüsse über die religiösen und politischen BerhäUmste der Juden in Tcutschland in den letzten zwei Jahrhunderten gibt. Roch großanige Pläne tnrg der Selige bezüglich seiner literarischen Wirksamkeit^ in sich: so besonders bcschästigte ihn der Gedanke, den (Kommentar t *’) (*ö&iä)tt der isr. t^nnrinfcc >>olb««abt. }i«bü einem .lutcnge uitftcbnidtcr dir Viteratiir. wir die lrUgii"«« und po- 'iriickrn Z-rihöNnüse der Ariden in Teutidjlanb in dru lebten :wri ^ahrbimdrnru drlrrftrndcr ^rie'r und Urkunde« von l>r. /. Zlutibcd)?*?. 15 Br»§ru. Preis droch. 1.5V Mark. des R. D. Sinzheim, des ehemaligen Präsidenten des von Rapolcon I. bernscuen Saudhedrin. der handschriftlich auf den ganzen Talmud in seinem Besitze war. zu vervollständigen und wo möglich drucken zu lasten. %>:■ Doch der Lenker der Geschicke haue cs anders bcschlosten und den ^nrhvollendeten in der Blntbe seines geistigen Schaffens abbcrufen, znm größten Schmerze der nächsten Angehörigen, wie aller Derer, die ihn wahrhaft kennen gelernt und seine Werke zu würdigen verstehen. Gr aber besindct sich jetzt in jenen lichten Höhen. nachdem er hier auf Erden sein Werk so gut und musterhaft vollendet. Tic Aufschrift seines Lcichenstcins. die seine unendlich große Bescheidenheit charactcrisiri, lautet nach seinem eigenen testamentarisch verzcichnetcu Wunsche: :j- *> * “-•- I. - ~ ' t-rrj* T2 crr "x *k: r >r : rh« n - z-*2 *~r ress 2*rcV?' 2*7!;vs zi Bur Jargon-Literatur. er jüdische Jargon, wie er in Rußland, Polen, Ungar», Rumänien und. von cingcwandcncn Israeliten, in England und Amerika gesprochen wird, har eine überaus reiche Literatur. Ju ihm werden eine große Menge von Leitungen, in Petersburg und Warschau, in London und Rcw-Rork, in Bukarest und Jerusalem und an vielen andern Qrtcu veröffentlicht. Romane. RovcU n. Dramen und religiöse Erbannngsschrifttn. sämnnlich im Jargon verfaßt, erscheinen täglich in großer Menge und werde» eifrig gekauft und gelesen.;{mu ersten Male liegt uns heute ein Bändchen im Jargon verfaßter Gedichte zur Besprechung vor. Der Tire! lanrer: „Zehn idische «jüdische! Bolkslicdcr. verfaßt mir die Harmonie vrm Musikbegleitung. Tcrt mit Gesang von „(y I i o f u m Zu ns er. Wilna .'»»47.* Der Bcrfasscr ist eine in seiner.Heimath hochderühmre Persönlichkeit und von Profession „ein Badcha».* Das Wort bedeutet: Schcrzmachcr, Lustiguracher. Auch m Deutschland war es in alten Zeiten Sitte, daß ein solcher Luftigmachcr — man nannte, ihn „Postenmacher* — zur Erheiterung der Hochzeitsgästc seine Scherze vortrug. In QcflcrrciS nannte man einen solchen „Marschalk*. Rur in Rußland und Polen hat sich diese Sille erhalten. Es gibt dort eine große Menge „Badchonim*. und der Berühmteste von allen ist der Bcrfaster der vorliegenden Lieder. Er wohnt in Minsk, wird aber häusig nach Petersburg und Warschau, nach Wilna und Riga, nach .ftiew und Qdesta berufen. Wir selbst Hanen Gelegenheit ihn in Warschau und in BobrrrisNLinhautn» zu dSrcn und uns zu überzeugen, welch großartigen Beifall seine Borträgc flndcn. Dieselben haben meistens einen lalmudifchen Hintergrund und gipse!» darin, die Schwächen und Thorhciren seiner Glaubensgenonen zu geißeln. Das zn'c'ne der. hier mirgethciltcn Pocneen führt den Titel „Der Aristokrat*. Ein von frommen Eltern dem Tborastndium gewidmeter Jüngling wird nach seiner Br: veil arbnug Geschäfts-