Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 73-74 (22.9.1887)
- Date
- 1887-09-22
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
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136« --77«»» mann, er erwirbt sich ein Vcnnögcu und har nur noch das Bestreben, den Aristokraten zu spielen, „entsagt bald den: jüdischen Neben «Rabbi), tum a jüdischen Lcphcrlein 2 mir, wo geführt a christlichen Leben. mi « man) soll meinen, das is Christ von Natur.- Gr feiert Weihnachten und schmückt den Weihnachrsbanrn für seine .ttindcr. macht den Labbatzun« Wochentag und feiert stau dessen den Lonntag. hält Equipage und Llvrs-ebedjcntc. Leine Alanin wetteifert mit ihm in feinem Bestreben, wird erstaunlich schnell aus einer „Balbooßtceine „Madame-, besucht Bälle und Theater, schläft Mittags bis 12 Uhr. meidet ängstlich den Umgang mit Glaubensgenossen und läßt um Alles in der Welt einen armen Juden nicht in's HanS. — Wie nun die >tiuder erzogen werden. kann man sich leicht vorstcllen. Bonnen und Gouvernanten, natürlich nichljüdischc. erfüllen die Binder mit Hast und Verachtung gegen das jüdische Volk. Die Binder wachsen heran. Tic Tochter liest zum Zeitvertreib die Lchrinen Darwins, von denen stk natürlich nichts versteht. Glavicrfpie!, der Besuch von Theatern und Bällen. Lpazicrfahrtcn und noch andere Tinge, die wir hier nicht näher bezeichnen wollen, machen den Inhalt ihres Gebens aus. — Ter Lohn besucht die Universität, spricht bei Tisch gegen Gon und Religion, und wenn der Barer um Äästigung bittet, so nennt er ihn — natürlich mir scherzweise — „ein altes Pferd.- Ja. ja, er ist ein Aristokrat!! Allein, treu? dieser aristokratischen Allüren wollen die vornehmen Ghrisrcn nichts von ihm wistcn. Glücklicherweise gibt cs in der grostcn Lradl. in welcher er stch niedergelassen, noch mehr solche Aristokraten, die stch aneinander anschlicstcn und eine Lnnagoge mit Orgel und Iraucnchor cinrichren. Da plöplich treten die Judenverfolgungen ein: der Pöbel dringt in's Hans, plündernd, zerstörend, mit Mord und Todrschlag bedrohend, und die .minder fragen in russischer Lprache den aristokratischen Vater: Vater, sind wir denn Hebräers Zn eiliger Flucht sucht der Mann, sein Vcrmögen und sein Geschäft verlassend. sein Leben zu retten und die Grenze zu erreichen. Mit andern Tlüchtlingcn erreicht er Brodi. dem schrecklichsten Glcridc prcisgegebcn. Was aus den Lcinigcn gcworden, ob sic vom Pöbel erschlagen oder ob sie noch leben und wohin sic gekommen, hat er bis jevr nicht erfahren können. Endlich findet er in Palästina ein Awl, wo er stch der Kolonie „Pcrach Thikwahauschliestt. Dort bebaut er den Boden, und wenn er hinter dem Psiuge hergeht, so singt er das Lied von deui „Aristokrat.- — Aehnlichen Inhalts sind die übrigen fogenanatcn Volkslieder. Das vierte derselben hat die Ueberschrift: „Aach dem neusten Ionrnal.- Wenn man dieses Gedicht in rein deutsche Verseübertragen würde, so wäre es auch für unsre Zustände in Deutschland sedr passend. Tie modernen Juden in Rußland lassen ihre minder mehrere Lprachen erlernen, lassen sie in allen Wissenschaften unterrichten: nur die hebräische Lprache und die jüdische Wissenschaft sollen ihnen fremd bleiben. »Las laan:1}, iogt der Ssrer. :« mutzen ~t,?ri»d;u a gtitorbene Lproch: .Los Koben mir denn vor a Stuken ,i'un .»>«dräisch. vun ganzen renachk .rrfovh') fremd bleibt er vnn seine Leider, .L»n »ein Hinone. v»n jüdischen Äelatl *>. .Lerschreil cülu*) kein Lorr nie in Sidnr*). .<^or noch dem neunen Journal. (5 s ist ein talentvoller Dichter, der uns hier gegcnübenritt: seine Poesien sind voll Gemüth und üben zugleich scharfe Kritik; sie sind erfüllt von der Liebe zur Gortcslehre. zur jüdischen Nation und zur alten Hermarh. Lie werden sicherlich ihren Eindruck aus die große Menge nicht verfehlen. Von diesem Gesichtspunkte aus bedauern wir auch nicht, daß sie in: Jargon geschrieben sind: sie würden ja sonst der großen Menge unsrer Brüder in Rußland unverständlich bleiben. 1) lohnt. 2» auzuhalken. 3) zuletzt. 4) von der jüdischen Ermänschan. ."») iogar. *;> hebe. Grderduch.?Lil drei Zeichen nur genannt Zll'r als Ständer Dir dclrannt. S?ird das letzte roeggclallen. «Line Stadt ins. deren Sallcrr. In dem Kriege hinlcrgangen. 2ald geschlagen und gelangen. D. 3-. Lien. LrranrrrorltiLr Redarnon: vr. Lehmann in SKatnj. — 0rr*dirion große Stäche Nr. 4L. Tmd und L«:ag von C Ccar Lehmann in Mainz.