Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 73-74 (22.9.1887)
- Date
- 1887-09-22
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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.. » 1356 vu-'i-». ■. j{.fl heit gedient und sein Name ist mit der Adaß-Iisroel unzertrennlich verknüpft, (rincn schwachen Tribut des Tankes ftottcten die Mitglieder ihrem Heimgegangenen Vorsitzenden durch ihr fast vollzähliges Erscheinen bei der Beerdigung ab, welche Freitag Nachmittag stattfand. Im Traucrhausc sprach zunächst Herr Tr.Hofsmann namens des NcpräsentantcncollcgimnS, nach ihm sandte der älteste Sohn des Verstorbenen. Herr Gabriel No send erg, seinem dahingcschiedcncn Later im Namen der Familie ein schmerzdurchbcbtes Lebewohl nach, das er mit dem Gelöbnisse verknüpfte, dag alle Zkindcr bis anihr Lebensende in den Wegen des Verewigten wandeln würden. Auf dem Friedhöfe in Wcißensee hielt Herr Nabb. Tr. Salomon (5 o h n in Vertretung des in Stockholm weilenden Herrn Rabbiner Tr. Hildesheimer eine wegen der Nähe des Sabbats kurze, aber tiefempfundene Gedächtnisrede, in der er den Tobten als Garten, Vater, Bruder und Ichudi feierte. Zum Schluffe sprach im Aufträge des Gemeinde-Vorstandes Herr Prof. Barth einige tiefempfundene Wonc, welche die unermüdliche Thärigkcit des Verstorbenen priesen, der gleich einem Fahnenträger, tödtlich getroffen, bis zum letzten Augenblick auf seiner Stelle gestanden und die Gemeinde'sicher zum segensreiche Ziele geführt. Nicht trauern solle die Gemeinde, sondern daS Andenken des Verblichenen durch unentwegtes Feühaltcn an seinen Grundsätzen ehren und so zum Segen für die Gcfamnuhcit gestalten. Frankfurt a. M. Im Besitze eines hiesigen Bürgers befindet sich ein Geschäftsbrief des alten Mauer Amsel Rothschild r*;, in welchem er einem Geschäftsfreunde die Aufnahme seiner Söhne als Thcilhaber in sein Geschäft anzcigt. Tas intcrcffamc Schreiben lautet: „Frankfurt a. M., den 28. September 1S10. Hiedurch habe ich die Ehre, Ihnen ergebenst anzuzcigcn, baff ich durch die thätige Mithilfe, die mir meine Söhne A. M. . . ., S. M. . . . und (5. M. Rordfchild seit geraumer Zeit in meiner Handlung leisteten, rnich bcwsgcn gefunden habe, sie als wirkliche Thcilhaber in dieselbe auszunchmc» und unter der Firma — Mauer Amschel Rothschild und Söhne — nrcine Handlnngsgcschäste, die ich bereits über vierzig Jahre, wie ich mir schmeichle zur Zufriedenheit meiner Freunde betrieben habe, von nun an in Gesellschaft meiner gedachten Söhne fonzusührcu. — Indem ich für das mir bisher erwiesene Vertrauen lebhaft danke, bitte ich Sic, es auch aus meine neuen Affocics zu übertragen und sich überzeugt zu halten, daß wir kein angelegentlicheres Bestreben haben werden, als unsere Freunde \ auf's redlichste zu bedienen und uns fortdauernd? Ihres Zutrauens würdig zu zeigen. Ich bitte Eie, | von nuferen Unterschriften Vormerkung zu machen I und die Versicherung der. schuldigen Hochachtung l zu genehmigen, mit welcher ich bin Ihr ergebener l Mayer Amschel Rothschild." i Colberg. Seinen hundertsten Geburtstag r feierte dieser Tage in dem Torfe Lunow der \ Veteran Ephraim Polack. Ter Landrath von Riffel- \ mann überreichte ihm im Aufträge des deutschen | Kaisers das mit eigenhändiger Widmung des Herrf schcrs versehene Brustbild dcffelbeu. in einem kostf baren goldenen äi ahmen. Seitens des .Kreisausi schMles übergab der Landrath ein Sparkassenbuch | über eine namhafte Summe. Eine Abordnung des f in Eolberg stehenden Regiments, bei welchem Polack, die Freiheitskriege mitgemacht hatte, schenkte einen Stock mit silberner Krücke. Leftcrr.-Ungar. Monarchie. Budapest. Dieser Tage erschien beim Monorer Rabbiner ein Mann Namens Felix Löwu und erklärte, er wolle sich von feiner Frau scheiden lassen. Nachdem auch die Letztere ihre Einwilligung zur Lösung des ehelichen Bundes gab, leitete der Rabbiner das amtliche Verfahren ein. in dessen Verlaufe Folgendes zu Tage kam: Felix Löwy entzog sich am 22. Oktober 1885 seiner Militär« dicnstpsticht durch die Flucht und ging noch im selben Jahre am 27. November in Vinkovce (Slavonicn) unter dem falschen Namen Albert Fischer mir Juliane Kümrnelbcrg eine falsche Ehe ein. Am 27. Juli 1886 wurde Löwy verhaftet und als Tcscrrcur dem Militärgerichte überantwortet. Nach Abbüßung seiner Strafe kam Löwy nach Ungarn und wurde in Äonor seßhaft. Abgesehen von der kriminellen Seite der Angelegenheit taucht nun die Frage auf, ob eine unter solchen Umständen gcschloncne Ehe, deren Giltigkeit vom Standpunkte der israelitischen Kirchengcsctze unanfechtbar ist, auch von den bürgerlichen Gesetzen als bestehend betrachtet wird, und har sich der Rabbiner diesfalls an den Vizegespan deS Pesthrr Ksmirats gemeldet. * Budapest. Von Zadoc Kahn, dem „Grand- Kaltbin de Paris*, welcher sich den in Paris ansässigen ungarischen und österreichischen Unterthanea gegenüber schon so oft als wahrer Freund erwiesen har, wird uns wieder ein schöner Zug mitgetheilt. Man schreibt uns nämlich vom 3. d. ans Paris: