Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 73-74 (22.9.1887)
- Date
- 1887-09-22
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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1350 vollmächtigtcn des Untcrrichsministers vor dem höchsten BerwaltnngSgerichrshofe, die dahin gingen, das; die Begründung des Bczirksansschnffcs ganz verfehlt sei, wenn auch das Ergebuiß der Entschcidnng desselben zutreffe. Tie nach Bekenntniff.cn erfolgte Gliederung der Schnlvcrbände in Hannover beruhe aus der Ucbuug des vormaligen hannoverschen Ministerium, entbehre aber jeder geschlichen Grundlage. Wie im ganzen preußischen Staate gehören vielmehr auch oorl dein Sckulverbande alle Ginwohner des Bezirks ohne Unterschied der Religion an, wenn ste nicht etwa zu einem bcsondcrn Verbände vereinigt seien, und auch zu Gunsten der Inden bestehe keine Ausnahme von dieser Regel. Euskirchen. Als im Mai vorigen Jahres eine starke Fcncrsbrunst mehrere Straffen unserer Stadt in Asche und Schutt umwandelre und auch die Synagoge der jüdischen Gemeinde in Flammen ausgcgangcn war. glaubte man nicht, daff der Verlust in vcrhältuiffii.'äffig kurzer Zeit durch eine schönere und künstlerischer aus-gebaute Synagoge mehr als ausgeglichen sein würde. Aber (viicr, Opserwilligkcit und sonstige nlüctltdic Umstände wirkten zusammen, nur die Vollendung des Baues zu bcschlcunigcn. Baumeister Sech»- ausKöln hat in der neuen Synagoge ein schönes Kunstwerk, eine Zierde der Stadt, gebaut, das durch seine groffcn und kleinen Kuppeln schon ans weiter Ferne stckrbar ist. Am Freitag fand in der feierlichsten Weile die Einweihung statt. Tic ganze Stadt hatte, ein schönes Zeichen des conseffionellen Friedens unter der Bürgerschaft, ihre 'Fahnen ansgchängr. In der Straffe, an welcher die neue Synagoge steht, waren «Gewinde ans Tanncnzweigen quer über die Straffe gezogen: Bärrme, geschmückt mit Fahnen, waren ans beiden Seiten aufgcpflanzt und ein freundliches^Willkornmen" begrüffre den unabsehbaren Fcstzng, der sich Rachmittags um 4 Uhr von dem Schnlhanfc in Bewegung score, in welchem die Stadt ihren jüdischen Mitbürgern in der entgegenkonnncndstcn Weile einen groffcn Saal zur Äbhaltring des Gottesdienstes während des Baues cingcrönrnt Hane. Ter 3labbincr aus .Köln, Tr. Frank, leitete die Einweihung und gab dem Haufe die Weibe. In dem Zuge befanden sich Bürgerincister Selbach und viele Stadtverordnete, Krcisvorstchcr, der evangelische Geistliche und eine groffe Anzahl Bürger der andern Bckcnntniffe. An der Hauptpsorrc der Synagoge angclangt. übergab der Bürgermeister den vergoldeten Schlüffe! mit einer trenlichen Ansprache dcnr Rabbiner, der das neue Gotteshaus öffnete, und unter fcicilidjcr Ehoralumsik r strömte die groffe Schaar derFcsttheiinehmer in das Gotteshaus. RaL Adsingung mehrerer Gesänge, geleitet von Eantor und Lehrer Kodden, der auch in dem alten Schulsaale einige Abschiedswotte gesprochen hatte, nach dem Anzünden der ewigen „Lampedurch den Rabbiner und dem Umzug mit den Thora-3lollcn. hielt Tr. Frank die Festrede, m welcher er ans Grund einer alten Ucbcrlicfcrung, wonach die Patriarchen die Stätte der Anbetung „Ber*,- „Feld- und „Hansnannten, die Bedeutung des Gotteshauses im Sinuc dieser drei Bezeichnungen auScinaudcrsctzte. Das. Einweihegebet folgte, darauf das Gebet für Kaiser und Vaterland, und mit einem Gesang schloff die erhebende Feier, die bei allen Theiluehmeru einen sichtbaren Eindruck zurücklicß. Oefterr. - Ungar. Monarchie. Wien, 10. Sept. Beim gestrigen dcntschböhmischeu Gaulurnfeste in Karlsbad, welchem aus »Sachsen und Bayern 300 Turner beiwohnten, haben mehrere.Redner die beim Kremser Kreisrnrnsesr versuchte Antlscutkte.'t-Hctze verrrrrheilt und einmürhig znrüagcwicscn. Wien. Tie türkische Israel iten-Gemernde in Wien hat am 15. d. die Einweihung ihres neuen Tempels in der Eircusgaffe vorgcuourmcu, ciaes im inanrischcn Style ausgcsührtenRtSnumcntalbaues, der eine neue Sehenswürdigkeit unserer Stadt bildet. Ter Tempel, zn welchem Herr Archiktcr Hugo Jlittcr v. Wicdenscld die Pläne cutworsc», macht .mit seinem kuppelartigcn Thurme von außen den Eindruck eines türkischen Gotteshauses und zeigt im Innern orientalische Pracht dnrck dcn Reichtdum an Marmor, Vergoldung und bunten Farben. Ter Vorstand der türkischen Israeliten - Gemeinde hat auch weder Mühe noch Kosten gescheut, alle modernen Fortschritte und Vclbeffcrungcn auf dem Gebiete der Bauchtechnik. sowie der Bau- und Kuustgcwerbe bei diesem Tcmpcldane zur Anwendung zu bringen: so ist z. B. nicht nur für Gasbeleuchtung. sondern auch für elektrische Beleuchtung, senrcr für eine Ecntralbcizmrg Sorge gcttagen. Ein besonderes Verdienst um das Zustandekommen dieses Monumentalbaues, sowie um die vonressiich Ausführung dcffclbcn har sich der Präses der türkischen Israclitcn-Gcmemde, Herr Marco M. Jkonffo erworben, der fast feine ganze Zeit der Beaufsichtigung und Leitung des Baues widmete und auch namhafte materielle Opfer für das Zustandekommen dcffclbcn brachte. Erwähnt sei hier noch, daß sämmtliche Bauarbciten und Hcrsrcllungcn ausschließlich von s l