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Der Israelit · 1887-09-22 · Heft 73-74 (22.9.1887) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 73-74 (22.9.1887)
Date
1887-09-22
Page
– (sequence 4)
Language
German
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körperlicher Fehler der Ersatzreserve 1. Klasse überwiesenen Volksscknllehrer :c. nickt als Uebungspflichtige ausgcwählt werden dürfen. Während weiter bisher hier und da den au nicht öffentlichen Schulen wirkenden Lehrern :c. die Vergünstigung einer kürzeren Tienstzcit nicht gewährt wurde, soll nach Anordnung des ttriegSministcriums jetzt auch solchen Lehrern, tvcnn sie die Berechtigung zur Anstellung an einer öffentlichen Schule haben, aber ohne eigene Verschuldung eine öffentliche Schulstcllc noch mcht bekleiden, diese Vergünstigung zu Thcil werden. Minden, 13. September. Vor einigen Tagen beging das M. Blaustcin'schc Ehepaar hicrselbst das Fest seiner goldenen Hochzeit. Tie zahlreichen Beweise freudiger Theilnahme von Nah und Fern geben Zeugnist von der Achtung und Verehrung, die das Jubelpaar verdienttrmastcn gcnicstt. Sc. Majcstät spendete demselben die Ehcjubiläumsmcdaille, die Herr Prediger Licpmannssohn nach vorheriger Ansprache überreichte. Ansterdem übergab der Geistliche dem Jubilar ein von den Mitgliedern der Svnagozen- Gemcindc Minden, in der Herr Blanstein als Lranror und Schächter fungirt, .gcstistetes ansehnliches Ehrengeschenk. Luxemburg. Luxemburg, 14. Septbr. In Nr. 71 des „Israelit" lese 'ich in einer Eorrcspondenz aus Luxemburg vom 4. Scpt.: Gestern feierte man in dem nahen Schlcifmühl ein ebenso erhabenes als seltenes Fest u. s. w. Abends um 5 Uhr fuhren die zahlreichen E'mgcladcncn u. s. w. Ter 4. Scpt. war Sonntag,-die Feier, von der berichtet wird, folglich am Sabbat. Es ist dies keine Uugenanigkeir deS Korrespondenten; die Feier fand wirklich am heiligen Sabbat statt. Ja noch mehr; das Jubelpaar fuhr in einem Wagen zur „feierlichen Eerewonic in die Synagoge" liest allerdings „aus Rücksichten" den Wagen etwas entfernt von der Synagoge halten. Sic haben, geehrter Herr Toctor, „die feierliche Ecrcmonic" deSLurcmburgcr „Seelsorgers" mit einem AusrufungSzcichen „ausgcruscn"; doch bin ich überzeugt. Sie bauen die (Korrespondenz sicherlich nicht ohne RedacnonSbcmcrknng ausgenonunen, hätten Sie gcwustt, dast hier ein öffentlicher Ehillul Haschem vorge kommen, was ich nachträglich zu constatiren bitte. Ocstcrr. - Ungar. Monarchie. Wien. Eine seltene Ehre wurde unscrm Glaubensgenossen Herrn Professor Neumann von hier zu Theil. Tie am 4. d. in Heidelberg tagende Derfamntlung „deS Instituts für Völkerrecht" wählte den genannten Professor zu ihrem erste« Licepräsidcnten. Triest, 11. September. Vor einigen Tagen hat im hiesigen Tempel eine seltene Feier ftatrgcfunden, welche davon zeugt, wie ries noch in unserer Gemeinde der Sinn für de» Glauben und die heilige Gotteslchre wurzelt. Herr Profeffor Vittorio Castiglione, dessen Namen ich schon oft ehrenvoll in diesem Blatte cnvühut, ein Mann in nicht mehr jugendlichen Alter, der ein ausgebreilctcs und gründliches Wissen im Talnmd und denen Excgeten und ebenso auck in der jüdischen Literatur besitzt, hatte sich nämlich plötzlich entschlossen, sich vor unserem verehrten Lbcrabbincr Herrn Melli, einer strengen Prüfung aus allen rabbinischen Fächern zu unterziehen. Unser Rabbiner gesellte sich nun bei diesen ehrenvollen und erhebenden Examen den rümlickst bekannten hiesigen jüdischen Gelehrten und Privar-Rabbincr, Herrn Moisc Tedeschi, zu und Beide unterzogen nun den ehrwürdigen und hochgeachtctcn Nabbinats-Eandidaken einer Strengen und gewincnhaste» Prüfung, die mehrere Stunden andauerre. Ter Eandiral bestand diese Prüfung anfS Vorzüglichste, weshalb beide Examinatoren beschlossen, ihm am folgenden Sabbat öffentlich in der Synagoge das Morenu und Rabbiner-Diplom zu überreichen. Aus diesem Anlässe war am kommenden Sabbat das GotteshanS überfüllt von Andächtigen und Neugierigen und auch urrfer Enlrusvor- Üand war in corpore erschienen. Der RabbinatS- Eandirat wurde nun feierlichst mrd mit dem Titel Lin rfce (Hochgelchrtcr) zur Thora gerufen, worauf ihm dann unser Lbberrabbincr segnete. Hierauf geleitete er den ncncrcirtcu Rabbiner zu dem für ihn eigens hergcrichteten Ebrcnsitz. Nuu trat unser EultuSvorstand vor den Proscssor-Rabbiver hin und überreichte ihm mir einer schwungvollen Ansprache das auf einem silbernen Teller liegende Morenu und Rabdincr-Tiplom. Dcr Eandirat dankte darauf mit einigen wenigen Worten, da ihn die Rührung übcrmannt >md ihm die Stimme erstickt hatte. 'Derselbe wurde dann nach Beendigung des Gottesdienstes von den Spitzen der Gemeinde nach ferner Wohnung begleitet, wo er dann die Gratulationen feiner Anverwandten und Bekannten ent» gegcnnahm. Frau Enrichctta Piranri, Lehrerin au der hiesigen Talmud-Tbsrafchule, eröffnet mit nächstem Semester einen Privat-EurS in der Religion für jene weiblichen Zöglinge unserer höheren Institute und Schulen, dir den» Gesetze nach verpflichtet sind.

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