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Der Israelit · 1887-09-15 · Heft 72 (15.9.1887) · page 29

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 72 (15.9.1887)
Date
1887-09-15
Page
– (sequence 29)
Language
German
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183 ganz Israel so sehr geliebt wird, ist die Reise- Iwscbweiiichkeit für Nichts za achten.* Hierauf dankten ihm die Rabbiner für seine überaus grosse Güte und Aufmerksamkeit, die er unseren Mrüilern im heiligen Lande zuwendet, die sich gerne Ton ihrer Hände Arbeit durch Ackerbau »•mähren wollen, sprachen aber zugleich den Wunsch aus, dass der Herr Baron auch dahin wirken möge, dass «Le von ihm Unterstützten nicht vom Wege der Torah abweichen möchten. Der Baron evwiederte, dass sein ganzes .Streben auf die Erhaltung des streng religiösen Lebens in den Kolonien gerichtet sei, und zum Beweise dafür diene, dass einer der Kolonisten, den man am Sabbath rauchend betroffen hatte, die Kolonie sofort verlassen musste. — Dies ennnthigte die Herren Rabbiner zu folgenden zwei Bitten: erstens, dass der Baron bei der kaiserl. Regierung eine Zurücknahme des Ausweisungsbefehls gegen die nach Jerusalem zumeist in der Absicht kommenden Juden, ihr Leben daselbst zu beschliessen, erwirken möchte. Die zweite Bitte bezog Mch auf das eben im Bau begriffene neue Rothschild’sche Hospital, das ausserhalb der Stadt «-rrichtet wird. Wenn es a*sch gut ist, so bemerkten iüe Petenten, dass cas Hospital auf einem frei liegenden Terrain, wo die Luft frisch und f in zoströmt, erbaut wird, so möchte doch der Weg dahin für die Kranken etwas zu entfernt sein nnd «Lese dadurch leicht zum Aufsuchen des innerhalb der Stadt liegenden llissions- Hospilals veranlasst werden. Um dies zu verhüten, raöche das bisherige Roth schild’s che Hospital ebenfalls als solches erhalten bleiben. Was die erste Bitte betrifft, erwiederte der Baron darauf, so habe ich darüber bereits mit dem Pascha gesprochen und dabei walirgenoranien, dass er von der besten Gesinnung gegen die' duden beseelt ist. Gebe Gott, «lass dieser Pascha / spricht, die-zwölftausend Francs nur an wirklich Bedürftige zu vertheilen.) — | Der Baron wiederholte bei dieser Gelegenheit 1 seine Bitte an die Herren Rabbiner, die Bevöl- I kerung öfter zn ermahnen, die Häuser nnd Strassen in den jüdischen Vierteln möglichst rein zn 1 halten. Dieselbe Bitte richtete er an den Pascha, 1 der ihm die Zusicherung gab, dass auch Seitens | der Behörde das Mögliche dazu beigetragen wer- I den soll. — Die Frau Baronin war ebenfalls sehr j leutselig gegen ihre Gäste. Nach gegenseitiger j herzlicher Begrüssung verabschiedeten sich die ] Herren Rabbiner von dem Baron und seiner Gemahlin, hoch erfreut und vollkommen befriedigt. 1 Am 20. Ab d. J. brach in unserer benach- | barten Stadt Pi 1 wischki ein Feuer aus, das j — bis auf 7 oder 8 Häuser — die ganze Stadt in Asche legte, wodurch ein grosser Theti un- I serer Glaubensgenossen daselbst all’ iijrer Habe verlustig gegangen. Die Feiler ist viel zu schwach, um «Le Grösse des Elends, den Jammmer und die Notlirufe der unter freiem Himmel mit dem armseligsten Behelf die kühlen Nächte Hiubringenden zu schildern. Auch die Synagoge und die Kabbinatswohnung mit ihrem Gesammtinhalte sind ein Kaub der Flammen geworden. Erbarmet Euch, edelherzige Brüder, dieses grenzenlosen Jammers und veranstaltet in allen Euch zugänglichen Kreisen Sammlungen zur Linderung dieses Massenelends! Gaben nimmt die Redaction der „Spenden-Verzeichnisse* bereitwilligst entgegen, die auch die Namen der edlen Spender in diesen veröffentlichen wird. Schaki (Russland), 22. Ab 5647. A. 8. Eisendorff, noch recht lange die Angelegenheiten der heiligen Stadt zum Wohle all’ihrer Bewohner verwalten möchte! Was aber die zweite Bitte anbelangt, so steht die Entscheidung darüber meinem Bruder Alphonse zu. dem ich Ihr Anliegen empfehlen — Der Baron kam darauf auf die grosse jüdische Armutli iu Jerusalem und die massenhaften Bittgesuche zu sprechen, die ihm zugestellt worden. Ich werde, sagte er, zwölf; tausend Francs zur Yertheilung unter die Armen zurücklassen. Beraumen Sie eine Versammlung an, der auch Herr Niss im Bechar anwohnen soll, prüfen Sie gewissenhaft sämmt- Iiche Gesuche und berücksichtigen Sie von dem Gelde auch die Annen, die keine Bittgesuch« eingereicht, die aber der Unterstützung würdig tind bedürftig sind. (Einer verbürgten Mitthei- Inng zufolge soll die Frau Baronin ein Schreiben an diese angeordnete Versammlung zurückgelassen haben, in dem sie den dringenden Wunsch aus- Gemeinde-Vorstand. Briefkasten X. X. in X.-iu. Die „Spenden-Verzeichnlsse“ werden einige Wochen vor dein Ausgabedatum gedruckt, auch muss, der Bilanz wegen, ein regelmässiger periodischer Abschluss des Ergebnisses der verschiedenen Rubriken stattfinden, wesshalb hie und da eine Verzögerung in der Veröffentlichung der eingegangen Spenden unvermeidlich ist, was Sie — und viele Andere mit Ihnen — giftigst berücksichtigen wollen! C. B. in 8. Erfreuen Sie mich auch fernerhin mit der gütigen Zusendung Ihrer Synagogenspenden und Sammlungen für p*nR' Kreisrabbiner J. 8 in R. G. betreibt sein Bettelgeschäft mit uugeschwächten Kräften fort nnd findet trotz aller gegen ihn erlassenen

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