Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 72 (15.9.1887)
- Date
- 1887-09-15
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2446951-2449697-2449769--27190-2517055- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
1321 zu lamn. Die vreisten Menschen habt» gar uicht ix Bewußtsein. das sie dadurch ein große-:- Unrecht begehen, wie sollten sic cs bereuen? — Wen» auch dl diese Sünden die Neue und die Rückkehr zu <Heu erschweren, so bedarf cs erst recht der Willcnskrosl, n:n alle Hindernisse zu beseitigen und trotz allem Erirgegenstchenden den Weg der Buße und rer Besserung cinz-.schlagcn. Je schwerer dem Äcnschen die Besserung wird, desto größer ist der und die &naH des himullifchcn Later». (Foilsrsrmg folgt.) Zcitungsuttchrichtcu und Correspondenzen. Deutschland. Mainz, 14. September. (5ine der ältesten ru:d bedeutend st err BnLdrnckcrncn in unsrer chm Trnckcrstadt, Me weithin rirhmüchs: bekannte Johann Wirth'schc Hosbuckdruaerci, ist in den Vtsiv des Verlegers unsres Blattes, des Herrn i?scar Lehman:', übcrgcgangcn. Berlin, 11. S-.pt. Die edlen Herren von der '','n:sr der Thier s ei fj tzler ruhen nicht und rasten nicht. Ihre Niederlage im deutschen Parlament war auch eine zu jammervolle gewesen. Um jetzt ans anderem Wege zu ihrem Ziele zu gelangen, versuchen ne das diplomatische >tunststückchcn, Uneinigkeiten in den jüdischen Gemeinden zu säen, was ihnen ober schwer gelingen dürste. Sic versenden nämlich au alle Gemeinden eine angebliche Widerlegung der Gcgcnpctitioncn, die von Verdretzungen wimmelt und welche die Gutachten der Fachamoritärcn einfach ignorirr. Tic jüdischen Gemeinden werden wissen, was sie mit dem ThicrschützlcrsÄriftstück zu machcu haben. (5s ist gar kein Zweifel, dass die Lchächlsragc^ über kurz oder lang wieder iru Reichstage zur Sprache hmimcn rvird. au allen leiden wird gewühlt und gehext, und die aurisemirsschen Blätter bringen systematisch aufreizende Artikel gegen das rinrcllc Schlachten. (5s ist traurig, daß sich der Thierschutz mit dem Aurisemirismus indcnnsicirt. Man wird gut rhun, uncutwcgl aus der Wacht zu sichen, um iet-ciu. Angriffe sofort wohlgerüstct begegnen zu können. — Der Göttinger Cr::r.:ü!in Prof. Lcgardc fest feine anriscnririschen ffrgüsse in der neuestenNummer des Göttinger gc- Ustrrcn Anzeigers gelegentlich einer Lclbstanzcige 'einer von der wissenschaftlichen Welt iguorirteu ät^rkr Jiiii rrngrschwächtm örräftcn fon. Heu r:cgarde ist sogar schon bei Manschclcitaten angelangt; gegen das „Pasquill Abraham Bcrlincr's" hat cr eine neue Schrift „Juden und Jndogrrmancn" geschrieben. Sobald uns dieselbe vorliegt, werde« wir nicht verfehlen, sie einer näheren Beleuchtung zu unterziehen. — Der Vorstand der Berliner Gemeinde hat ein Gisset erlassen, daß fortan in de« Vorhäfen der Synagogen während des Gottesdienstes such am Wochentag nicht geraucht werden dürfe. Tic Verordnung wurde durch einen Fall veranlaßt, daß ein Herr, der sich in der Snnagoge langweilte, am Sabbat auf den Hof ging und sich eine Cigarre ansteckte. — Ter Verein „Bne Berith" hat vergangene Woche den Grundstein zu einer Synagoge auf dem Grünen Weg gelegt. Das neue Gotteshaus soll coo Plätze fassen und im Januar schon cingcweiht werden. — Heute wurde dem vor Jahresfrist verstorbenen Abgeordneten Ludwig Löwe auf dem Friedhof in der Schönhauser Allee ein mit (5mblcmeu seiner Thärigkeit geschmückter Denkstein geictzt. — Ter Apparat zu dem Gottesdienste au den „hohen Festtagen" ist in diesem Jahre, wenn auch durchaus nicht vermindert, so doch bis jetzt weniger geräuschvoll. In etwa 50 Restaurants, Clubhäufern, Goncertsälen u. s. w. wird die Kanzel aufgcschlagc» und das „Wort der Wahrheit" verkündet werden. Tie Andacht ist allerdings verschieden. In dem einen Lokale ist Gottesdienst „nach altem Ritus" angckündigt, ein zweites gewährt seinen Gläubigen „Gottesdienst mit Begleitung der Drgc! ganz analog der neuen Synagoge," in einem dritten „Salon" wird „ein berühmter (?antor" singen, dessen Namen offenbar um bei den Besuchern die Neugier zu erregen, vorläufig noch Gchciurnis; des Unternehmers bleibt. So wird'- gemacht: Tie Hanptgcmcinde hat auch diesmal nur in der Philharmonie einen eigenen Gottesdienst vorbereitet, ein Carrdidat des Breslauer Seminars ist zur Beihilfe beru'en. lieber die homiletischen Slräfic des hiesigen Rabbmcrscminars ist, wie wir hören, schon seit Wochen durchweg verfügt. — Dr. A. Berliner vollendet demnächst eine 5 Druckbogen starke Arbeit, welche ein sehr interessantes geschichtliches Tocument, ein päpstliches Gutachten in Sachen der Blutbcschuldigung, bringen und behandeln wird. Bl. Ans der bcxijr. Pfalz. In Lembach wohnt eine brave jüd. Frau, Namens (5sther Rosenbaum, welche am 17. Mai 100 Jahre alt geworden ist. Sic ist bei bester Gesundheit, hat vollkommenes Gedächtnis; aus SO Jahre zurück, hat 7 lebende Binder, in Gute! und 28 Urcntcl. Zu ihrem lüo. Geduns-