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Der Israelit · 1887-09-15 · Heft 72 (15.9.1887) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 72 (15.9.1887)
Date
1887-09-15
Page
– (sequence 4)
Language
German
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tage war eine Tochter aus Amerika gekommen. Tie Greisin ist bei Juden und E Hüften gleich hoch angesehen. Frankreich. Paris. Bei der Mobilisirnng des 17. ArurcecorpS trat auch wieder der Dienst der Feldgeistlichen in Hrcft. Als Geistliche für die isr. Soldaten frmgine.Hcrr Rabbiner Cuit», welcher diese Stellung schon im Kriege von 1S70,*! eingenommen hatte. Rumänien.!>r. C*. Bukarest 6. September. Rach einer geraumen Zeit must ich wieder auf den großen Brand in Borruschün zrrrückkomrncn. Für mich selbst ist diese Sache natürlich längst abgerhan und nur noch die armen, und die 'verarmten Abbrändler werden die Folgen des Feuers ihr Leben lang im Gebächtnist behalten. äScnn ich aber doch noch einmal davon reden will, so ist cs, um auch daran \\\ zeigen, wie die rumänischen Glanbensgcnonen behandelt werden, weil ich meinem Aufruf „Hilf dir. Jude, selbst" in Nr. 50 d. Bl. die Begründung durch das Beispiel geben will, und weil ich zeigen will, von was Allem in Rumänien nur gcn'o m m c n, nicht gegeben wird. In meinem Bericht über das Feuer habe ich auch gemeldet, daß die hauptstädtischen Zeitungen Subscüptroncn eröffnet haben, und Festlichkeiten errangirtcu, und daß man stch allerorten in Rumänien rührte, das; aber ans alledem wobl nichts werden wird, denn die Belroffcncn und „Juden." Roch heute, so lange nach der .Katastrophe, ist nichts zu hörcrr und nichts zu sehen. Ich habe nirgends gehört und auch in keiner Zeitung gelesen, wie hoch die Gesarnmtsnmmc der Snbscüprronen, der Einnahmen von den Festlichkeiten n. s. w. seien, ob die Präfekten wirklich bei den Stastgenreinden Geldbewilligungen erzielt haben, wie es hieß, daß sie sie veranlassen sollen, ob die Regierung die!>>«>,s»oo oder wieviel Franken, die sie im ersten „edlen Anlauf" ldam.it die Welt davon erfahr ei in Aussicht gestellt, in Wirklichkeit gegeben hätte. Von einer Verth cilung aller dieser Seifenblasen, d. I>. A ns sichren ist cs ganz mäuschenstill. Bekannt ist mir nur bic Vertdcilnng von 10,00» Frcs.. die der König gesandt und hierbei bemerke ich. das; er. wie die Zeitungen berichteten, angeblich 4 0,00 ».gespendet haben soll. Wo die „restlichen" .;0/i00 geblieben sind, ist mir leider nicht bekannt. Was ich weiter weist, ist aber, daß die Israeliten, sowohl im Lande, als auch im Anslande nach Kräften in T ha tcn einen Tdcil von dem ersetzt haben, was die regierenden und die nichtregicrcndcn „Rumänen"' in Worte« so schön zu flunkern wußten. In der Reihe obenan gedührr im Auslände, wie ich schon gemeldet, dem Baron v. Hirsch in Paris die Ehre mir feinen 50 bezw. 57,000 Franken. Ihm folgt das Berliner Alliancc-Eomite durch Herrn Professor Lezarns mit 10.000 Frcs. Ich habe s. Z. darauf nicht Bezug genommen, weil Sie cs schon vermuthlich aus.crster Quelle gemeldet hatten. Ter Qbcrrabbl'nkr ZadokK a h n sandte 54.OOO Frcs. u n d w re i ch erfahre, sind aus verschiedencnStädtcn Deutschlands Beträge zu4 nnd500 Frcs. gekonrmcn. Diese Ehre gebührt, meirrcr Meinung nach, dem „Israeli t". ebenso wie die der Spende von der Berliner Alliance. Ter Präsident der Alliance Universelle in Paris, S. H. Goldschmidt saitdre 2OOU FrcS., auch einige andere Personen kleine Summen. Dr. A. Löwy in London sandte 125 Pfund Srrlg. <2018 Frcs.) mit der Bestimmung, das; man 25 Familien mit je 5 Pfund bclhcuc, dast aber im Falle 2'/, Pfund zu einem wirksamen Aufhclfcn hinreichtcn, der betreffende Fall Herrn Dr. Beck in Bukarest zur Entscheidung nnterbrcrrcr werde. 20oo Toll, fio.ooo Frcs.) sind von New-Aork angczcigt. N'ach diesen kommen die rumänischen Israeliten, die — man must sich wahrlich wundern — trotz ihrer sonstigen Denkweise und der eigenen Nrwcr Möglichkeit namhafte Beträge, u. zw. in ciiifachcr Weise, den Verunglückten znkommcu licstcn. Einmal den in den einzelnen Städten konfilniirtca israelitischenSpczialcemilss,zweucns den Sammlungen der politischen Tages- und anderen Zeitungen, drittens durch Theilnahme an speziell israelitischen Theatcrannührnugen, Gottesdiensten n. s. n». viertens durch BclhüUgung au den von dem Eomitv der christlichen Presse arrangirtcn Festlichkeiten, von deren Erträgnissen ich allerdings nicht weist, was für ein Schicksal sie erwartet, sünslcns, schlicstlich durch Schenkung von alten und auch von sehr bedeutenden Quantitäten neuer Beklciduugsgezeusläudc. Dazu kommen einzelne Personen, die ans Eigenem ganze Wagenladungen Brod, Mehl, .<!äsc und aridere Lebensmittel nach Bottnschan sandten. Ich darf natürlich den mir vom „Israelit" bewilligten Raum nicht dazu gebrauchen, nm in umständlicher Weife die einzelnen Beträge aufznzählcn, cs fei nur jedoch gestattet zu koustalirca — und ich thrre 'cs herzlich gern — daß. wie hoch immerdkeGesamnuunre-rsrÜLung seitens der L a n d e Sisraclitcu ausgefallen fern möge, die Eifrigkeit und das reale Eingreifen derselben schon allein nicht nur die unseren Srammcsgcnossen aller Wcltgegendcu innewohnende Nächstenliebe und ihr werk-

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