Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 70 (8.9.1887)
- Date
- 1887-09-08
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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>,-r-M-XaXÄrirrnÜ.U ,ii7.',—W.Sfc^&i^MiwB^rMaawi 1296 ist. angcstrebt werden. Einige Beispiele über Gr* fcnfitutät nndIntcnsivität mögen dies veranschaulichen. Für Ltind'cr einer Volksschule würde es genügen, wenn gelehrt wird, daß zu den Pflichten der Barmherzigkeit das Almosenspcnden gehöre, und daß cS Gebot Gottes sei, dem Dürftigen nach Straften beizustehen, damit er keinen Mangel leide. Für Schüler in Lberklassen einer wissenschaftlichen Anstalt soll aber Ausführliches über die jüdische Ze» dokoh im Sinne des Jure deoh gegeben werden: .V B. 1) Die Schrift gebietet uns, einen Sinkenden durch ArbcitSvermittelung oder durch unverzinsliches Darlehen' aufrecht zu erhalten, verbietet, unser Auge von seiner- Roth abznwenden, nennt den, der der Pflicht der Armenspcnde nicht genügt, einen bybz Niederträchtigen. 2) Daß sogar ein Armer, der selbst von Gabe» anderer lebt, die Pflicht der Armcnspcndc zu erfüllen habe. 9) Daß ein Hcrabgckommener in seiner Erniedrigung vor uns noch dieselbe Achtung und ehrbare Behandlung erfahren soll, die ihm in bessern Tage zu Theil wurde, und daß wir die Behandlung eines Menschen nicht von seinen Verhältnissen abhängig machen dürfen. -1) Daß die würdigste Art des Gebens die sei, bci welcher der Geber nicht weiß, wem er gibt, und der (Empfänger nicht erfährt, vom wem cr erhielt. Je weniger der Anne durch das Annehmen von Spenden eine Temülhigung erfährt, desto gottgefälliger ist die Gabe. '») Bci der Auswahl der Armen sind zuerst die Verwandten des Gebers, die Ortsangchörkgcn vor den Auswärtigen, hilfsbedürftige Frauen vor Männern, verschämte Arme, besonders würdige Thorakuudige zu berücksichtigen. - Das ist keine abstrakte wissenschaftliche Abhandlung, cS sind konkrete Vorschriften und die Detail» lirung der Kardinalpflicht der jüd. Zcdokoh. Aus die Frage: Wer ist unser Nächster? würde für unsere Schulen die Antwort genügen: Unser Nächster ist nicht bloß der Glaubensgenosse, sondern jeder Mensch ohne llnterschied der Nationalität und Konfession und des Standes, auch der demoralisirtc Mensch ist noch unser flachster. Doch für reifere Schüler muß auch die Moliviruug aus dem Schriftrhum hinzu kommen. Beispielsweise: Tie Thorah lchtt, daß der Mensch im Ebenbilde Gotte» geschalten. Wie könnte dieselbe Lehre gestatten, daß wir einen llnterschied machen zwischen Menschen und Menschen, wir würden.ja in jedem, den wir nur im Geringsten zurücksetzen, das Ebenbild Gottes zurücksctzeu. GottcS Dannherzlgkeit umfaßt ja alle seine Geschöpfe, auch dem Sünder läßt er seine Gnade zu Tbekl werden, nnd erhört die jungen Raben, die nach Brod schreien. Wie könnte er, der uns gebietet, in seinen Wegen zn wandeln, wolle», daß wir gegew eins feiner Geschöpfe etwas unternehmen, was er. selbst diesem Geschöpfe nicht thun würdet . I Das Grundgcbot: Liebe deinen Nächsten wie Dich selbst, wird damit mon'virt, „Ihr ward selbst Fremdlinge im Lande Mizrajim." Daraus lernen wir, daß wir sogar Menschen» die uns wie die Egyptcr gegcnübcrstehcn, andern Volkes, andern Glaubens; sind, feindselige Unterdrücker, Würger unschuldiger l Kinder, genau so behandeln müssen, wie jeden andern Menschen. Hinweis auf Abraham im Haine f Mamrch, aus Moses bci den Hirten, Iosua bci den j Gibonitcn, auf das Wcihcgcbet Salomons beim ' \ Dcmvclbau. Wie R. Akiba lehrt: Liebe deinen E Nächsten: n'nr« iniz 772 rr. ist einer von den großen; j Kardiualsäycn der Thorah. Worauf Ben Assai [ entgegnet: c-.x -22 r»— Das ist das Luch! [ der Nachkommenschaft Adams. rrrra Vn: 772, ist ein größerer Kardinalsav: [ daß die Thorah, unsere Nächstenliebe auf alle Men» : 1 scheu, alle Nachkommen Ausgedehnt wisse» will. —; r Der Talmud lehrt: vrb cr> c^tyn new ’-rrn | ton D7’p p7n Tie ewige Seligkeit ist den Frommen aller Stationen verheißen. Bei der Lehre über das Pcßachfest soll die historische Bedeutung, seine Frühlingsbcdeutuug in - ausgiebiger Weife, dieEhomcMfctze in ihrer Strenge ' und Totalität, die Mazolhgcscpe nnd die Vorschriften über ihre Bereitung im Sinne des Schulchan Aruch, Vorschriften über Gcnußgegcnstände und Gcrätdschaften, insoweit cs das praktische Leben berührt,! j der Eres Pcsach mit seinen Geboten nnd Gebräuj chcn, das Fasten der Erstgeborenen, der Scderabcnd! und die Turchgeistigung seiner Symbole, gelehrt und z warm ans Herz gelegt werden. ' t Hiermit habe ich Ihnen über das Maß der - j Intcnsivirät und Extensivität dieses Unterrichts drei j Beispiele vorgesührt, zwei aus der jüdischen Ethik, , j eins aus den jüdischen Ritnalgesetzeu p227 nrs'Q -u. j.. Für den Kundigen wirb dieser Wink genüge». -! j Es bcgrcisr sich leicht, daß das Gesagte nur für die combinirte Oberklasse gilt, während sich der Unterrichtsstoff auf der Mittel- und Unterstufe auch. in seinem Umfange nach dem Alter und der Fassungsgabc dieser Elancn anvasscn muß. Hur Bcunheilung des Umfanges und der Behandlung des für jede der drei corndinirtcn Elsssrn