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Der Israelit · 1887-09-08 · Heft 70 (8.9.1887) · page 27

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 70 (8.9.1887)
Date
1887-09-08
Page
– (sequence 27)
Language
German
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129i angemessenen Lehrstoffes stelle ich drei wesentlich unterscheidende Merkmale auf: Der elementarischc, der erweiterte und der ausführliche, oder vollständige Religionsunterricht. Tie Unterklaffe hat nur elementarischen Unterricht. d. h. ein Mast von Wissen, welches durch leicht sastliche» Inhalt und anschauliche TarstellungSweise die nothwendigsteu Grundlagen schaffen will, und daher über die Grenze des Nothwendigsteu nicht diaausgche« darf. Tie Weisheit besteht hier im beschränken. Tic Religionsbegriffe und Lehren werden ohne alle Deffnitiou.au Beispielen aus der bibl. Geschichte oder aus dcrn Leben anschaulich gemacht, viele Begrifft anstatt aller Erklärungen nur mit einer für sich selbst sprechenden Belegstelle in 'iusammeuhang gebracht. So soll beispielsweise der Begriff: „Gott erhält die Welt," nicht erst dcsinirt, sondern an die Stelle: „Tu öffnest deine Hand und sättigst alles, was da lebt, mit Wohlgefallen," angclehut werden. Auf Bcrständnkst dieses Spruches ist indes zu halten. Gott und seine Eigenschaften, der Mensch, Lncnbarung, die Auszählung der heiligen Schriften, Messias, Unsterblichkeit, Zehn Gebote, Sunde und Büste, Pflichten 'gegen Gott. Gebet, Feier,- -Fest, .Fasttage, Pflichten gegen sich selbst, Pfiichtcn gegen andere, alles in engen Grenzen ist ein ausreichendes Pensum. Bei der Auswahl der Belegstelle ist auf solche Bedacht zu nehmen, welche die bezüglichen -Lehren ungesucht bestätigen. Ter Spruch: „Ter Staub kehrt zur Erde zurück, aber der Geist kehrt zu Gon zurück, der ihn gegeben," legt dem Linde den Glauben an die Unsterblichkeit nahe, ohuc dast viele Worte gemacht zu werden brauchen. Tie Bibelsteaen sind aber sest einzuprägeu. Im vollen Gegensätze znm elementarischen, steht der ausführliche Religionsunterricht, für die oberen Elaffeu. Ten Rahmen desselben habe ich bereits ausgestellt, doch ein Lehrplan must positive Normen schaffen, wenn sich ein Lehrer seiner Führung auvcrtrauc» soll. Tcr Gcsammtunterricht laßt mH nach einem mir vorliegenden Buche, den vier Jahrgängen entsprechend, in vier große Grnppeu dringen. 1. Die Anerkennung Gottes und seiner Thora. H. Tie Verehrung Gottes, ll!. Ter Wandel in den Wegen Gottes und IV. Tie Heiligung im Ticustc Gottes. 1. Auuerkenung Gottes und feiner ^-.h o r a. Tahin gehören die Lehren über das Talcin. die Eigenschaften Gottes, fein Bcrhältnist zur B?cit und zum Mritschtn. — Israel und die Thora. Israel als Träger der Thora. Die fiuaitische Offenbarung. Tie schriftliche und mündliche Thora. Die Offenbarung durch die Propheten. Israel und der Menschheit Zukunft. Die Vorschrift über Gehorsam, Ehrfurcht, Liebe, Verherrlichung GotteS, Gottvertrauen in ca. 20 — 25 Abschnitten. II. Die Verehrung Gottes. Durch Thoracrforschung,' Einrichtung und Gewöhnung der Jugend zur Befolgung der Thora. Durch Gebet mit all den auf daS Gebet sich beziehenden Lehren, Bedeutung und Inhalt des israelitischen Gebetbuches, öffentlicher (Gottesdienst, Thoraverlcsung. Turch Zeichen der Verehrung: Das Zeichen des Abrahamirischcn Bundes, — Zizis, Tefilin und Psostenausschrift. Durch die Feier der Gott geheiligten Zeiten: Sabbat, seine Bedeutting, Sabbatvcrchrung, Heiligung. Verbote über Wcrkthätigkeit, die verbotene Verrichtung im Einzelnen. Achnlich bei den Festtagen. Die Verehrung der Eltern ist auch eine Verehrung Gottes. Ich untcrlaffe die Aufzählung der an 15 — 20 dahin gehörigen Para- . graphcn. III. Der Wandel in den Wegen Gottes. Menschenliebe, Wahrhaftigkeit und Aufrichtigkeit, Unverletzlichkeit der Gesundheit, des Rufes, Eigentums eines Andern, Redlichkeit im Gewerbe, Wohlrvollen, Mitleid und B rmherzigkeit gegen jeden im Allgemeinen, gegen Arme und Leidende insbesondere, gegen Schutzlose und Wittwen, Waisen, Fremdlinge, Thierc, mit all den dahingehörigen Gesetzen in ca. 20 Abschnitten. IV. Die Heiligung in Gottes Wegen. Ein Lehrplan kann nur Ucberschristen anführen. Tic oben gegebenen Beispiele mögen auch hier zur Illustration dienen. Das ganze Material durfte entsprechend einen 4 jährigen Eursus in etwa 100 Abschnitte zu bringen und je 25 in einem Jahre durchzunchmen sein, indem allwöchentlich einmal AN Miuuicn-vafür cingcräumt werden. (Fortsetzung folgt.) Allerlei. VcrcinigteStaatcn. (New-Bork. Gründung eines israelitischen Seminars.) In Rcw-?)ork wird von den ortbodorcn Juden die Gründung einer israditifduxi Lehrerbildungsanstalt mit dem allergrößten Eifer betrieben. Dieselbe soll vornehmlich dem Zwecke dienen, der weiteren Ausbreitung der Nmgcstaltungsbestrebungcn im Iudenthum nachdrücklich und erfolgreich entgegen zu arbeiten. Tie Stadt tsa

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