Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 70 (8.9.1887)
- Date
- 1887-09-08
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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XXVIII. Jahrgaug. Erste Berlage zu Ar. 70 des Israelit. Leitender Artikel. Pas israelitische Henreindeleöen in Wumänien. Ursache und Wirkungen (d.) Don Dr. Eljut-c X l'orman. Als eigentliche Vornahmen bei Zustandekommen eines Gemcindevcrcins sind zu betrachte» in erster r'mie das Krankenhaus und dann die Schule. Hierbei stellt sich die Nothwendigkcit heraus, die rcn'allencn Gebäude einer gründlichen Ncnovirung zu uriterzrehen. jkranken Häuser, die diesen Namen mit jj. ^echt verdienen, gibt cs nur in wenigen Städten. I Nu tzen kleineren sind cs eine blostc Abart (*Ä>ef* diW, ein gemiethcter kleiner Raum, oder eine Ab-! :'>eilung des Kodes, ohne scstangestelltcu Arzt, ohne 1 Aerz'stcgung. Alle aber sind einzig für Arme vorf haufcc«. Jeder nur irgend Bemittelte laut sich in seinem eigenen Hause behandclu und halt cs j miter seiner Ehre „im Spital zn liegen.- Die Einrichtung des Zählens im Urankcnhause ist auch j in den christlichen unbekannt. Da überaus diesem;j| '‘irrnibc und mangels eines anderweitig fundirten regtlmäßigen Einkommens das Hospital ans die tnhallung seitens der „Gemeindeangewiesen ist, die „Gemeinde", auch wenn sic besteht, selber geringe b r::id unsichere Einnahmen har, so kann man sich denken, wie die Llrankenvflcge aussicht. i In Bukarest har sich des sehr kleinen.(lrankcnkinnes ein Privatvcrein („Earitas") annchrnen 1; muffen, der mit den wenig bedeutenden und, wie in Rumänien üblich, unrcgclmästig und widerwillig c:r:fficstcnden Bereinsbciträgcn, sowie mir einem 2i!intcrbatt, Theatervorstellungen und dergleichen i manipulirt. Trotz alledem must das Spital auch noch „Serien" machen (vgl. m. Äorr. in Nr. 101 — is$6; auch Heuer sind am l. ds. die Ferien | % die Ltrankcn eingetretcu!) In Bottuschan ist ji; des Hospital so lange unbenutzt dagcstandcn bis j: 1 der Stadtmagistrat 1885» das auf 8tt,<r«>ü Francs >s | d-wenhcte Gnmdstück für Franc's cxpropriirtc, .} nrn eine Kaserne an dessen Stelle zu setzen. Nach- | tägliches Prozessircu einiger Personen, denen es s redlich doch wehe that, hatte in zwei Instanzen f leinen Erfolg. Sie wurden zunächst mit der Be- . - Gründung znrückgewiescn, dost sie gegen die Erproi priatio» vor Aussprechcn derselben hätten Einspruch erheben müssen; sodann wurden sie abgewiesen, weil sie nicht „die berechtigten Vertreter der (damals nicht vorhanden gewesenen) Gemeinde" wären, welche doch — für den Staat überhaupt nicht vorhanden ist. Jassy, das nach seiner grosten israelitischen Bevölkerung und nach den mehreren Neichen geurlhcilt, cincjMustergcmeindc sein könnte, ist nicht anders, wie die kleineren Städten. In Jassy gibt cs-von Altershcr ein eigenes schönes, grosteS Hospuakgrundstück, aber von den Zeiten, wo cs leer steht abgesehen, hat es nichts ausznweisen, was einer solchen Institution sehr nöthig ist. Zwei Aerzte leisteten viele Jahre unentgeltlich Dienste, eiuer der Stadtapothcker lieferte die Medikamente zu halben Preisen, die andere Hälfte war die „Gemeinde" zu Zeilen nicht im Stande zu bezahlen. Die Franken - verpflegen sich oft von ihrer eigenen Kirche, und da sie alle sehr arm sind, so ist begreiflich womit: oft holen sie sich dadurch den Tod, den der Arzt zu beseitigen sucht. *) Soweit von den Krankenhäusern. - Was die Schulen anbctrisst, so gehören freilich auch diese zu den Vornahmen der „Gemeinde", cs sind indcst wiederum blos Vornahmen. Gelernt wird wenigstens das uothwcndigste Hebräi'ch in Rumänien überall. Es ist hauptsächlich das Eheder mit dem Mclamed oder der ziemlich unwissende , „Baiser" (iöhcdcrschuldicncr). der in Privatstunden den Unterricht in diesem Gegenstand vermittelt., Anstcrdcm gibt cs noch eine graste Anzahl Privatschulen, die Hebräisch, Deutsch, Numänisch und etwas Französisch re. leidlich bcibriugcn, dafür aber,: wie die eitleren, das Moralische wenig fördern, weil sic durch das Lehrgeld von den Elrcrn (richtiger: von den mindern) abhängig, über die Unarten der Kinder beide Augen zudrücken und damit die Leute grostziehen. die die Gemeinde ruinircn, bczw. deren Ruin ruhig Zusehen. „Gemcindeschulcu" gibt cs wohl auch noch •) I' V* soll das Hospital in Iaffy wieder rinmal Leffer' stchrn. '.'»ach rinrm m»r vorliegenden Bericht im .Monüorul i5's:cial' seitens der AnsprNeur» des Bularrstrr Lanirärsamlr» soll .dasselbe tv^tl rin Budget von VOOtN» Francs gehabt hoben. Tos Eedäude umfasse I2V Berten, dad Material sei jedoch nur für «ine geringere Anradl ttranke und auf da- Lochwendigstc beschränkt.- Z0aS ich übrigens oben gesagt, soll nur eine« Brgtin geben, was für Zustande manchmal ein». treten.