Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 70 (8.9.1887)
- Date
- 1887-09-08
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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1280 sporadisch »nb für kurze Zeiten, aber wie traurig ist es um sie bestellt! Was die „Gemeinde" positiv gibt, das ist das Lokal, wenn eS derenGigenthnm ist; aber der Unterhalt der Schule geschieht durch einen speciellen Verein mit dcuselben Mitteln, wie das Krankenhaus in Bukarest. Tie Lehrer (Hebräisch, Deutsch, Rumänisch) sind zum Thcil Gymnasialschüler, zum II)eil gewerbsmäßige, die aber nicht viel, vor Allem nichts von Methode wissen. Bei dem allgemein herrschenden Ghaos und der Unsicherheit in den Gemeiudevcrhältniffcn wird durch die Gcmcindeschulen die Zügellosigkeit der sich folgenden Generationen und zwar ebenfalls durch za h lende Schulkinder gefördert. Tenn dadurch halten sich manche Gltern für befugt über das Lehren und über das Bestrafen ihrer Kinder ihre Meinung in der Klasse oft handgreiflich abzngcbcn, eventuell für Auflösung der Schule (blos aus diesem Grunde!) zu iutriguircn. Bei den „Spaniolen" ist der Unterricht ganz nnentgelrlich; dies war, so viel ich weis; in Jassy z. B. bis 1S70 auch bei den Aschkenasim und dazu kau» noch Bekleidung und Lehrmaterial für arme minder. Mit den Gemeinden hat auch die Unentgeltlichkeit aufgchört, wenigstens für diejenigen, die nur irgendwie das Schulgeld ansbringen können; dazu gibt cs nicht zahlende Binder. Was da« Verderben des iungen Nachwuchses am meisten befördert, das ist die plötzliche Auflösung der Schule, oft nach mir wenigen Monaten oder einem Jahre des Bestehens, indem so viele Kinder auf einmal in den Müssiggaug geworfen werden: ferner durch da« Sichgchenlasicn und das Unsystematische der schlcchtbezahltcn, nicht seminaristischen Lehrer. Wie in jeder Sache, ist e« auch hier das Beispiel, welches die allgemeine Ausstellung am besten beweist. In ganz 'Rumänien funknouiren nur die Bukarcstcr, Plojeschtier *) und Brailaer„Gemeinde-" Schule ganz regelmäßig. Der Grund hierfür ist einfach, weil sie mehr oder weniger große Priv a t- *) In fcfr?ir. 7—ISS? habe ich Ihnen von der Muiierschutr lnrichrrt und u. A. gesagt, daß sie auch von 100 chrint ichrn ÄindtlU besucht würde. Tie Richtigkeit dieser Ron; kann ich angrndlicklich nichl sennellen. ich glaube jedoch, dag der In'otmaror, der mir die Äiiiheilungen jicscne. im Irnhum fein Kiüjit. Tenn persönlich ist mir bekannt. bau an der splojeschlier .ruca-Moiiic' t^emrindesckuIe die öinsübrung betzehr. daß den einrrerenden Schülern üatt den hebräiichea (. . . ..den'. . . .) oder deurschen ^'atnrn rumänische mir den bekannten t-ndungen von in der Regel „esi-a“. „eana“ gegeben »erben. rvs;u in Rumänien auch von erwachsenen Personen. außer einer Zeimngsannonce. keine veirercn amtlichen Iörurlickkriren gemacht «erden, tfs »ill mir nun scheinen, dag mein O^rvädramarm die rumänischen R amen sür chrinliche Inda der »ahm. Ich «iU mich noch andenveiriz erkundigen. ft ist ungen sind, welche Mjährlich durch dle schon erwähnte» Mittel der "Bälle u. s. w. komplctirt werden. (5 s könueu jedoch nicht alle angcmeldctcn Kinder Aufnahme finden. So gibt es nur hier und da die in dlumämcn übliche Art „Gemeinde-" Schulen*) für kurze Zeiten, was, wie gesagt, »ach verderblicher ist, als wenn sie gar nicht erst in's Lebe» gerufen würden. ZertuugSuachrichten und <5orrcfpoudeuzen. Deutschland. Dortmund, 4. Sept. Ter „Dortm. Zeitung* wurde von hier geschrieben: In der kürzlichen Antisemiten-Berfammlung hat der hochverehrte und berühmte Abgeordnete sür den Wahlkreis Marburg, Herr Tr. Böckel. das Wort geführt. Abgesehen von den vielen Phrasen und Mauschclwortcn, die man bei Rednern solchen Kalibers gewohnt ist, hat sich der verehrte Herr Tr. B. zu folgenden exzellente» Äußerungen verstiegen. Gr sagte: „Ich bin zwar im Reichstage durch die Glocke des Herrn Präsidenten znr Ordnung gerufen worden, aber cs ist ei» Glück, daß der Reichstag nicht die allein maßgebende Körperschaft ist, sondern daß das Volk es ist. und daß das Volk erfährt, wie cs im Reichstage zugcht.* Ja, verehrter Herr Böckel, glauben Sie denn wirklich, das Volk wüßte nicht, daß Ihnen Herr StaatSministcr von Stephau gesagt hat: „Wenn Sie nächstens hier wieder sprechen wollen, so rathe ich Ihnen, Ihre Sache erst recht gründlich zu studiren, denn daun werden Sie sich nicht blamiren* (cs war dieses die Besprechung über Telegraphen). Daranshin schwiegen Eie nicht, sondern verstiegen sich zu unparlamcutarischcn Allsdrücken und infolge dessen, nicht infolge Berjndung des Reichstage«, wurden sie energisch zur Ordnung gcrnscu. Gs beliebte ferner Herrn Bökel, jeder Partei des Reichstages eine kleine Schmeichelei zu sagen. So zum Beispiel führte er an: Tie nalionallibcrale Patter ist eine bloße Scptennatspartei. Sie hat ihre Stimme für das Seplennat abgegeben und nun hcißr es: Ter Mohr hat feine Schuldigkeit gcthan, der Mohr kann gehen. •) Rach einem mit bekannten Rechenschaftsbericht zweier solcher 2kmr.» - Lchule in Jassy hat eine derselben in einem Lrmeßer von der Gemeinde »*» ,jrc». Zuschuß erhalten, während die Eesammk an »gaben 1721 ,Zrc». betragen, davon die daldsähkl. Mrerbe 22S ^rr». und Vedrergehälter (monatlich» L2v Zrcs. Diese geringen Ausgaben spreche» nicht sür große beiüungen. Tie zweite schule hat einen Zuschuß von LS ZrcS. monatlich.