Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 70 (8.9.1887)
- Date
- 1887-09-08
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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^L^LLWL'L.i?-.7'-r^5L^ \y:'.-s.--'.^,/. ■riJ-ik 1278 den Bibelvers: ^Höre Israel, der Ewige, unser Gott, ist einig-einziger Gott!- Ter Sterbende schien eS zu hören. Seine Lippen bewegten sich; er schien diesen israelitischen Glaubens- und Bckenntnistsatz noch mitznlispcln und — hatte seine irdische Laufbahn vollendet l Ein edles Her; hatte z» schlagen aufgehört, ein herrlicher Geist war seiner segensreichen, irdische» Wirksamkeit entrückt worden, ein Leben voll des reinsten Strebcns war plövlich. mitten in der Vollkraft des Schaffells und Wirkens zu Ende gegangen. Ter Schmerz und die Wehklage waren allgemein m der ganzen Gemeinde, in der ganzen Stadt. Wer aber vermag die Zammcrscenen zu beschreiben, welche im Srerbchause sich abspieltcn, wo die einzige Tochter, dieses liebliche, noch halb im KindcSalter befindliche, nunmehr so plötzlich zur Vollwaise gewordene Menschenkind, sich neben der Leiche ihres Vaters niedrrgcworfen hatte und laut jammernd den ungeheuren Verlust beklagte, der sie erst in der geliebten Mutter und jetzt auch noch in dem geliebten Vater betroffen hat. Wir wollen diese Schmcrzcnsceucn, die allen Anwesenden reiche Thränenströme entlockten, nicht weiter auSmalen. Wozu auch V Das Leben bietet einem Jeden in seiner Nähe, leider! des RührnngsstoffeS so viel, daß es zum Ilcberfiuffe wäre, ihm solchen auch noch au« der Ferne herdeizutragen. Man mutzte Therese mit Gewalt von der Leiche reihen. Man wollte sie in ein anderes Haus bringen; ihre Tante, die Frau des Bruders ihres Varers, der in Al. wohnhaft war, und noch mehrere Frauen und Freundinnen waren gckonrmcn, sie mir nach Hause zu nehmen; sie weigerte sich aber entschieden. Sie wollte wenigstens noch so lange als möglich mit ihrem Vater unter einem und demselben Dache wohnen. Da sie von diesem Entschlüsse nicht adzubringen war, so schickte ihr die Tante ihre beiden Töchterchen. von welchen die eine neun und die andere fünf Jahre alt war. damit dieselben bei ihr schlafen und ihr auch des Tages über Gesellschaft k leisteten. Es wurde noch am selbigen Abende dem f Gerichte Anzeige von dem Todesfälle gemacht. f Dieses kam auch alsbald, um in obcrvoruiuudschaft- | sicher Fürsorge alle Pulte, Schränke und Kasten \ unter Siegel zu legen. Nachdem von dem anwe- | senden Gemeindevorsteher die uöthigcn Anordnungen [ hinsichtlich der Todtcnwache getroffen war, verliest | dieser, so wie die übrigen Anwesenden schmerzrr- \ füllten Herzens das TrauerhauS. I Drei Tage nach dem Hinscheiden des Dr. - Rüben fand die Beerdigung desselben statt. Das f Leichenbegängnist war eines der größten, welches I die Stadt M. je innerhalb ihrer Mauern gesehen l hat und gab Zeugnitz von dem Werthe des Mannes f und von dem Ansehen, das er im Leben genossen k hatte. Auster den fämmtlichcn Mitgliedern der isi raelitischen Gemeinde waren auch viele auswärtige j Gemeinden, ein Thcil der christlichen Geistlkchkeit, £ fs wie die fänimtlichen Honorasioren und ein Thcil 1 der christlichen Bürger der Stadt bei der Leichenbeglcitnug vertreten. Mehrere Rabbinen waren aus der Nähe und aus der Ferme herbcigeeilt, um ihrem > vortreftlichcn Eollegen die letzte Ehre zu erweisen. Mehrere Grabreden wurden gehalten, reiche Thränenströme stoffen, und Zeder kehrte mit dem betrübenden Bewnsttscin von der Grabstätte zurück, dast die israelitische Gemeinde in M. einen nicht leicht zu ersetzenden Verlust erlitten und die Stadt einen ihrer besten Bürger verloren hatte. (Fortsetzung folgt.) tf&~ Unittr heurigen 'jJumntti Htgt «ine t^xira Beilage, bctr. mTa& israel. Waisenhaus in Diez.' bei, auf welche wir unsre geehrten Leser gon; besonders aufmerksam zu machen unS erlauben. .Der JSrarlil* erscheint wöLenttich zweimal» MontagS und Donnerstags, jedesmal in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs für Deutschland und Oesterreich 12 Reichs.Mark, sür'S Ausland IS Reichs-Mark. Man adounirt ganzjährig. halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Durch bin Duchhanstrl zu beziehen dri <£. f. 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