Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 70 (8.9.1887)
- Date
- 1887-09-08
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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eitSJ&iäiLltimüiSisstiiaüssneeauaBaieuai 1275 dcn Bornbergehenden sich prahlerisch zu beklagen, daß er seinen Stock im Derrhc von 20 FecS. auf den .Nucken des Schmiedes entzwei geschlagen habe. — Im zweiten Iran, begegnete der Direktor in der Ocolu-Veänn-Straßc in Roman einen« israelitischen Händler; der Entere lenkte einen mit Waaren schwer dcladcnen Wagen, während Letzterer in seiner leichten (Equipage dahinrollte. Unter der Beschuldigung, da» der „Judeihm nicht schon von Weitern ausgcwkchcn (dies müssen bekanntlich die Israeliten in Persien und ähnlichen Gegenden, wenn sie eines MohamcdancrS ansichtig werden) sprang der noble Herr Schuldirektor von feinem Gefährt und hieb dcn Händler so lange auf den Kops, bis er ihn betäubt liegen liest. Solcher Fälle außerhalb der Schule kenne ich bis jetzt acht. Fragen Sie aber, wie es möglich, daß ein einzelner Mann dergleichen ungestraft thun könne, so ist die Antwort bald gegeben. So ein EostineScn hat gcrvöhnlich „Einsiuß" bei der Regierung, oder «vas gleich, bei ihren Parteimänncrn, namcutlich wird oft brüderlich gerhcilt und eine Hand wäscht ja die andere. Daher kon«mt cs. daß über solche Borkommrrisse, als Lappalien, ruhig hinwcggegangcn wird, und daß ein solcher Schuldirektor die ihm anvcrtrante Generation ungestört zur Rohheit und Wildheit erziehen kann. Was ich übrigens schon andere Male bei anderen Regierungsbcamtcn koitstatirt habe, Ihne ich auch beim Schuldirektor: I. Die „herrschende Ration" in Rumänien ist auch die allein „gebildete" und verdient allein die Rechte, die man ihr durch den Pariser Vertrag isr»c—1858, sowie durch den Berliner Vertrag 1878 gegeben hat. Die „Juden", die nicht herrschen und darum nicht gebildet sind, verdienen natürlich die ihnen mir denselben Verträgen in Aussicht gestellten bczw. bewilligten Rechte nicht. 2. „Geld" regiert die Welt — in Rumäniens „herrschender Ration." Die ^Dcutschprcusten antisemitischen Glaubcnsbekenntniyes haben seinerzeit ihre deutsche „lieber* setzung" des Schnlchan-Aruch erhalten und die gesälschre „Echtheit" dcnclben wurde sogar von einem preußischen „Gelehrten" (? in Düsseldorf) gerichtlich bestätigt. Wenn Sic aber glauben, daß Rumänien Himer dcn „anderen" Bildnngsländcrn zu bleiben und die neuesten vier Jahre alten abgcthanen Erzeugnisse bei sich nicht einzuführcu gedenkt, so sind Die im Jrntzurn. „Auch wir" müssen unseren gefälschten Schulchan-Aruch haben. Wie ich erfahre, bcsindcr sich derselbe in der „Ecntral-Trnckerci" in Bukarest unter der Preise. Ter Fälscher, wollte sagen der „2?crfaffer" wird nicht genannt, vielleicht wünscht er bescheiden anonym zu bleiben. Sollte hier nicht mein ehemaliger Glaubensgenosse Ahron Justus- Briman, der ja in Nuinäuien geboren, feine Hand im Spiele haben, so wird es vcrmuthlich eine lieber» fctzung feiner „Ucbcrsctznng", richtiger eine Fälschung seiner Fälschung sein. Denn christlich-rumänische Orientalisten haben wir nicht und unsere Antisemiten werden in heiliger Wuth und profanirendcr Unwissenheit einen „Schulkan-Arnk" zusammenstoppeln. Ter populären Zeitschrift Lumina pentru toti" (Licht für alle) Rr. 1 entnehme ich, daß ein etwa dreißigjähriger junger Mann, Julius Popper, dessen israelitische Ellern noch heute in Bukarest leben, in Argentinien, (Amerika) vorher in Mexiko als Ingenieur und Topograph zu hohen Ehren gelangt ist und von der argentinischen Republik zur Erforschung des ihr gehörigen Feucrlündes (Patagonien) als ExpedilionSchef ausgescndet wurde. Rach der Hauptstadt Buenos AyreS zurückgekchrt, erstattete er einen Bericht, aus welchem hcrvorgeht, daß er verschiedenen von ihm gemachten Entdeckungen Namen yon Personen seines rumänischen Geburtslandes dcigclcgt hat. So Alarmen Sylvia" (Schriftstellerin-Pseudonym der Königin von Rumänien, gcb. Prinzessin von Wied), „llrcchca", ,,Ro» fetti" 2c. Hierfür allerdings wurde er von der bukarester Geographischen Gesellschaft meuchlings zum corrcspondircndcn Mitglied ernannt. Die angeführte Zeitschrift aber fragt: „Warum fliehen solche junge Leute, wie Popper, Rumänien ¥" Tics frage auch ich ganz naiv miö vielleicht können mir die Leser des „Israelis die Frage beantworten. Ich glaube aber ganz zuletzt, der Grund wird der sein, daß «vcm« Popper in.Rumänien lebte, so^rvürde «nan ihn „bitten" sich nach Patagonien zu verfügen, aber — mit einem Paß, Der dcn Vermerk trägt: „gut nur für den Austritt aus Rumänien.- So wenigstens hat man cs dcrn Herrn Dr. Ga st er, sephardischcn Ober-Rabbiner in London gethan, so ist Herr Feder (aus Jassy) Professor an der juristischen Fakultät in Touai, Frankreich, Friedman n (Jany). Professor an der philologischen Fakultät in Pisa, Italien, dcr kürzlich verstorbene Isidoro Blumer (auS Torohoj), Generalsekretär in Handels- und Ackerbanministclium in Rom gc- «vordcn. So könnte ich noch Adlcrowa Morisson, Günsburg und andere «rumänische- Ramcn im AuSlande nennen.