Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1887-09-08 · Heft 70 (8.9.1887) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 70 (8.9.1887)
Date
1887-09-08
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2446951-2449697-2449767--27140-2517003
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

I I 1 4 4 ] ä n-n brr offenbarten Gottcslehre zu verstehen im L:m:dr seid, und dcßhalb verlasset -Meine Thora niLl. selbst wenn ihr nicht Alles begreift. Auch Universum, welches Ich durch die Thora erschaffen habe, entzieht sich ja vielfach eurem Skr* ffmihniK." Wir haben oben darauf hingcwiesen, daß in gewiner Beziehung der Ansspruch des Rabbi Akiba -cm des Akabja den Mahalalel analog ist. Akabja wähnt an die llnbcdenlenddeit des menschlichen Ur* st'rungs — Rabbi Akiba führt uns die Erhaben* l'::i desselben vor Augen; Akabja erinnert au den Cn, wo der menschliche Körper nach dem Tode geborgen wird — Rabbi Akiba ruft uns zu. dag die minder zu ihrem Baker im Himmel zurückkehren; Akabja weift uns daraus hin, daß wir einst Siechen* schüft ablegen müssen vor dem Throne des allgercchtcn, nnbestechlichcn Richters — Rabbi Akiba aber beglückt uns mit dem Gedanken, daft unS «'ioit Lein köstlichesKlemod, die Thora, verliehen hat, -re uns Leiterin ist im Leben, die uns Schätzerin ift im «'Wabe und die einst an GolteS Thron uns Fürwrechcrin sein wird, auf daß wir Gnade sinden vor Seinem heiligen Antlitze.*) — jcituug&tadjridjtctt und Corrcspondcnzcn. Deutschland. Tchnaittach (Bauern). Es befindet sich dahier ei» uralter, nicht mehr benützter jüdischer Friedhof. Die alten Grabsteine waren und sind größtenrbnls nmgcfallen, tief in den Boden versunken; die über (>oo Meter lauge Umfassungsmauer ist ebensaUs zum Theile verfalle«. Es war zu beklagen, wie die Denkmäler dieser altchrwürdigcn Ruhestätte von Jahr zu Jahr dem weiteren Verfalle eniqegengingen. Die jetzt kleine und ehemals so l'cdcutendc Gemeinde, an deren Spitze große Männer gestanden haben, wie dtcx 'i nttp rra “irn Tzzrxbm, der Verfasser des 27-.-^ -.2X2 smzs jnr urrd c~~rN rrro und 'ovi rrerzs lybbyn tjo?“* <dic beiden Letzten haben hier ihre Ruhestätte) ist nicht im Stande, die ziemlich beträchtlichen kosten, welche die Reftaurirung erfordert, LLüubrmgen. Da wandte sich Herr Eultusvorstand "ichrenstädter dahier, der Allem, was feine Religion, feine Stanmiesgenossen und feine Gemeinde berührt, opferbereit ein reges Interesse ent- . _mf Dir fdiJicjtn für jetzt unt'rrr Jifcfccnblangrn üfctr dir erruot btr Bärrr, um fit umrr göttlichem •Jeifsar.bt im kom- =»iita Frühjahre fortjujcfcm. gegenbringt, mit einem warm empfundenen Aufrufe zunächst an Diejenigen, deren Dorfahren in Schnait* tach die letzte Ruhestätte gefunden, mit der Bitte, das fromme Urrternehmen zu unterstützen. Hierauf flössen, besonders aus Amerika, namhafte Beiträge und wird mit denselben, nicht allein seit bereits 10 Wochen die SSlauti rcstaurirt, sondern es sind viele umgefallcne und gesunkene alte Grabsteine mittelst Winden gehoben und ausgerichtet worden. Man fand bis jetzt Steine, welche ein Alter von 5—400 Jahren aufweifcn. An einem Theile der Mauer, welche elngefmifcn war, ist eine Anzahl trznp begraben, das sind Ernrordete. Lb solche unter diesen sind, welche c-71 gewesen, den Märtyrertod erlitten, oder ob alle einfach durch MörderShaud gefallen, konnten wir bis jetzt noch nicht enträtseln, (fin Stein in der Mauer kam zum Vorschein, dessen Inschrift mit den Worten beginnt: „2E3 um sic haben meinen Leib erschlagen,* was vielleicht auf einen Märtyrer* tod hindeutet. ES wäre sehr zu wünschen, daß nachdem die ältesten Steine, welche von mächtiger Dicke sind, wieder errichtet und die Inschrift aufgefrischt worden, ein Kundiger sie lese; wahrscheinlich liefern sie dem Forscher in der Geschichte der Juden, manches wichtige, jedenfalls interessante Material. Leider reichen die eiugegaugeneu Beiträge zur Vollendung des Werkes nicht aus, und unsre Hoffnung und Bitte geht dahin, daß auch Fernstehende, welche Iutcrcffe für die Wiederinstandsetzung der alten Denkmäler einer alten jüdischen Gemeinde haben, mit der gütigen Einsendung eines Beitrages au Herrn Enltnsvorsieher Lichtenstädtcr dahier, das von demselben unternommene verdienstvolle Werk fördern möchten. Colbcrgcrmnndc, 5. Sept. Auf Anregung des Herrn Rabbiner I>r. C£ear Lipschütz aus Berlin wurde hier im alten GesellschastShause von L. Frenkl für die in Polen durch Fcuersbrunft Heimgesuchten eine Eollecte eröffnet, die iucl. der von Frau Königsberger aus Berlin zu gleichem Zwecke gesammelten 10 M. die Summe von 53 M. 40 Pf. ergab. Diese Summe wurde von Herrn Rabbiner alsdann an den Lberrabbiner zu Kowno Rabbi Izchak Elchanan Spector gesandt. Möge diese winzige Anregung im größeren Maaße unter unseren Glaubensgenossen Nachahmung finden, dauiit von allen Seiten den in Unglück Schmachtenden baldigste Hülfe gebracht werde.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.