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Der Israelit · 1887-09-05 · Heft 69 (5.9.1887) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 69 (5.9.1887)
Date
1887-09-05
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1259 merz in unserer Nähe lebend, mußten sie sich plagen, um daS Dringendste herbciznschaffcn. Ihre gegen- ,'ciligc Liebe und innigste Zuversicht ans den Allgütigen half ihnen über Alles hinweg. Tic rührcndsrcn Züge sind hiervon zu berichten. Lft hatten sic die Woche über kein Stückchen Fleisch im Hause. Wenn sie dann einmal eine gute Mahlzeit vorbereitet hatten, so pflegte die Gute zu seufzen: „Ach, bauen wir doch einen armen Mann zu Tisch.'" Und wenn sic dann keinen fremden Wanderer finden konnten, so holten sic einen LrtSarmcn, ob Wurden oder Nichjudcn, herbei, damit er an ihrem Aadlc thciluchme. Hatte der brave Man» einen Lack Frucht als Makler verdient, und cs wurde dann Brod gebacken, — so wurde immer als das l<>. Laib das schönste, bcstgcbackcne hcrausgcsucht für die Armen, und da mußte man das Nachas ruach dieser guten Menschen sehen, wenn sic so liclfcn und fördern konnten. Gott hat ihnen den schönsten Lohn schon hier auf Erden als die rrrs r,r.r er*- Vr» ctsr verliehen, daß ihre 2 Löhne zu tüchtigen, gottcssürchtigcn Männern \x-n n r rr: tzeraurvuchscn, die» der eine als Kaufmann liier, der andere als o-.-o -s*.d in Fulda, jeder in seinem Thcile sich ri'.cpri *rcrr ~drr. in erfolgreichster Weise zum Lebenszweck erkoren, daß dcr Legen in'S Hans cinzog, und daß die Ellern, wie sic **-2 'n rnei ctc gewesen, auf das nrc 'r*e *cyb an sich bewährt sahen. Wie wunderbar die Verblichene in ihrer ttncigcnnntzigkcit und Lclbstaufovscnmg Gemiluth Ehescd üble, dafür iioch einen Beleg. Lie halte ihre Lticfmurrer und Stiefschwester beide kränklich bei sich im Hause, die sic. ungeachtet ihrer ärmlichen Verhältnisse, auf's Beste verpflegte. Nun nahm ne aber auch noch ihre 96jährige Schwiegermutter zu sich in's Haus und hegte und pflegte die alte, oft launenhafte Frau, noch c. 7 Jahre, mir beispielloser Selbstlosigkeit. In diesen 6—7 Jahren stand die Edle jede Nacht um 1—2 Uhr auf, um dcr alten Schwiegermutter^ inen warmen Trank zu bereiten und zu bringen. Auch hierin erlebte sie me me. Ihrer Schwiegertochter, Frau H. Grüncbaum, loar e vergönnt , dcr thcurcn Entschlafenen alles Liebe und Gült zü erweisen. So hat sic cs immerfort mit treuem Herzen gcthan und insbesondere noch während des Krankenlagers gleichsam übcrbotcn, wehr gerhan, als selbst ein Kind zu ihn» vermöchte. An ihrer Bahre svrach dcr Herr Provinzial- Raddincr Tr. Äorcf aus Hanau, indem er anIirmij. 13, 17 anknupfte: .npvi *pp *nw poin yan iip rorj »3 und die Worte dcS Midrasch citirte ‘tc, r"o 'p 'w 'irjo jryo by erat tot i&rt rtipci ‘1 'sorrp. Dcr gefeierte Redner, selbst tief ergriffen, rührte aller Hörer Herz, indem er diese Midraschworte auf den Hingang der Frommen an sich, dann auf den Verlust, dcr die Kinder und endlich auf den, der die Gemeinde betroffen habe, in geistreicher Weife deutete. Er wies namcuilich auf die Gcsinnungstrcuc hin, mit welcher sie an den Prinzipien dcS jüdischen LcbcnS fcstgehaltcn- 'habe, Gott und den Menschen gegenüber. Dcr Redner entwarf ein so ansprechendes Gcntälde ihres Lebens und Wirkens und hob die Züge ihres Wesens so klar und ergreifend hervor, daß seine Worte mächtigen Widerhall in den Herzen aller.Anwesenden fanden. 2m Trancrhause sprach dann zwischen dem Minchoh- und Mariw-Gcbct dcr Prov. Rabb. Tr. Eadn aus Fulda, indem er den Midrasch zu Grunde legte 's c-rpr '2 er rj*i rro o".T3 rs 'err nrao *',?> zbzs? 'm ceenr um daran das ren r.-.re: der Verblichenen zu schildern, das sie Jedem in Freud' und Leid' so reichlich entfaltete, insbesondere ihr ctc.“ cp rtpepnn, ihre Thatkraft in Verbindung mit ihrer großen Anspruchslosigkeit, ihre Kinderer- Ziehung, ihre häusliche Wirksamkeit n. s. w. Gebe Gott, daß ihr Musterbild lebhafte Nacheiferung allseitig finden möge. o"k n"3*sYr. Italien. Rom, 25. August. Ter so plötzlich in Europa bekannt und populär gewordene Leibarzt des Sultans von Zanzibar. Tr. Gregory d'Arbcla, hat seine Kunst- und Raritäten - Sammlung dem „Collegio Romano* hier zum Geschenke gemacht. Das Unterrichtsministerium hat dem edlen Spender fein Tank abgcstattct. Mittel-Asien. Merw, 12. August. Vier mittelasiatische Jude» und zwar drei aus Bokhara und einer aus Khiwa, haben soeben mit dcr TranskaSpibahn unsere Stadt passirt, um sich, wie sie hier angcbcn, zur großen Messe nach Rischni-Rowgorod zu begeben. Es ist jetzt gewiß das erste Mal, daß Juden aus Bokhara und Khiwa diese weltberühmte Messe besuchen. *) *) (5$ würde uni aufrichtig freuen, wenn einer unserer rfttunfct in Rußland, der mir Nifchni Nowgorod in Z-rrbindung sieht, oder gar die donigr Messe desuchi. einige Äachrichrr» über diesr jüdischen Gäsir aus Minelasien sammeln und sie uni freundlich;! üdrrmiuetu wollte. Anmers. d. Red.

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