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Der Israelit · 1887-09-01 · Heft 68 (1.9.1887) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 68 (1.9.1887)
Date
1887-09-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1239 Rückfahrt benöthigtcn, während man doch heute von Akaba (den allen Ezjon Kader) am Rothen Meere mit einem Segelschiffe (von Dampfschiffen sprechen wir nicht) binnen sechs Wochen an die Küste von Malabar, welche man allgemein für das Ophir der Bibel hält, gelangen kann. Es ist wohl wahr, daß die Phönkckcr und die alten Israeliten in Ermanglung eines EompaffeS, von Seekarten und anderer nautischer Hilfsmittel, sich nie oder nur äußerst selten in da» offene Meer hinaus wagten, sondern immer nur längst der Küste hinscgcltcn. Aber auch auf diese Weise hätten sie bequem binnen sechs Monaten die Hin- und Rückreise von Indien zurücklcgcu können. Auch hcis;t cs bald, daß Salomo seine Schiffe nach Ophir geschickt habe, und bald wieder, daß dieselben nach Tarschisch gesegelt wären. Lvhir und Tarschisch muffen daher zwei gan; verschiedene Länder gewesen sein. Auch iß cs sehr auffällig, daß Salomo seine Schiffe von Ezson Kader, also vom Rothen Meere aus nach Tarschisch schickte, während cs vom Propheten Jonas heißt, er sei nach Jaffa gegangen, um von dort aus, also vom Mittclmccre aus, nach Tarschisch zu gelangen. Tarschisch und Ophir können nicht identisch gewesen sein, denn sonst bliebe cs unbcgrcislich, wie so der Prophet Jonas vom Mittelmeerc aus nach Indien gelangen wollte, zu welcher Fahrt man damals wenigstens vier bis fünf Jahre benöthigte, während er doch vom Rothen Meere ans schon binnen acht Wochen sein Reiseziel hätten erreichen können. Es ist nun leicht möglich, daß die Phönicicr und die alten Israeliten vor ihren Nachbarn zwar imnicr nur sagten, daß sie nach Indien (Ophir) gehen, während sic dann in der Stille von dort aus längs der indischen, chinesischen*) sibirischen und amerikanischen Äiijtc nach dem goldrcichcn Mexico und Peru zu gelangen suchten. Zu einer solchen Hin- und Rückfahrt benöthigtcn sie schon volle drei Jahre. Wahrscheinlich haben nun die Phönicicr Amerika Tarschisch genannt und jene Historiker dürften nicht ganz unrecht haben, welche das crre rr dcr heiligen Schrift, mit: „peruanisches Kold" übersetzen. Als nun später die Israeliten die Fahrten nach Ophir und Tarschisch wieder' aüfgabcn und sie den Phöniziern überließen, so traten diese die Reise dorthin nicht mehr von Ezjon Kader aus, das nicht ihnen gehörte, sondern direct von ihren *) Ja den <?«stflrn fcrr Pharaonen wurden auch Fläschr Qtn mit chinesischen Lusichriflen gefunden. Lcr sollir nun irn dohrv LNrrrdurne diese Fläschchen aut tshina nach ^guprrn gebrechr haben. Venn nicht dir Phömrier, die ruit der ganzen Welt Handel triebe». Häfen aus, die am Mittelmeerc lagen. Der Prophet Jonas entschloß sich daher, von Jaffa ans, nach Tarschisch zu gehe». Ans der Fahrt dom Mittclmcere aus nach Südamerika legten dann die Phönicicr auch an den Häfen der großen Insel Atlantis an, die aber später durch irgend ein Raturcrcigniß wieder in die Fluthen »ntcrgetaucht ist. Bevor ich nun schließe, will ich noch bemerken, daß. wenn eS im Buche der Ehronikcn (II. E. IX. V. 3.) heißt, daß Salomo in einem Jahre «66 Eerrtner Kold erhielt, so darf man nicht meiuen, daß dieses Jahr für Jahr der Fall war, sondern sich eben nur in dem Jahre, in dcni die Königin von Saba dem Könige ihren Besuch abstattcte, ereignete. Letztere schenkte bekanntlich Salomo 120 Ecntncr Kold und in diesem Jahre mögen auch die Schiffe ans Ophir mit -100 bis 500 Eentner Kold hcimgckchrt sein, was zusammen rammt den Steuern und sonstigen Abgaben 666 Eentner auSnrachte. Wir haben so Salomo nicht nur als großen König, sondern auch als großen Finanzn«ann und Bolkswirth, als großen Geschäftsmann, als kühnen Schiffer, als tüchtigen Geographen n. s. w. gezeigt und auch bewiesen, daß cs nicht mit Unrecht von ihm heißt: 7,22 nrr vb y:rw Nach Dir wird Deinesgleichen nie mehr kommen. Egypten. Alexandrien, im August. Unsere Gemeinde beklagt jcm den Tod zweier ihrer besten und geachtctstcn Mitglieder: AbrahamRodriquez und Jacob Tilchc, die in einem Zcitranure von nur wenigen Tagen ans diesem Leben abberufcn wurden. E°rstcrer war ein Sohn Syriens, da er in Beirut das Licht der Welt erblickte. Er verließ jedoch noch im Jünglingsalter seine Vaterstadt und übcrüedelte hierher, wo er sich dann einen Namen und auch ein bedeutendes Vermögen machte. Er thcrlre von seiner Hobe reichlich seinen armen Brüdern mit und führte auch sonst ein streng religiöses Leben. An seiner Bahre wurden zwei Reden gehalten, eine von unserem verehrten Oberrabbiner Rabbi Morse Pardo in hebräischer und die andere Don Herrn Jsak Ventura in italienischer Sprache. Der zweite Verstorbene war ein Sohn unserer Stadt und so ward ihm das Glück beschicken, daß in der Stadt, wo seine Wiege stand, auch sein Grab gegraben wurde. Seit zwei Jahren durch ein unheilbares Leiden an das Skechbett gefesselt, ertrug er seine Schmerzen mit Liebe und Geduld und schied er saust und gottergeben aus dieser Welt. Sein Leichenbegängniß war ein seiner würdiges, da sich an demselben nicht nur sämmtliche Mitglied unse.

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