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Der Israelit · 1887-09-01 · Heft 68 (1.9.1887) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 68 (1.9.1887)
Date
1887-09-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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1238 National-Industrie sind geschaffen worden. Jeder ernste Mensch begreift, wie wichtig, die in dieser Beziehung vollbrachte Arbeit in; wir müsien jedochzngleich auch anerkennen, daß dieses Werk noch entfernt iß. vollkommen zu sein, und daß wir noch Vieles dabei zu machen haben. Tenn in der Thal kommt nns die Eancurrenz der Fremden nicht nur von Außen; ans verschiedenen Umständen haben wir im Lande ein wichtiges fremdes Element, mächtig in der Zahl und durch die Intelligent, denen Eoncnrrcnz am gefährlichsten ist. Angesichts dieses Elements sind wir noch entwaffnet. Wir habe» zwar in unseren Gesetzen einige schützende Tispositioncn, so z. B. den Artikil 8 dcS Lice'.izengcsctzes, welches den Fremden die Ausübung des Schankgewcrbes in dcu Dörfern untersagt; wir haben eine Verfügung des Landpolizci-Gcscves, welche die Nirdcrlammg der Fremden in den Landgemeinden an Bedingungen knüpft; wir haben das absolute Verbot, für Fremde Landeigenthuni erwerben zu können. Aber abgesehen davon, daß einige dieser Verfügungen nicht rigoros genug angewcndct werden, sind dieselben auch ungenügend. Tic Fremden finden noch Mittel, die Törscr zu überschwemmen und sogar noch in Landeigenlhnm zu gelangen. Insbesondere jenseits des Äilcov (Grenzfluß zwischen Moldau und Walachei) maniscstirt fich das Nebel in seiner ganzen Größe. Als Schaukwirthc in den Dörfern ansäsfig, habe» die Frenidcn cs verstanden, Alles z» utngarucn und die einheimische Bevölkc, rung unter ihre Botmäßigkeit zu bringen. In vielen Gemeinden sind die Lauern, die nach der Eoustitution blos die Nutznießung des Bodens hatten, gänzlich ihres Besitzes cntänßcrt worden, denn ihre Parzelle» sind von den Fremden im Tausche der Schankschulden ausgcbcutct worden, und außerdem iß eine große Anzahl der schönsten Landgüter ans verschiedene Art in die Hände der Fremden gelangt. Heute können wir nicht einmal sagen, daß der Feind vor den Thoren der Festung steht; nein, er irr in dieselbe cingcdrungcn und ha: sich unter uns niedergelassen. Können wir cs zulasicn, daß diese Situation fortdauern soll? Tie Antwort kann nicht zweifelhaft sein; denn dem Fremden die Snperiorilät anS allen Gesichtspunkten über den Einheimischen Jeden und dadurch Erstcrem freie Hand lallen, heißt Letzteren vernichten. Wir müsien daher so rasch als möglich der internen Eoncnrrcnz Einhalt thun, sowie wir die von außen geregelt haben. Um jeden Preis müllcn wir den Fremden aus den Dörfern beseitigen. Und niemals waren die Bedingungen dazu günstiger als heute. Was uns so lauge Zeit die Hand gebunden hat — kann nvS jetzt nicht mehr, hindern; denn einerseits haben wir Europa sichere Beweise geliefert, daß wir ein hinlänglich civilisirtes Volk sind, und andererseits haben verschiedene Länder des Continents selbst zu empfinde» angefangeu, daß die Fremden eine Gefahr für den nationalen Fortschritt sind. Teurichland hat 10.000 Fremde ausgetricbcn; ebenso Rußland und selbst Frankreich, das großnuuhige und gastfreundliche Frankreich hat begonnen, besorgt zu werden. Wie könnte Europa nun unsere gerechtfertigte Bcsorgniß übel deuten? ES kömite dies umsoweniger rhu», als die Gefahr bei uns größer als anderwärts ist. Nichts hindert uns also, diese schreckliche Plage auszumcrzcn.- In einem Organ der rumänischen Regierung wird also glattweg die Austreibung der Frcnrden gepredigt. Darunter sind in erster Reihe d c Juden gemeint, aber der betrunkene fanarisirte Lauer wird nicht viel Ulltcrsibicde machen zwischen dem jüdischen und dem sonstigen ausländischen Unternehmer, der ebenso rechtlos ist und das Land ebenso „anzbcuid*. Das sind recht angenehme Aussichten für die Kapitalisten, welche den Lockungen der rumänischen Regierung folgen und sich auf rumänischen Boden uicderlasscn wollen. Syrien. Palmyra. (Schluß.) Ter Egoismus war schon im hohen Altcrthumc bekannt, so wie er er noch heute ist. und ist er ein Erbtheil der Semite», Ehamiren und Arier zugleich und findet er sich in der Hütte des arme» Krämers, wie in den Palästen der Großen. Papst Sixtus V. ließ Ferdinand und Isabellen den Katholischen, welche, nachdem sie I4'.»3 alle Juden aus Spanien vertrieben hatten, das Oberhaupt der .Kirche auffordertcn, nun das gleiche zu lhrm mir den im Kirchenstaate wohnenden Juden, die Antwort znkommcn, daß er nicht nur Oberhaupt der Kirche, sondern auch ein weltlicher Monarch sei und daher auf die 200,000 Tucalcn, die ihm die Juden in seinen Staaten zahlen, nicht verzichten könne. (ES liegt uns gänzlich ferne, Sixtus V. ob dieses humanen Egoismus irgend einen Vorwurf zu machen, wir wollen uur daran erinnern, daß auch der Egoismus manchmal sein Gutes hat.) Aristoteles spricht von einer großen Insel im Westen, die Atlantis hieß und die nun, wie die Phönicier berichteten, plötzlich verschwunden sein soll. Uebcrdics muß cs doch jedem Kenner der Bibel schon einige Male ausgefallen sein, wie so es denn kam, daß die von Salomo nach Lphir (Indien) geschickten Schine volle drei Jahre zur Hm- und

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