Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 68 (1.9.1887)
- Date
- 1887-09-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2446951-2449697-2449765--27102-2516963- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
1237 mii;h so »nflfntdn ansprechend wirkt», in die jüdischen Familien gesunden haben. — Ta? poriicncubc PraÄtwcrk eignet sich namentlich zn Hochzcitsgenlicrfcn; es wird jedem Prunk',immer zu einer Zierde gereichen, lvie sic schöner und sinniger kaum gedacht werden kann. Zeitungsnachrichten und (Korrespondenzen. Deutschland. Berlin, 26. August. Das Koschcr-Lchächrcn unterlag heule der Perunheilnug der Stras-Bcrusmrgs-Kauimcr Via. am kgl. Landgericht I. Angc-!!agt waren wegen Thrcrqnälcrci der Schächter der hiesigen jüdischen Gemeinde Glaßbcrg, die Schlächter Paul und Alben Wegncr, Alben Hcdick, Earl Blüthncr und die Wittwc Knlisch- Tie fünf!fs:rn Angeklagten brachten dem Glaßbcrg häufig Hübner zu rchlachtcu. Glaßbcrg machte den sogen. >!oschcrschnitr, d. h. er schnitt den Hühnern die balde Gurgel durch und übergab sie alsdann de« ander» Angeklagten, die den Hühnern, noch eher sich dieselben verblute: hatten, sofort die Federn ausrupsrcn. Au diesem Verfahren nahmen eine Anzahl l'cute Acrgcruis; und machicn dann der L'cl-ördc Anzeige. Unter den Anzeigenden befand sich auch ein Hausmann Löwinbcrg (jüdischer Religion). Da? Schöffengericht vcrnrtheiltc sämmtlichc Ängcllagtc zu je 50 Ä. Geldstrafe. Die Angeklagten legten gegen diese? Unheil Berufung ein, weshalb sich heute der Eingang? bczcichncte Gerichtshof mit der Ängclcgcudeir zu beschäftigen hatte. Die Zeugen bekundete:: im heutigen Termine: Tie Hühner haben nicht nur während de? Rupfen?, sondern sogar noch nach Beendigung dieser Prozedur stark gezuckt. Tic Angeklagten bchanptclen dagegen, daß die Hübner jedenfalls kein Bewußtsein mehr hatten, im klebrigen sei die Art de? Schächter? durch den den jüdischen Ritus vorgeschriebe». *j Der Gerichtshof lehnte den hierfür angcbotcncu Sachvcrständigcn-Bcwci? ad, da cs weder auf die Vorschrift de? Rim? noch darauf ankommc, ob die Hühner noch bei Bewußtsein gewesen sind. Eine Thierquälcrei sei vorhanden, wenn da? Publikum an der Manipulation Acrgcrnitz nehme. Tic? sei hier der Fall. Die Berufung sei deshalb verworfen. Tic Strafe ist jedoch für jeden der Angeklagten, mir Rückücht eus deren bisherige Unbescholtenheit, aus 20 Mark ermäßigt worden. *) 3iu». b. Irs in aber rrichr durch den;ür>. Rrtrrs rsrgkfchnedev, die Hühner;n rupfen, jo taug sie noch zuilk».-.. W. Berlin. Die wttt über Deutschland gekannte Firma Meyer und Lewy in Breslau und Berlin, welche sich aus dem Gebiete für Uniformen, Militär-Effecten, wie Eivilgardcroben, einen Weltruf errungen hat. beging am Montag da? Fest ihres 23. jährigen Bestehens. Der Firma, welche etwa 300 Schneidermeister beschäftigt (Berlin Taubcustraßc!0.) gingen an ihrem Ehrentage Glückwünsche in reicher Fülle von nah und fern zn. Tie Angestellten und Arbeiter, wie die für die Firma thätigen Meister überreichten kostbare Angebinde und Adressen. Ein Festmahl, gewürzt durch Wort und Sang, Tanz und Feuerwerk vereinigte Arbeitgeber und Arbeitnehmer (etwa 350 Personen) bi? in die früheste Morgenstunde, im Kaiserpart zn Breslau, und wird allen Thcilnchmcrn der Tag dieses Festes ein unvergeßlicher bleiben. Rumänien. Bukareft. Rumänien hat ein Gesetz geschaffen, durch welche? fremde Urttcruchmer verlockt werden sollen, Etabtiffement? auf rumänischem Boden zu errichten. Alle Begünstigen, welche die rumänische Regierung verspricht, sind werthlos, weil die rumänische Bersailnug den Fremden vollständig rechtlos macht und der an?läudische Unternehmer stets der Willkür der Einheimischen preisgegeben sei» wird. Eine recht drastische Illustration dieser Gefahren finden wir in einem Artikel des Tclcgrafnl, dcr.wohlgcmcrkt, ein offiziöse? Organ der rumänischen Regierung ist. Die Auslassungen de? rumänischen Regierungsblatt sind zn lehrreich, als daß wir cS unterlassen könnten, dieselben zu prodnzircn. Der Dclegraful vom 23. August schreibt: „Zufolge einer natürlichen Entwicklung der Dinge hat sich seit einigen Jahren ein mächtiger Zug zu Gunsten dcS Lchuvcs der nationalen Arbeit im Lande geltend gemacht. Während früher die ökonomischen Jntcrclien de? Lande? in zweite Linie gestellt wären, behaupten dieselben heute den ersten Platz in der Beschäftignirg Aller. So sind wir dahin gelangt, mit der unglücklichen Zollpolitik zu brechen, die uns mit gebundenen Härmen vor die Füße der Fremden hingcworscn hat, und ernstlich au die Entwicklung und .Bcnherdrgnng der nationalen Arbeit zu denken. So sind wir dahin gekommen, un? nicht mehr al? crclusiv ackerbautreibende? Land zu begnügen und au? allen nuferen .Kräften die Ercirung einer Industrie anznstreben. Tie liberale Partei und ihre Regierung wußten sich mit diesem Zuge zu identincircn und ihm Rechnung zu tragen. Die verderblichen Eonventionen sind gebrochen oder rcvidirt und günstige Bedingungen zur Begründung einer