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Der Israelit · 1887-09-01 · Heft 68 (1.9.1887) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 68 (1.9.1887)
Date
1887-09-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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123« kein heiliges Volk, aber immer bleiben sie die Löhne Lottes, und trotz ihrer Verderbtheit werden sic als solche anerkannt. Co spricht auch der Prophet IcsaiaS im Austrage Gottes ((>. 1. B. 2): „Löhne habe ich grosigezogcn und emporgchoben, und sie frevelten gegen mich.- Und ferner (daselbst V. 4): „Wehe, eine sündige Ration, ein mit Frevel belastetes Volk, Rachkomnicn von Ucbclthätern, ausgeartete Kinder!- Trotzdem Gort den sündigen Israeliten zürnt, nennt er sic doch Leine -linder. Daraus, geht hervor, daß die Israeliten fters die .Kinder Gottes bleiben, und das; Gon sie nie mir einer andern Ration vertauschen wird. Und geradeso wie Gott stets unser Vater bleiben wird, so tonnen auch wir uns nicht frei machen von unsren kindlichen Pflichten. Wenn die Israeliten auf ihre Bevorzugung verzichten wollten, wenn sie nicht mehr sein wollten das anscrwähltc Volk, gänzlich abfchüttcln wollten daS himmlische Joch, sich vermischen wollten mit den andern Völkern, um in ihnen anfzugchen, so würde ihnen das unmöglich gemacht werden, wie es Gon durch Leinen Propheten Jechcskcl ((5. 20. V. 32 u. 33) verhetzen hat: „Und was da ansstcigt in eurem Geiste, cs wird nicht geschehen, daß ihr nämlich sagt: wir wollen sein wie die Völker, wie die Geschlechter der Länder, zu diene» Holz und Stein. Lo wahr Ich lebe, spricht der Ewige, Gott, mit starker Hand, mit ausgcstrccktem Arme und mit ansgcschüucrem Grimme werde Ich über euch herrschen.- Gott will sich nicht von uns, und wir können nnS von Ihm nicht lossagen. Wie der Vater sein -Und liebt, auch wenn er cs strafen muß. so hört Gort nicht ans, unser liebevoller Vater zu sein, selbst wenn wir durch unsre Thaten und unsren Wandel seinen Zorn uns.zuge.zogen haben, und das ist die noch größere Bevorzugung, daß wir wissen, daß wir die -linder Gottes genannt werden. Dadurch werden wir geschützt sein vor Vcr.zwcnelnng. und selbst im schwersten Unglücke wird der Jude Krmnungsvoll crrrpordkicken zu Leinem Vater im Himnrel; denn Leine Liebe ist unveränderlich, unvergänglich, ewig. Und auch wir sollen Ihn lieben mit unsrem ganzen Herzen und mit unsrer ganzen Lcclc und mir all unsrem Vermögen. Daher spricht Gon zu uns (.'». B. M. (5. 14. V. 1 li. 2). „-linder seid ihr dem Ewigen, eurem Gott: ihr sollt euch keine Einschnitte machen mrd euer Haupthaar nicht verderben um eines Tobten willen; denn ein heiliges Volk bist du dem Ewigen, deinem Gotte, und dich.har erwählt der Ewige, Ihm zu sein zu einem '.bevorzugten Volke vor allen Völkern auf der ganzen Erde.- Lo dir ein geliebter, naher Verwandte stirbt, so darfst du dich nicht derart der Trauer hingcben, daß du seinetwegen deinen Körper durch Verwundungen entstellest: denn Kinder seid ihr dem Ewigen, eurem Gotte, du sowohl wie der verstorbencne Verwandte: er ist heimgcgangcn zu feinem Vater im Himmel, und du brauchst dcßhalb nicht übcrnläßig über ihn zu trauern; auch du wirst einst von deinem Vater im Hiomrel abbcrusen werden, um mir dem für jetzt dir Verlorenen wieder vereint zu werden. Wie am Anfänge dieses Buches Akabia den Mahalalc! den Menschen mahnt, indem er ihn an den rranrigcn und niedrigen Nusgang des Lebens erinnert: „Bedenke, wohin du gehest, an einen Ort, wo Traud, Made und Wärmer sind!- im Gegensätze dazu tröstet und mahnt Rabbi Äkiba, indem er an den erhabenen Aufschwung der menschlichen Lecle nach dem Abschluß des diesseitigen Lebens erinnert: „Kinder seid ihr dem Ewigen, eurem Gotte." Zu Ihm kehrt die unsterbliche Lecle zurück. Betrage ans Erden dich stets so, daß du einst vom Vater tm Himmel mir Freuden empfangen werdest! (Fortsetzung folgt.) Literarischer H-ericht. Bilder ans dem aktjüdischen Familienleben. NachOrigmalgcmäldcn von Moritz Oppenheim, Professor. Mit Einleitung und Erläuterung von Tr. Leopold Lrein. Frankfurt a. M., Verlag von Heinrich Keller 1886. Es ist eine neue Auflage der berühmten Bilder, welche, in einen Prachtband gebunden, uns heute zur Besprechung vorlicgt. Die neue Auflage untcrschcidct sich von der alten durch besonders prächtige, vorzügliche und sorgfältige Wiedergabe der herzerquickenden Bilder. Jedes einzelne Moment der Originalgcmälde tritt deutlich und ansprechend hervor. Tic Bilder sind zu bekannt, als daß eS nö'.hig wäre, sie zu beschreiben; auch ist deren Schönheit und geniale Darstellung in den weitesten -kreisen derart anerkannt, als daß wir erst rühmend darauf hinzuweiien brauchten. Es liegt uns nur ob zu sagen, daß die neue Ausgabe, welche die in einem starken Prachröande in Lichtdruck wicdergegcbcncn Bilder uns vsrfnhrt, das Schönste und Vollendetste barbieret, was auf diesem Gebiete geleistet werden kann. Daß die Verlagsbandlung bereits nach wenigen Jahren eine neue Auflage har veranstalten können, ist ein Beweis dafür, wie allgemeinen Eingang diese herrliche Bilder, welche auf daS jüdische Ge-

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