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Der Israelit · 1887-09-01 · Heft 68 (1.9.1887) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 68 (1.9.1887)
Date
1887-09-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXVHL Jahrgang. M «8 eii Zentral - Hrgan für das orthodore Iudenthum. Hera::sgegebeu von Or. Lehman« in Mainz. Donnerstag, den I. September LS47 (1887). Leitende Artikel. Are Sprüche der Fäter. Drittes Buch. XXXIX. Mainz. 20. August. .-,"72 st» ron V32 ^rr-,r» \vzn 7L2N7N '*6 er«« c*:3 “sjcr ‘c-.-jt c*;3 nr?s? d.*i? „Lcvo^ugt find die Israeliten, dag ste Linder 6!ottes genannt werden; eine größere Bevorzugung ist, dost ihnen kundgerhan wurde, daß ne Linder Lottes genannt wrrden, -rvrr eS heißt: Linder seid ihr dem Ewigen, eurem Gotte." Gott hat da» ganze Menschengeschlecht von einem einzigen Paare entstammen laiictt, auf daß alle Menschen Brüder und gleichberechtigt seien. Gott hat aber auch den Menschen die Freiheit des Willens verliehen. Es kann daher der Mensch nach Vollkommenheit streben und stets weiser und bester werden; er kann aber auch den nieder:: Gelüsten nachgcben, und sich von der Gorräbulichkeir immer mehr entfernen. In den ersten anderthalb Jahrtausenden der Welt waren es nur Einzelne, die sich durch Weisheit und Tugend auszcichneten, während die große Menge der Menschen sich ihren Lüsten hingab und den abscheulichsten Lastern fröhnle. Ta raffte Gott die sündigen Menschen durch eine Fluch hinweg, und nur Noach fand Gunst in den Augen des Ewigen. Als nun die Menschen sich wiederum vermehrten ans Erden, begannen sie auf's Neue von Gott sich zu entfernen. Sie verfielen dem Götzendienst und mit diesem in Sünden und Laster, ohne Zahl. Ta stand Abraham auf. Er Hane den einzigen Gott erkannt und verkündete Leinen heiligen Namen. Mit ibm schloß der allmächtige Gott einen Bund, mtt ihm und seinen Nachkommen nach ihm, den Bund, den Er an ihrem ' Fleische besiegelte. Aber von Abraham löste sich Iischmaöl loö und verfiel wiederum in den alten Götzendienst. Auch von Jizchak, welcher der Aufgabe des Paters trcugebliebcn, löste sich Esaw; aber Jakob, dem Gott den Namen Iisracl beilegte, wurde mit allen seinen Söhnen, die alle in der Treue zu dem einzigen Gotte verharrten, der Begründer des israelitischen Volkes, und zum Lohne dafür hat Gott dieses Volk auscrrvählt ans allen Völkern der Erde, wie es heißt (2. B. M. E. 19. V. 5): „Und nun, wenn ihr gehorchen werdet Meiner Stimme und beobachtet Meinen Bund, so sollt ihr die Bevorzugtesten *) unter allen Völkern sein, wiewohl Mir die ganze Erde gehört. Und ihr sollt Mir sein ein Reich von Priestern und ein Heilige- Volk." — Daher werden die Linder Israel vor allen andern Menschen die Söhne Gottes genannt, wie cs heißt: „Söhne seid ihr dem Ewigen, eurem Gotte." Daß Rabbi Akiba von dem zuletzt angeführten Verse und nicht aus den vorher erwähnten und andern ähnlichen Verse» seinen Beweis erbringt, geschieht aus gutem Grunde. Alle jene erhabenen Bezeichnungen sind stets an die Bedingung geknüpft, daß die Israeliten in GottcS Wegen wandeln. Wenn sie aber von Gotte» Wegen abweichen, dann heißen sie nicht ein heiliges Volk, dann sind sie nicht ein Reich von Priestern, dann genießen sie keinen Vorzug vor andern Völkern. Anders verhält cs sich jedoch mit der Bezeichnung „Söhne, Linder." Der Sohn bleibt immer der Sohn, unter allen Verhältnissen. bedingungslos. Mag er seinem Vater Freude bereiten oder Kummer, er hört nicht auf, sein Sohn zu sein. So verhält es sich mit Israel seinen: Gotte gegenüber. Wenn Israel der Sünde verfällt, so ist cs zwar kein Reich von Priestern^ ') vergleich« Cirffloft.

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