Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 67 (29.8.1887)
- Date
- 1887-08-29
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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1224 feiner Sicherheit noch viel zu wünschen übrig. Will daher ein Volk sein Leben und den (Erwerb seines Fleißes geschützt wissen, so muß es dafür auch fliüöt Cvfer an Blut und Geld bringen. Unsere Vorfahren waren daher sehr undankbar, als sie Salomo den Vorwurf machten, er habe sein Joch erschwert, da sie dabei gänzlich vergaßen, daß er dieses ja nur zumeist im Interesse des Staates und des Volkes that. Nun wollen wir nur noch erörtern, ob der weise und hochgebildete Salomo, der doch auch in der Erdbeschreibung, soweit es für seine Zeit möglich war, gut bewandert war, auch einige Kenntniffe von der neuen Welt, von Amerika haue. Bekanntlich wurden vor etlichen Jahren iu Mexico phönicische Bauwerke mit Phönicischen Inschriften bedeckt, ausgesunden, ein Zeichen dafür, daß die Phönicier auf ihren großen und weiten Seefahrten auch bis an die Küsten Mittelamerikas gekommen sind. Auch wurden vor wenigen Jahren, lvie die TageSblättcr damals gemeldet, im Mississippithale malte Grabsteine mit hebräische» Worten, die einer schon längst entschwundenen Zeit angehören, ausgesunde», und befinden sich dieselben jetzt in den verschiedenen Museen der Bereinigten Staaten. Es fragt sich nun, ob auch die Israeliten, welche doch mit den Phöuiciern gewöhnlich auf freundschaftlichem Fuße standen und oft auch an deren weiten Seefahrten theilnahmen, nach Amerika gekommen sind, um von dort her edle Metalle zu holen. Man weiß cs ja, daß die Phönicier aus purer Geschästsspccnlation, die Existenz vieler Länder, mit denen sie in Handelsverbindungen standen, verschwiegen hatten, aus Furcht, man könnte ihnen dort Eoncurrcnz machen. Wollten sie doch nicht einmal über die Zinninseln (England und Irland), von woher sie das Zinn holten, das Geringste verlauten lassen, und verschtviegen sie sogar sorgfältig die Namen ihrer an der nordafrikanischen Küsten dessndlichen dreihundert Eolonien, damit kern fremdes Volk mit denselben in Verbindung treten soll. Man muß jedoch diesen commercicllen Egoismus nicht der semitischen Gewinnsucht zuguteschreiben, die uneigennützigen Arier, oder sprechen wir deutlicher, die Herren Europäer, dann die Araber, die Ehinesen n. A. m. haben cs in dieser Hinsicht noch ärger getrieben. Ter edle und ritterliche Albuquerque, der Großadmiral des Königs von Portugal, wollte nicht nur die beiden großen und heiligen Städte Arabiens Mekka und Medina erobern und gänzlich in Asche legen, sondern wollte sogar auch den Nil aus seinem Bette nach dem Nochen Meere lenken und Egypten in eine Düste verwandeln, nur so den europäisch-indischen Handel von Alexandrien hinweg und nach Lissabon, Portugals Haupt», stadt, zu lenken. Tie Herren Araber ließen wieder das Meer im Süden Afrikas und ebenso auch de» indischen Ocean mit den wildesten und abscheulichsten Sccungcheucrn bevölkert sein, um so den Europäern Angst cinzuflößcn und sie von einer Fahrt nach Indien abzuhaltcn. Und erst vor wenigen Monaten entblödete sich ein chincsichcr Vicekönig nicht, in der amtlichen .Pekinger Zeitung"' mitzutheilen, daß an der Küste von Schantung plötzlich sechzehn Drachen aufgetaucht seien, welche zumeist aus die Weißen (Europäer) Jagd machen und sie vom Gestade her zu sich in die Tiefe hinabholen. (Schluß folgt.) Feuilleton. Die KonverMin. Boa Friedrich Rott. (Schluß.) Alerauder schlich sich schweigend aus dem Zimmer und drückte die Thür hinter sich in’» Schloß, die Glücklichen sollten nicht gestört werden. Draußen fand er seine Schwestern, die in thcilnchmendcr Freude hier gewartet halten; er winkte ihnen, mit hinunter zu kommen. Gabriele drückte schweigend seine Hand, Ioscsine aber hing sich in seinen Arm, während sie mit fcnchtfchimmernden Augen zu ihm anfblickte. .Tu hast auch geweint, Alex, ich sehe Tir’s an."' Lächelnd klopfte er ihr mit den Fingern auf den Mund. .Jetzt willst Du wieder sagen, Plappermäulchen, das ist gar nicht schön von Tir. Aber, daß ich gut plaudern kann, ist doch auch gut. Weil Fräulein so aufgeregt war, hat Mama gesagt, ich soll zu ihr gehen und soll so viel mit ihr sprechen, damit ihr die Zeit nicht gar so lange wird, und da» habe ich auch gethan und habe ihr allerhand erzählt und wenn Tu wüßtest, wa» ich da gesehen habe, das würde Tich sehr interessiren, aber ich sage Dir» nicht, weil Tu mich immer Plappermäulchen schimpfst." Lachend sprang sie davon, Gabriele eilte ihr nach, ihr mußte sie doch das Interessante mitthcilcn. lind unter der Bedingung, daß sie cs dem Bruder nicht vcrrathen dürfe/ berichtete die Kleine, daß das