Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 67 (29.8.1887)
- Date
- 1887-08-29
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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1221 j . t tr-5 EllulMonat, die Warnung: -sr» -cnn br rw?r*. rry rjrr *6, rr.Tyb n am ssw crrx rrss 'zzs -.-22 jnsn. ^TaS Gcsammtwort, das ich Euch heute qcbicic, das sollt Ihr bewahren, um cS zu üben, füge nichts hinzu, nimm auch nichts davon." Schon an einer andern Stelle, alsMoschch dem Volke die Geschichte von dem Hadcrwaffcr in i-rinncrung bringt, wobei er nicht ganz corrcct gehandelt und in der Erregung und im Eifer für i^orr dem göttlichen Befehle etwas hinzngcsügt hat und dafür nicht in das gelobte Land kommen durfte, warm Moschch das Volk, dem göttlichen Worte nichts hinznznfngen, nichts hinwcgzunchmcn, selbst in der reinsten, besten Absicht, 'w -rar?, selbst um ein Gebot Gottes dadurch leichter beobachten zu können. Wie leicht Fälle cimreten können, durch die das Volk zu solchen Gesetzes Veränderungen verleitet werden könnte, wird uns an verschiedenen Bcispic- IkN gezeigt. So heißt cs 5. B. M., E. 13, 2. und fl. „Wenn ein Prophet aufsteht in Deiner Mitte oder Jemand, der Träume hat und gibt Dir ein . scichcu oder ein Wunder. Und cS trifft dieses Zeichen o?cr Wunder ein, das er U)ir angcsagl, ittd-cm er sprach: wir wollen fremden Göttern nachgehcn, die Tn nicht kennst und wollen ihnen dienen. So höre nicht auf die Worte jenes Propheten und dcpcn, der einen Traum hat :c." „Ddcr wenn Dich überreden will Dein Bruder, Tein Sohn, Deine Tochter, Deine Frau oder Dein freund, der Dir wie Tein Leben ist und heimlich sagt: Wir tvollen fremden Göttern dienen :c., so 'ei ihnen nicht zu Willen und gib ihnen kein <'>c!jör und blicke nicht schonend auf sie und suche cs nicht zu verdecken :c." All diesen Gefahren und Lockungen gegenüber hält uns unser Lehrer Moscheh die Warnnngsrafel entgegen.: Füge nichts hinzu, nimm auch nichts davon. Wie leicht ist es möglich, durch irgend welche »uch scheinbar unbedeutende Veränderung gegen die ursprüngliche Absicht des Gesetzes und Gesetzgebers zu verstoßen! Schlimmer aber, als diese Veränderung und Verletzung ist die Anmaßung, die dadurch an kcn Tag gelegt wird. Wird ja damit deutlich anssprachen, daß Gott Seilt Gesetz unvollkommen Sorten, das; wir cs zu vcrbcffcrn und zu vcrvollwummen fähig sind. . Wir sprechen selbstverständlich nur von solchen, überhaupt, und sei cs auch nur das Zehngcbot oder auch nur Eines, als göttlich anerkennen, und da haben wir doch mit der Mehrheit unseres Lölkes zu rcchueu und natürlich auch mit den Reform» rabbincn. Ich weist nun z. B. nicht, ob alle Reformrabbincn das SchabboSgcsctz' oder daS Speisegesetz für göttlich halten. Wenn eS aber, wie wir voraussetzen dürfen, sich so verhält, warum setzen sie für die strenge Hcilighaltung des rer und für die strenge Beobachtung des SpcisegcsetzeS, da gerade diese Gesetze so vicsach verletzt werden, nicht all ihr Ltöttncn und Wiffcn, ihre Äraft und ihren Muth und ihren heiligen Eifer für ihren Beruf als Lehrer, Leiter und Führer ihrer Gemeinde ein und suchen dieser Verletzung göttlicher Gebote Einhalt zu thun? Freilich, nachdem man so vielfach gerüttelt bat an unserem Gesetze, nachdem die Rabbincn selbst Gesetz nach Gesetz abgcbröckclt haben und den Zweifel an der Göttlichkeit der ntn gelinde gesagt nicht zerstreut haben, nachdem sic selbst so viele Gesetze und Sitten und Bräuche als überlebt und unzeitgemäß hinstellten; da ist es nicht zu verwundern, dieses Verbiet gegen das ganze Gesetz abzugcbcn, so dast sehr Viele den ganzen Inhalt der mTi als für sic bedeutungslos erklären. Man hat sich ja ganz besonders in unserer Zeit, wo man kühn dir „fccftcnik" Hand an das Iudcnthum und an unser Gottcsgcsctz legte, damit zu rechtfertigen gesucht, dast ihm mit den Zusätzen und Verminderungen unseres Gesetzes ein großer Dienst erwiesen werde, daß ihm mehr Achtung und Anerkennung, uichr Würde und Ansehen verliehen würde. Man wollte es dcr Wclt so vorführen, dast cs. ihr nicht in seiner auffallenden Form, nicht als Gegner der Zeitrichtung erscheine. Selbst die gute Absicht 'i rpra n< T2r6 .um dadurch zu beobachten und zu schützen das Gebot Gottes" zugegeben, so hat man doch die Warnung unseres Gottes .Füge nichts hinzu, nimm auch nichts davon" nicht beherzigt, hat sich nicht gescheut, dieser göttlichen Warnung znm Trotz, hinzüz n füge n und h i n w c g z u n c h m e tu WaS man hiuzugcsügt hat, war Alles nur Acustcrlichkcit, hinwcggcnönrmttt hat man aber vor Allem die Scheu und Achtung vor dem göttlichen Worte und. den größten Thcil des GottcSgesctzes. Tie .gute" Absicht zugegeben, so wird heute doch Niemand behaupten, daß unsere Religion bei dem modernen Gcschlcchte besonders gewonnen hätte. Wo denn sind die Betvcisc, dast man eine größere Andacht im Gottcshausc erzielt? Da doch der moderne Jude grostenthcilS dem Gotteshause sernblcibt, oft nur ein- oder zweimal im ganzen Jahre auf wenige