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Der Israelit · 1887-08-29 · Heft 67 (29.8.1887) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 67 (29.8.1887)
Date
1887-08-29
Page
– (sequence 2)
Language
German
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.Vi-c’*• ^Ti-f--/^^*<r- ‘--?I-Xx;X ._^ 1220 Herz Wese! will aus diesen Dersen die Unsterblichkeit der Seele folgern. Tie Worte rvn rr to «r» „Von der Hand eine-.' jeden wildcn Thicrcs werde Ich daS vergossene MensÄenblut fordern," sind sehr schwer zu verstehen. Kann das wilde Thier, daS keinen Verstand hat, für sein Thun verantwortlich gemacht werden- Tie ältesten Erklärer bemühen sich schon, diese Frage zu beantworten. Rasch! und Aben Esra geben wenig befriedigende Erklärungen; Mairnonrdes (Hilchoth Rozeach E. 2) lehrt, daß eS sich hier um einen solchen Fall handele, da Jemand seine Mitmenschen durch wilde Thiere nmbringen lägt. Auch diese Erklärung ist dem Wortlaute der heiligen Schrift nicht entsprechend. — Es gibt, sagt Rabbi Herz Wcsel. für die menschliche Seele fünf Bezeichnungen: ,7vn ,r.n ,jrs: rrm*; sie alle zu erklären würde uns hier zu weit führen, rm, die lebende, heim die menschliche Seele dcßhalb, weil sie unsterblich ist. Rach unsrer Tradition (vergleiche Naschi. ferner Baba Kama 91 b.) beziehen sich die Worte rvw crrvrE:* Km rs i>r auf Den Selbstmörder. Ta dieser jedoch sich der Strafe für sein Verbrechen durch den Tod entzogen hat, so fügt die heilige Schrift erklärend hinzu K -. 2 r.-r. von seiner unsterblichen Seele werde Ich das durch den Selbstmord vergossene Blut fordern und sie dafür bestrafen. Weil wir nun alles dieses aus den angeführten Versen lernen, daß Gon den Menschen zum Herrscher eingesetzt über alle andere Wesen, so daß selbst die gewaltigen, wilden Thiere ihn fürchten und sich vor ihm ängstigen müssen, ferner, daß Gott das Leben der Thiere in die Hand des Menschen gegeben, daß hingegen werthvoll ist das Leben des Menschen in den Angen Gottes, so daß Jeder der härtesten Strafe verfällt, der Menschenblur vergießt, ja. daß für das vergossene Blut des Selbstmörders die unsterbliche Seele desselben verantwortlich gemacht wird, und daS Alles, weil der Mensch im Ebenbilde Gottes erschaffen ist worden, deshalb erbringt Rabbi Akiba gerade ans dieser Stelle den Beweis, daß es eine besondere Bevorzugung ist, daß Gott uns ktUldgethan, daß Er uns in -Seinem Ebenbilde erschaffe» hat. Unsre Weisen (Berachoth 10 a.) lehre:: in Bezug auf die Ebenbiidlichkeit: „Fünfmal heißt cs in der heiligen Schrift 4~i rw ’rr: ra „Preise meine Seele den Ewigen," entsprechend den fünf Beziehungen, in welchen die menschliche Seele dem Heiligen, gelobt sei Er, ähnlich ist: wie Gott die ganze Welt erfüllt, so erfüllt die menschliche Seele den ganzen Körper; wie Gott sieht, aber nicht gesehen wird, so auch die menschliche Seele; wie Gott die ganze Welt ernährt, so ernährt die Seele de» ganzen Körper; wie Gott rein ist, so ist auch die Seele rcin: wie Gott im Verborgenen throut, so auch die menschliche Seele. So soll denn für jede dieser Aehnlichkeiten die Seele ihren Schöpfer preisen, der in Seinem Ebenbilde ne erschaffen hat. Wir haben bereits oben darauf hingewiese», daß alle Menschen ohne Unterschied der Farbe, der Race, der Rationalität. des Glaubens, des Standes re. die Ebenbildlichkeit Gottes an sich tragen, und wie diese allen Menschen gemeknsanr ist, so ist sie auch dauernd und kann nicht verloren werden. Gott hat befohlen den Leichnam des Hingerichteten Verbrechers zu begraben und ihn nicht hängen zu lassen, denn auch derjenige, welcher ein wdeswürdigcS Verbrechen begangen hat» ist dadurch seiner Ebenbildlichkcit mir Gott nicht verlustig worden. Ter göttliche Funken im Mensche» erlischt nicht, die von Gott eingehanchle Seele erstirbt nicht. An dicsern erhabenen Gedanken kann selbst der größte Sünder sich emporringe», in Neue und Buße kan» er cin neues Leben beginnen und die Gottähnlichkeit, selbst nachdem er sie mißbraucht und durch verwerfliches Thun sie entstell: hat, wieder zur Geltung bringen, tun sich curporzuarbeiren zur höchsten Stufe der Vollkommenheit. (Fortsetzung folgt.) Warnungslafek. Eine Ellul-Betrachtung. i:on Tr. H. Sänger. Unser Gesetz, welches nicht blos bestimmt war, für die damalige Generation, die am -sinai stand, nicht blos bestimmt für das Volk Israel in feinem Lande und so lange cs als Volk sich erhielt, sondern für alle .Kinder Israel, für alle Zeiten: es trägt den Stempel der Ewigkeit, der Unvergänglichfeit und Unvcränderlichkeit an sich. Aber weil die Menschen so selten eine feste, in allen Lagert des Lebens sich gleich bleibende Gcistesrichtnng sich erhalte»; weil sie durch die sott währende Entwicklung, durch veränderte Fonneu und Verhältnisse sich bestreben müßen, mit dieser Hand in Hand zu gehen, diesen veränderte» Verhältnisse» Rechnung zu tragen: so ist die Gotteslehre der Gefahr ausgesetzt, durch jedes neue Geschlecht Zusätze und Abänderungen zu erleiden» wenn cS vom Standpunkte dieser Entwickelung und dieser vcrandettcn Geistesrichtung und nicht vo« dem Gesichtspunkte aufgefaßt wird, daß eS göttliche und darum ewig unveränderliche Satzungen sind. Tarum^ ergeht an uns, mit dem Beginne

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