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Der Israelit · 1887-08-25 · Heft 66 (25.8.1887) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 66 (25.8.1887)
Date
1887-08-25
Page
– (sequence 6)
Language
German
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1202 noch beule, wenn auch schon größtcnthcils zerstört, forlbcslehl und der von ollen Fremden, die nach Tadmur kommen, bewundert und cmgcstannt wird. Statt der Mauern gibt cs hier nur riesengroße und umfangreiche Säulen, auf denen eine gewölbte Kuppel thront. Welche Mühen und welche Auslagen mag nicht der Transport dieser Säulen von Syrien — in Tadmur gibt cs keine Stcinbrüche — an ihren Bestimmungsort gekostet haben??!! Man nimmt an, daß gewöhnlich vierzig Kamccte nochwendig waren, um eine solche Säule uach Tadmur zr bringen. Zugleich bereicherte er die Stadt, die ein schlechtes Trinkwasser besaß, mit einer Kcrrlilichcn Waycrlcitnng, von der noch heute bedeutende Ucbcrrcste vorhanden sind. Würde diese Wasserlcitnng noch heute intact und im Gebrauche sein, so würden die Bewohner daselbst ersparen, das schwefelhaltige Wasser zu trinken, das die einzige Quelle der Stadt und Oase liefert, und das einen so widrigen Geruch verbreitet, daß man meint, man müsse daran ersticken. Q. du weiser König, du hast eS verstanden, daß das AUcrnolhmcndigste für den Menschen gesundes und reines Wasser ist. Bor den Häusern in Tadmur/ das blos aus zwei langen in der Mitte sich dnrchschntidcndcn Mafien bestand, gab es mmnterbrocheu Eolonaden oder Sänlcngänge, unter denen die Bewohner währcnd der heißen Tageszeit saßen und daselbst ihre Ai beiten verrichteten, Handelsgeschäfte abschlopcn, zu Mittag speisten und hier auch Siesta hielten. (5iu Thcil dieser Säulengänge ist noch heute vorhanden. llcbrigcns ist die Bauart der Häuser in Tadmur noch heute eine ganz verschiedene von der, wie sie in Syrien, Arabien und Mesopotamien verbreitet ist, so das; man glauben könnte, die Bewohner dieser Stadt bauen noch heute ihre Häuser so, wie sie die ersten Einwanderer daselbst unter König Salomo gebaut haben. Tie Häuser sind nämlich rund wie ein Tempel, während sie statt des im. ganzen Oriente üblichen Dcrrasscn-TacheS eine hohe kuppclanige Decke besitzen. In den Wänden befinden sich keine Fenster, sondern oben an den Seiten der Kuppel, durch welche wohl das Tageslicht und die frische Luft, nicht aber auch Ziegen und Hagel eindringen können. Die Fenster sind blos einfache, runde Löcher, da mau das Glas in.Tadmur noch nicht kennt oder wenigstens nicht zu kaufen bekommt. Wahrscheinlich waren die alten jüdischen Landhäuser ebenso gebaut. In Jerusalem und einigen anderen großen Städten muß cs indcß schon Häuser mit terrassenförmigen Dächern gegeben haben, wie wir ans dem Buche Samuel II. (5ap. XI. B. 2 deutlich entnehmen können. Auch mit einem Badchaufe versah Salomo die nengegrüiidete Stadt, von der noch heute einige Kammern vorhanden sind. Selbstverständlich hatte Salomo die neue Stadt anfangs nur mit Söhnen feines Volkes besiedelt, zu denen sich dann Kansicute tlnd Handwerker aus den benachbarten Völkern und Länder» hinzugcselltcn. Heute gibt cS in Tidnmr keine Juden mehr und besteht die Bevölkerung daselbst bloS auö Arabern, die ungefähr achtzig bis hundert Haushaltungen bilden. Dieselben werden von einem Schcik regiert, der unter dem General-Gouverneur von Syrien steht. Wenn mm griechische Schriftsteller erzählen, daß die Bewohner Palmyras eine eigene Sprache (Palmyrenifch) gesprochen haben, so muß man das dahin verstehen, daß dieselben ihre» eigenen Tialcct hatten, der aus hebräischen, syrischen, aramäischen, chaldäischcu und arabischen Worten zusammengesetzt war, da in Tadmur Kansicute ans allen Gegenden Syriens, MejopatamieuS und NordafrikaS zusammenströmten. So um das Jahr 250 n. d. allg. Ztrchg. lebte in Tadmur ein reicher Kaufmann, Namens Qdcnarlius, der eine hochgebildete und ungemein schöne Frau Zenobia besaß. Leide waren sic jüdischer Abkunft oder gehörten wenigstens Familien an. die von Juden abstaunnten. Wahrscheinlich aber hieß der Mann wie einige noch erhaltenen Inschriften in Palmyra zu culnchme» ist, Alis und mit feinem hebräischen Titel (r»«: Herr) Adon AtiS, woraus dann die Griechen, die bekanntlich jedes srcnrdländischc Wort nmgcstaltctm, um ihm einen griechischen Anstrich und Ansklang zu gebe», Ldenathos machten. (Fortsetzung folgt.) (Fortsetzung.). Zwei Tage waren verstrichen; es war in den Vormittagsstunden dcS dritten TageS. als Alexander, eine entfaltete Depesche in der Hand, in das Zimmer seiner Schwestern trat, in dem sie sich mit ihrer Gouvernante befanden. Marina sprang auf» als sie das Blatt in seiner Hand erblickte. „5ür mich?* rief sie, ihm entgegeneileud.

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