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Der Israelit · 1887-08-25 · Heft 66 (25.8.1887) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 66 (25.8.1887)
Date
1887-08-25
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1201 i RabbinatSstelle Hierselbst an. DaS weitverbreitete I Gerücht, daß Herr Rosenzwcig. bekanntlich der ] vierte Ausländer unter den hiesigen 4 Rabj bincn, von der Negierung nicht bestätigt worden i fei, entbehrt der Begründung. Allerdings hat der! Kultusminister v. Goßler vor der Bestätigung au i den Borstand die sehr ernste Frage gerichtet, ob 1 man denn keinen deutschen Rabbiner für i den Berliner Posten hätte finden können. Die Antwort des Vorstandes ist unbekannt geblieben. Berlin, 23. August. Ter Rabbiner der hiesigen Gemeinde, vr. Frankl, ist heute, Dienstag, in Iohannisbad seinen unsäglichen Leiden . im blühendsten Manncsalter erlegen. Gleich aus- Ü gezeichnet durch ein hervorragendes Rednerralcnt,;i j ein gediegenes wissenschaftliches Wissen und eine!: | seltene Lauterkeit des Charakters hat der Hcimgcij | gangcne cs verstanden, sich das Wohlwollen, ja, die;i | Liebe weiter, weiter Kreise zu erwerben, und die! j allgemeine bange Trauer um den Wackeren ist eine I j leicht begreifliche. Tie Leiche trifft nwrgen in Bcr- ] lin ei» und die Beerdigung dürfte zu einem impoj | faulen Ausdruck der Verehrung sich gestalten, mit der die Berliner Gemeinde gerade an diesem ' | geistigen Führer gehangen hat. Bl. England.! r London, IS. August. Dem Vernehmen nach! | bat der Vcrthcidigcr deS zum Tode vcrurtheiltcn! 1 jungen Polen Israel Lipski, Herr Hayward, von I i Birmingham Niittheilungcn erhalten, welche geeignet i : scheinen, den Ekgenthümer der Salpctersäurcflasche,;! die im Zimmer der ermordeten Frau Angel gesuu- I ' dcu wurde, zu idcntifizircn. Gestern hatte Hr. Hay-! \ ward eine mehrstündige Unterredung mit dem Mi-; | liificr des Innern, Matthews, welcher verschiedene l? Polizei- und Schatzamtsbcamte beiwohnten. Jetzt j ergreift auch die medizinische Zeitschrift „Lauert* i Partei für den Dcrirrrhciltcn und kommt ebenfalls i zu dem Schluffe, daß Lipski's Schuld nicht über j | allen Zweifel bewiesen sei. 109 Parlamentsmit- 5 glieder haben eine Eingabe an den Minister des Innern unterzeichnet, in welcher sie gegen die Hinrichtung Lipski's protcstireu. London, 21. August. Heute Nachmittags wurde von den hiesigen. dem Talmudstudium Ergebenen ein seltenes Fest gefeiert. Tie D"sn rren vollendete nach 1-1 jährigem Studium den ganzen Talmud by cvd, bei welch' freudigen Anlässe von den 70 Mitgliedern ein Festbanquet in der großen Zetland-Halle veranstaltet wurde, wozu sich fast sämmtliche Talmudgclchrte der City, sowie viele Vorsteher und Mitglieder anderer Talmud- Thora-Vereine, auch mehrere fremde Herren (Mr. Jules Klein und Tr. M. Endlitz aus Paris, Herr Grünebaum aus Schwabach), im Ganze« 200 Gäste versammelten. Ter sehr gelehrte VereinSrabbi, Herr Rabbi Jakob Naiuowitz'"i, bestieg zuerst die Rednertribüne und hielt einen gediegenen talmudische» Vortrag, worauf der sehr verehrte Rev. M. Spiers eine höchst warme, eindrucksvolle, zum Thorastudium ermunternde Rede hielt, welche ungetheilten Beifall erndete. Der jüngste Sohn unserehochgeehrten Ehief Rabbi "z — Herr Advokat Elkan Adler — wurde von seinem Vater speziell von Timbridge Wales abgesaudt, um der Gesellschaft sein lebhaftes Bedauern auszudrückcn. aus Gesundheitsrücksichten nicht dem Feste beiwohnen zu können, welcher Botschaft sich der Abgesandte in meisterhafter Weise entledigte, indem er mehrere talmudische Witze in seine Ansprache cinzuflechten verstand. Auch entschuldigte 'Herr Adler die Abwesenheit seine- Bruders, Rev. Tr. Hermann Adler »"i damit, daß sich derselbe zur. Badekur in Kissingen befindet. Hierauf folgten die Ansprachen der Herren: Hermann Landau, Joseph Lcvy, M. Landau, Rev. Eohcn, Rev. Naphtali Halevi, Jaffe und Zeidlin. Das Miucha-Gcbet wurde vom Rev. Hast, dem bekannten Lbcrcantor der großen Synagoge vuees place, das Tisch- und Abend-Gebet von dem russischen Eantor Mr. Rubknstcin vorgctragcn. Da- Fest schloß mit einem warmen Toaste ans das Wohl des Vorstandes der Gesellschaft, Mr. Mordcchai Lew!» '"r. Syrien. Palmyra. (Fortsetzung.) Aber nicht nur den Secauch den Landzumal den Karawancnhandcl suchte Salomo zu fördern und zu heben, zu welchem Zwecke er die Sradt Tadmor in der Wüste erbaute, als Zwischenstalion für den Handel vom Mittclmcere zum Euphrat und zurück, die noch heute besteht und noch immer eine vortreffliche Ruhe- und E-rholnngsstation ist. Tie Araber nennen diese Stadt: „Tidniur.* Das Wort „Tadimrr* bedeutet im Hebräischen und Arabischen einen Palmenhain, was denn die Grieche» mit dem Worte „Palmyra," das dieselbe Dedcutung hat, übersetzten. Solomo begnügte sich aber mit der Gründung der Stadt allein nicht, sondern suchte sie. da er ein ungemein kunst- und prachtliebcndcr König war, mit herrlichen und nützlichen Bauwerken zu schmücken. So erbaute er dort einen Tempel, der wahrscheinlich als Bet- und Lchrhaus zugleich dienen sollte, der

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