Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 66 (25.8.1887)
- Date
- 1887-08-25
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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1199 der den geschichtlicken und literarischen Stoff zum! - Gcgcuftaüdc feiner Ausbeute in unserer alten Literarur macht. Wie wenig die Lchrweise R. Isaacs noch vor dem Erscheine» der euren beiden Thcile reines Werks bekannt war, beweist Krätzen'« kurze I- Äitthcilung über denselben, dast er „die toffasistischc! j VffjriDcifc nach den: deutschen Osten verpflanzt hat." I j «t-icschichte der Juden VII. 121. Leipzig 1803.) I llud doch überzeug! ein Plick in dieses Werk, dast die Behandlung des Talmud der Art und Weile der französischen Tossasistenschule durchaus nicht gleich ist, wenn auch Autoren der Tossafot seine! | Lehrer waren. Ucberlasseu die Toffanstcn sehr viel | dcm Scharfsinn, wird die größte Gcistesanstrcuguug if beim Studium derselben in Anspruch genomurcn, j f so liegt im Cr Sarua Alles klar und schlicht | da. jedem leicht fast! ich, da cs dem Vers. darauf 11 anlam, nach kurzer Tarlcguug zur Feststellung der S! Halachah zu gelangen. Seine Lchrweise gleicht viel f tljcr der des Alfajsi, den er auch sehr oft als mast- | gebende Autorität ausrihrt. Ob Gray irr der ucucrcu \ Ausgabe seiner Geschichte das angeführte Unheil I zuodifiein hat, weist ich nicht. \ (Sine reiche Ausbeurc an Regeln, die für die i Fcsrseyuug der Dalacha von Wichtigkeit sind, liefert i uns das Werk R.Iizchaks, wie z. A., um Einiges j hcrauszugrciscu, die Fcststclluug der Bedeutung, f wenn eine Lcrordmmg unserer Weisen mit cin-? t-elcild ist, lvie 'a vans c“»x Vx (I. 23);! ferner die Begrenzung des Sapcs r^aca sz'py ims rzbr, | di. 109); ferner die Begrenzung des Satzes ver \ ra-c ‘br. c-a-r. (II. 134) u. drgl. ur. (5s licstc sich; hierüber eine ganze Abhandlung schreiben. Und 1 nun der historische Stoff; schon dadurch, dast R. I Isoac viel gereist war — er besuchte auch Paris l (11.110) — und bei einer großen Reibe von Lehrern - gehört hatte, war er mit den angcschtnstcn Personen \ seiner Zeit bekannt geworden, deren Namen wir r in seinem Werke begegnen und deren MciimniB für 1 die literarische Forschung von Wichtigkeit ist. Eine f Reihe von Gutachten, die er abgab, lehren uns \ Zeitereignisse, kennen, welche die historischr Ücuntnrst 1 bereichern. Wir erwähnen beispielsweise nur die | Erörterung über die Zivaugslaufc, der ein jüdisches f Mädchen uulcrworscu wurde, und die dann zum i Fudculhum wieder zurücklehrtc, oder die Fgguna- \ frage, die sich an die Ermordung eines Mannes! r:üpfte, und die dem Historiker einen Einblick in r-ic damaligen Tcrritorialvcrhältniffe am Rhein eröffnet.- Und doch war cs mir ein Bruchstück des großartigen Werkes, was uns zugänglich gemacht worden war; das ganze einst zu besitzen, war der sehnlichste Wunsch Vieler. Wie sehr müssen wir es daher begrüßen, dast durch daS endliche Erscheinen deS dritten Thcils dieser Wuusch seiner Erfüllung näher rückt. Tie Handschrift, nach welcher der vorliegende Thcil gedruckt ist, befand sich bis vor zwei Jahren noch in Italien, von wo aus dieselbe in den Besitz des British Museum in London übcrgcgangcn ist. Kaum hatte der in Frankfurt a. M. wohnende Herr Wilhelm Posen, welcher als Geschäftsmann im Verein mit seinem Bruder Herrn Jakob Posen, der auch Geschäftsmann ist, seine freie Zeit dem Studium und der Förderung der Thora widmet, davon gehört, als er eine beträchtliche Summe daran wandte, sich die Abschrift dieser Handschrift zu verschaffen und dasselbe ans eigene Hostcu durchHerrn Ehasim Hirfchcnsohn in Jerusalem drucken liest. Es ist schon seiner änstcrcn Erscheinung nach ein Vrachtrvcrk und macht dem Drucker und diesem Industriezweige in Jerusalem nicht minder Ehre als dem Herausgeber. Nach dem wie wir den Vers, in den ersten beiden Theilen seines Werkes kennen gelernt haben, sind wir von den reichen Inhalt nicht mehr überrascht. In diesem Thcile zu Baba kama dieselbe Klarheit, dieselbe Gründlichkeit und die weit ausschaucnden Gesichtspunkte. Ein anscheinend kleines Beispiel dieser Genauigkeit, das mir bei flüchtiger Durchsicht ausgefallen ist, oiöge hier Play finden. Baba kaum Fol. 6 a. bemerken Tossaphot: ipir.: rann ntsrb *h:;r p'jen Vrren a"n an 'ca p Vr c>raa ava pi Schon die Unrechte Stelle, an welche dieses Tonaphot gestellt ist — cs gehört zur folgenden Seile und ist einem andern, das der Reihenfolge nach vorher stehen sollte, vorangcschobcn— läßt erkennen, dast hier eine Unachtsamkeit vorlicgt; dies wäre aber nicht wesentlich, wenn die Notiz nicht selbst undeutlich wäre. Was heißt ,"r"i Vr nnsDa? Wieso wird aus Nascht recurrirt, der hier diese Slclle ganz übergeht? Eine Stelle im vorliegenden Or Sarua gibt uns darüber Aufschluß, die nämlich so lautet: 1122 c-a-nrMrP t&v p'tca Vroan a"n mra *?r n0 if-ca Vs": *"r"n »sa a*ro p. cVrVo ~:r (? r*nr) y'r» nVi* ana nVt n*Vym n*an 'sa tt .V": ’kVs pr.s*'-1 'ca rc?Tja wr. pi rsca a:rc nvt Diese Stelle wirst ein Licht auf unser Tosaphot: die Berufung aus Raschi ist durch dessen Erklärung zu der Mischnah in Baba mczia, welcher unsere Talmudstellc das Eitat entnimmt, gerechtfertigt; dort erklärt Rasch! die Mischnah ohne weitere Bemerkung oder Nichtigstcllung einer Lesart so, daß ihm ein Text mit den Worten cV»Vo t.c*j Vorgelegen haben muß, das bedeutet rsaa aro psr, d. h.