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Der Israelit · 1887-08-22 · Heft 65 (22.8.1887) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 65 (22.8.1887)
Date
1887-08-22
Page
– (sequence 5)
Language
German
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si.rulg ausgcscet. Tie ältcficu Gräber (ungefähr •_*<»() Jahre alt) sind von origineller Form. Sic [irifcii eine Art von TnmulnS in Mancnocrk dar, :r 'Meter lang, 1,5V Meter breit. Am Fussc desselben befindet sich eine viereckige Ocssttung: es ist dies ein Loch, inmitten dessen man eine» Stein sicht, der die Inschrift trägt. 1**5 sicht ans, als hätte man Werth darauf gelegt, profanen Augen den Anblick dieser Inschriften zu entziehen oder sic derart untcrzubringcn. das; sie nicht zerstört werden. Heute bestattet mau die Tobten in der allcrprimitivsten Weise, weder Mausoleum noch sonüigc-5 äussercS Anzeichen wein auf dos Vorhandensein von menschlichen Ziesten. Ta der >itrchhos leine Umfriedung hat, wird behauptet, das; die Grabsteine verschwinden würden, wenn »ran welche hinscvte. Es ist im Orient stets imcrcssant, in Ermangelung von Tocutnenten, dcrglcichc Ruhestätten zu besuchen. Tie nndemitteltc (Gemeinde hegt den Wunsch, die nöthige Summe, die zirr Einfncdrtng des Gottesackers gehört, die auf 20,000 Frcs. geschätzt wird, zu beschaffen. Ein Rabbiner» Herr Moses Askenasi, aus Eonsiautinopel gebürtig, und früher Rabbiner in Eanca, erfüllt die Fnncttonen eines geistlichen Oberhauptes, des Schocher, des Ehafan nnd des Lehrers der hebräischen Sprache. In dieser letzten Eigenschaft erhält er von der Regierung «0 Trachmcn monatlich. Leider wird sein Religionsunterricht tiicht besucht. Derselbe sinder in einem der Synagoge angebarlteu Taal statt, scdoch wohnen demselben die Schüler, die die griechische Schule besuche», sehr selten bei. Tic Israeliten von EHaieis sind gewöhnlich nicht bemittelt. Tic meisten jungen Mädchen beschäftigen sich zu Hause mit Stufercicit, um einige Lepros zu verdienen und ihren Eltern beizustchen. Mach den Erkundigungen, die ich in Ehalcis riugczogtn, gab cs im Pclopouncsis, vor dem Freiheirslricgc mehrere jüdische i^-emcinden, von denen die bedeutendste diejenige von Theben war, wo sich heute noch — wie cs heisst — hebräische Inschriften befinden sollen. Tiefe Gemeinden haben unter dem zerstörenden Einfluss des Kriegs gelitten und ihre Ucbcrrcstc wurden nach allen Seiten zerstreut. Ich taud tu Ehalcis einen Glaubensgenossen mit Manien Er.spiu. bellen Vater ans Theben stammte. Tic Gcureiirden von Iauina, Eorfu, .'laute, Eanca, Volo, Larissa, zählen gewiss etliche Mitglieder, die aus Morca stammen. E ^dc ich Griechenland vcrlicss. gründete ich in Athen und Ehalcis Esmit^s der Alliance. Ich urcss hierbei auf gar keine Schwierigkeiten, denn untcre dortigen Glaubensgenossen schlossen sich unserem Werke mit wahrhaftem Eifer an. Russland. Petersburg. Eine sensationelle Meldung enthält die russische „Wochcnchrouik des Ostens-; danach wurde für den Reichsrath das Projekt einer Beschränkung der Juden im Königreich Polen ausgearbeitck. Tie Inden sollen betreffs des Besitzes von Immobilien, der Ausübung eines Handwerks, sowie des Handels ausschliesslich auf die Städte und Marktflecken Polens beschränkt werden. In den Törsertt sind alle diese Lcschästigungcn den Juden verboten. Tic in dcn Törsern lebenden Inden müssen ihr Besitzthum an Ehristen bäuerlicher Abkunft verkaufen; ausgenommen sind nur diejenigen Inden, welche mindestens sechshundert Morgen Land besitzen, ferner die Eigcnthümcr ctniger Svezialfabriken, Holzhändlcr, Aktionäre und Thcilhabcr gewisser Fabriken und Gcwerbszwcige. Angeblich sind alle Bcftitnmungcn aufs Schärfste formnliri, um eilte Gcsctzcs-Umgchung zu verhindern. Beispielsweise sollen fernerhin nur diejenigen Inden gehörigen Fabriken erlaubt fein, welche Tampsbctricl» und nlindestens iß Arbeiter haben. Tas Gesetz hat besonders den Betrieb des Kleingewerbes im Auge. Ausserhalb der Städte und Markst ecken dürfen die Inden nur mit spezieller Erlaubniss der Gonvcrncnrentsbehördc nnd unter Hinterlegung von r>tmo Rubel Kaution Immobilien zu Fabrikanlagen pachten, wobei sie vcrpstichtct sind, spätestens binnen zwei Jahren die fragliche Fabrik zu errichten, widrigenfalls Erlaubnis; und .Kaution verfallen. Tic antisemitischcn russischen Blätter bejubeln das Projekt. Syr i eit. Palmyra. -2^2 rx;2*\ (Und er baute Tadmor in der Wüste.) Int Allgemeinen lieben wir cs, mts Salomo als einen lcbcttsittstigcn, nnd zugleich allen Wiifcuschaftcn huldigenden Mönig, der die Architektur, die Stcinhauerci. die Goldschuiiedekunst. die Poesie, die Maturgeschichte, die Pracht, den LnruS, den Glanz, eine gutbesctzlc Tafel und schliesslich auch das schöne Geschlecht ungemein lieble, darznstcllcn. Tas; Salomo einer der grössten Mational-Ockonomc nicht nur seiner Zeit, j'ondern aller.'Zeiten war, nnd dass er nicht nur den geistigen Zustand seines Volkes, sondern auch denen materielle Lage aus eine nie geahnte Stufe cinporgeboben, daran denkt selten Jemand, ebenso wie man es nicht genug anerkennt, dass er während

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