Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1887-08-22 · Heft 65 (22.8.1887) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 65 (22.8.1887)
Date
1887-08-22
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2446951-2449697-2449762--27044-2516902
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

1182 nach unsrem Bedarf und (yrmcncn. Anders verbal: ce sich niir dem Menschen: cr ha: Rechte, die ilnn schon durch seine bloße Existenz anhaftcn: fern ^cbcn, sein Eigcnrhum, seine Freiheit dürfen ihm nicht verkümmert werden: er hat Anspruch aus unsere Freundschaft und iricbe, denn gleich uns in auch er — mag cr ein Hottentotte oder ein Mirgljc sein *— im Ebcnbildc Gottes erschauen worden. — Im Zusammenhänge mit unsrer Äischnah, erklärt Rabbr Herz Wesel einen andern Answrnch Rabbi Aliba's im Tifra Ci. B. M. (>. lf». B. is): ,rr,-rz 7n; 772 rs *~:s scf;*,7"= r~b rzr.x', :.T2 b'~z 772 .7* ,2“>» r.VT'n 7£2 ~ ~2X N V ]2 „Und du sollst lieben deinen Acdcnmcnschcn wie dich selb». Rabbi Akiba sagte, dies ist ein großer Grundsatz in der Thora. Ben Asai sagte: „Tics ist das Buch der Gcschlcchlssolge des Menschen:" dieses ist ein größerer Grundsatz als jener. --- Aach der landlänngen Ucbcrsevnng: „Und du sollst lieben deinen Acbcnmenschcn wie dich selbst", meint Rabbi Her; Wesel. ist der Zusammenhang zwischen dcrr Worrcn Ben rllsai's und denen Rabbi Akiba's nicht Har. L?cnn wir jedoch das Wort --22 anders nehmen und erklären: Und du sollst lieben deinen Rcbcnmenschcii. der da in wie du, das heißt, der ein Mensch ist wie du selb», der wie du selbst erschauen worden im Edenbildc Lottes, so ist der Ausspruch lllabbi Akiba's im Lisra durch unsere Mischnah zu begründen: die Worte Ben Asais aber rocrdkn klar und verständlich, wenn rvir deu von ihm angeführten Bers (l. B. M., E. .», B. 1» zu (yuDc lesen: „Tiefes ist das Buch der Geschlecklsfolge des Menschen, am Tage da Gott erschuf den Menschen, indcr Aehnlichkcit Gottes machte Er ihn." Tenurach führt Ben Asai cknen Vers der heiligen Tchrisl an, ans welchem der vor: Rabbi Akiba ausgesprochene Gedanke klarer und deutlicher hervorgebl. Tie (yrflürcr fragen, warum Rabbi Akiba sich auf einen Bcrs der heiligen Lchrift bezieht, in welchem der Gedanke der Ebenbildlichkeir mir Gott viel ivärer zum Ausdrucke gebracht wurde, als dieses bereits in früheren Versen geschah. Tchon bei der Schöpfung des Menschen (!. B. Ä>. 15. 1, B. 2«: und 27) heißt es: „Und cs sprach Gott: Wir wollen machen erneu Menichcu in Unserem Ebcnbildc. nach der Aehnlichkeit mit Uns, und sic sollen herrschen über die Fische des Meeres nr-d über die Vögel des Himmels, und über das Vieh und über die ganze Erde. und über Alles, was sich regt ^auf Erden. Und es erschuf t>Voit den Menschen in ^eine ui Ebcnbildc. irn Ebcnbildc titorres erschuf Er ihn". Ebenso wird in dem von Ben Asai angeführten Verse (1. B. M., (5- 5, V. 1) von der Aelmlichkeit des Menschen mit Gott gesprochen. Warum also bezieht sich Rabbi Akiba. auf einen Bcrs, der er» nach der Lündfluch. also 1656 Jahre später, ist verkündet worden i — Rach dem jedoch, was wir oben hervorgehoben haben, hat Rabbi Akiba absichtlich gerade diesen Vers gewählt, welcher vollständig laurer: „Wer vergießt das Blut des Menschen, durch Menschen sein Blut soll vergoren werden, denn im Ebcnbilde Gottes bat Er gemacht den Menschen." Aus der Ebenbildlichkeit des Menschen mit Go» gehl hervor, daß alle Menschen gleichberechtigt sin-, und daß ihr Lebe», ihr Eigenthnrn, ihre Freiheit unantastbar sein sollen. Ter mächtigste Fürst wird zum Mörder, wenn er in nnbercchriglcr Weise das noch unentwickelte .Lind des geringsten Bettlers tobtet oder tobten läßt. Das unschuldig vergossene Blut muß durch den Tod des Mörders gesühnt werden: denn, wenn auch in den Augen der Menschen, der Gemordete noch so gering, so war cr doch erschaffen worden im Ebenbilde des allmächtigen Gottes. — (Fortsetzung folgt.) Literarischer ZZericht.;rs '2~,- res 2222. hcransg. von Salomo» Tchechrer. Wien Kommissionsverlag von T. Rutt in London, Eh. D. Lippe in Wien und I. irauffniann in Frankfurt a. M. S. Wer den hohen Werth, welcher den Aboth cki R. Rarhan inncwohnr zu würdigen weiß und die Mangelhaftigkeit der gegenwärtigen Ausgaben derselben kennt, wird es dem Herausgeber der vorliegenden Ausgabe Tank wissen, daß cr sich der Mühe unterzogen har, nns dieses alte und werthvolle Werk in schöner Ausstattung und korrekter Herstellung zu übermirtclu. Ganz besonders wird ihm aber die Wissenschaft Tank wissen für die Art und Weise, in welcher cr die Arbeit fertig gestellt bar. Wir besitzen in dem vorliegenden Werke die Aborh jetzt in zwei Recensionen: die erste, welcher die übliche zu Grunde gelegt ist, und die durch Vergleich mit vielen Handschriften eine kritische -Lichtung erfahren har, die sie, abgesehen von einiger: Esnjckrurcu» deren Richtigkeit urir zweifelhaft crschcü», zu einer ganz vorzüglichen und korrekten Ausgabe macht. Tie.zweite, bei Weitem kürzere und dcßhsld wahrscheinlich ältere Rccension ist einer Balicanischen Handschrift entnommen, deren Albdruck jevt zum erneu Mal erscheint. Reichliche Fußnotnen weisen ans ähnliche oder abweichende Lesarten au Parallclstcllcn oder in Erraten und anderweitige»

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.