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Der Israelit · 1887-08-18 · Heft 64 (18.8.1887) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 64 (18.8.1887)
Date
1887-08-18
Page
– (sequence 4)
Language
German
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> * - T-i-fV ä!<*•* i^»> Tifci^i*•' jnrfriir‘i ‘ ^^^TYhna iTf 1160 ehrlich miöichcirdcr Bursche von unbescholtenem Leumund. dllun hat der Lllinistcr dcs Innern, Rlatthclvs, ein Begnadigungsgesuch, welches an ihn an» dem Publikum 511 (Gunsten Lipski gerichtet wurde, verworfen. Tie Exekution des Bcrurthcilrcn ist auf Montag festgesetzt worden, mittlerweile sind aber selbst dem Richter Stephen, welcher den Prozeß gegen Lipski leitete, Zweifel an der Schuld desselben anfgcstiegcn. Tie „Pall Mall Gazette" fordert deshalb Lord Salisbury auf, in elfter Stunde den Vollzug der Strafe mindestens auf eine Woche hinauszuschieben. Ter Vcrlhcidigcr Lipski's hat auch cm Gesuch au die Königin zu dem gleichen Zwecke gerichtet. -London, 15. Äug. Tic für heute anbcraumt gewesene Hinrichtung des wegen Ermordung der Iran Miriam Angel zum Tode vcrnnhcilten Polen Israel L i p s k i ist auf Anordnung dcs Ministers dcs Innern, Henry Matthews, um eine Woche aufgefchobcn worden, um den Berlhcidigcr Lipski'S in den <rtand zu fetzen, gcwine Nachforschungen anzuslcllcn, welche möglicherweise die Unschuld des Bcrurthcilten an den Tag bringen. Belgien. Estcndc, 2. August. .König Leopold weilt jetzt, um Seebäder zu gebrauchen, in unserer Stadt, und empfing gestern hier den Abgesandten dcs Sultans von Zanzibar, Tr. Gregory d'Arbcla, in längerer Privatandicnz. König Leopold gehört in feiner Eigenschaft als Souverän dcs Eongoftaatcs, den er bekanntlich geschaffen und für den er noch heute große pckimiürc L'pfcr bringt, zu den Fürsten Afrikas und dieser Staat grenzt nahezu, in Afrika kommt cs auf ein paar Hunden Meilen mehr oder weniger nicht an, an die Tribmstaalcn des Sultans Said Borgofch von Zanzibar. Tiefer Fürst hat daher feinem Leibärzte, den er mir einer Mission an denKönig von Italien betraut hatte, zugleich auch den Auftrag cnheilr. sich nach Belgien zu begeben, um hier mit dem Sorwerän des Eongostaaics über verschiedene die Reiche beider Fürsten betreffende Angelegenheiten zu verhandeln. Bon hier geht Tr. Gregory nach Paris, um sich dort dem französischen Minister des Auswärtigen, Herrn Flonrcns, vorzustcllen und mit ihm gleichfalls über afrikanische Angelegenheiten zu verhandeln. Ta ich gerade dcS (5ongostaarcs erwähnte, so will ich sogleich bemerken, das; m diesem Staate vorläufig nicht Gin Jude anzntrcffcn in. da die Bewohner daselbst noch insgcsammt felifchanbctcnde ' Reger sind, die den Lurns der Bekleidung fast gar noch nicht kennen. Bor zehn Jahren gab eS am Eongo noch Mcnschenfreffer, denen man aber jetzt diese Gourmandise schon abgewohnt hat. Daß unter solchen Menschen für die Söhne Israels keine Eristenz ist, ist leicht begreiflich und der (5ongostaat ist daher aus Jahre hinaus gegen die Seuche deS Antisemitismus geschützt. Dagegen leben an der Müftc des Eongostaates und zwar in der schon zu Portugal gehörenden Stadt Sr. Paul de Loanda einige Juden, die aus Liffabon dorthin gekommen und die im Laufe der Jahre durch die Einwirkung des ftlimaä halb schwarz geworden sind. Ihre Hautfarbe hat sich nun so im Laufe der Zeit geändert, nicht aber ihre religiöse Gesinnung, die noch heute dieselbe ist, wie in Lissabon. Heber dieses fast ganz vergessene Häuflein Inden werden wir baldigst näher und mehr berichten. Griechenland. Korfu, 26. Juli. Am 17. d. fanden hier die Gcmeinderathswahlen statt, bei denen unser verehrter Glanbcnsgenoffe Tr. jr. Bittorio de Semo als Sieger aus der Urne hervorging. Tr. >scmo ist jedoch kein Neuling in der Verwaltung nuferer städtischen Angelegenheiten, da er schon seit vier Jahren dem Gemcindcrathe angehon. in dem er auch schon Ersprießliches für unsere Stadt geleistet hat. Jetzt haben denen Mitbürger sein eben abgelanfenes Mandat neuerdings auf zwei Jahre verlängert und ihm so bewiesen, daß ihr Vertrauen in ihn noch ebenso »»erschüttert ist, wie ehedem. Bezüglich der projectirten Neubesetzung _ dcS feit einigen Monaten verwaisten Stuhles unseres Lbcrrabbincrs kann ich Ihnen noch nichts Bestimmtes mittherlcn, da unser Vorstand noch immer keinen paffenden Kandidaten für diesen erledigten Posten gefunden har. Unser Eultusvorftand hat vor einigen Tagen dem ehemaligen Eantor in unserem großen Tempel und einstigen Leiter einer Knabenschule hier. Lcnlura Maimon der jetzt in Alexandrien in Egnvlen als Eantor an der dortigen Synagoge des Propheten Elias fnngirr, den Ehaderrircl verliehen. Nicht als ob sich unser Eultusvorsrand beeilt hätte, sich die Attribute und Machtvollkommenheiten unseres kürzlich verstorbenen Lbcrrabbiners berzulegcn, nein, das nicht! Ta er aber unter den hinterlaffenen Schriften des verstorbenen ^öerrabbirrers ein im klassischen Hebräisch abgefaßles und für den genannten Eamor bestimmtes Ebabcr-Tiplom vorfand, w bc- ' eilte er sich in Erinnerung an die erhabenen Lehren

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