Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 64 (18.8.1887)
- Date
- 1887-08-18
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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1150 ■ | f:f sich rüLmt. durch «^lürrduuA;ablrei Lei jüdischer Schulen > j in, Anstande mir fran;ösi>cher Ünrrrrichisrprache und französi- •itcn VeLifrofi für dir :>icratiif .Zrantrerch Propaganda ge-! mcchr;u baten. Mir Hilfe drr ÄUianrr vrnügl eine jede ' -rsnrönsche Nrgirrung in drn Bogrsrnländrrn euch auf deu:schcr -eise über eine rflique dicnübettri'tner und landeskundiger eigeruen. rretche sich disber allem Änschein nach der r''kii!lichkn wie der polizeilichen pesdaLrung :n enrzieben wuxren.?ie .Llaaröb. Z:g." schtiesir diese Hepnore mir drr Auf-; >5:dernng an die deul'che Neginung gegen daS .rreiden jener 'j «7ese3ichanein;mü>:eiren. die dem Teurjchrdurn vielleichl j grdxeeen Schaden dringe, als die ojsiciellcn französischen Spione. j Es in höchst crgöklich. de» Vtrfolgungswahni sinn der deutschen Antisemiten näher zu beachten, leider ist cr unheilbar, den«! er ist erblich. Tie i Hckgcscllschaft weis; selbstredend ganz genau, das; j die Alliance niemals politische Zwecke direct I*; oder indircct verfolgt hat oder je verfolgen wird, daß sic vielmehr gegen jene Insinuation selber schon wiederholt o s s i c i c II c n Protest eingelegt hat, aber; was thms i Nur wacker vcrlcumdcn und hübsch in der j Hebung bleiben, etwas bleibt immer hängen! Bl. I Berlin, ir>. August. 21?ic die anlifcm. „Ala- ' dcnilschcn Blätter" schrnerzersüllt mittheilcn, ist der 1 jüdische Professor Frensdorf znm Prorektor j der Universität Göttingcn für das kommende Lru-; dienjahr gewählt worden. — Herr 21 öcf c r schreibt in einem HundstagSbricse von seinem bäurischen Bauernhöfe u, a., da» therlweisc auch durch seine r Bemühungen „das Iudcurhum ans feiner nbcr- - mächtigen Stellung um IOO Jahre zurück in den i .Hamvf um sein bürgerliches Nccht und seine sociale Stellung geworfen worden sei." Es lieg! hier : oncnbar ein t^edächlnistfehlcr des Herrn Stöcker vor. Um etwas kämpfen heißt oncnbar etwas, das man nicht bcsivt, erringen wollen, unseres Wissens aber sind bürgerliche Ncchrc der Juden in dem lcxrcn Jahrzehnt auch nicht um ein Jena geschmälert worden. „Ter „sronrmc" Wunsch" ist hier oncnbar der Barer des „schiefen Gedankens" gewesen, doch irren kann ja schlicstlich einmal jeder Mensch. — Herr Böcke! hat seine Stellung als Hilfsarbeiter an der Marburger Unwermäts-Bibliorhck niedcrgclcgl, um bcncr seinen antisemitischen Agirarioncn, die nach der „kölnischen Zerrung" im--; wer mehr in das socialdtmokrarischc Fahrwasser \ cinlcnken, mit (vifer obzuliegen. 'I i 5röln 0. Nh.. 14. August. Bei den ian bccndercn staarlichcn Lchrcrprün.'ugen haben wiederum s von 10 Schülern des hiesigen jüdischen Lehrer- - icrninars in Rheinland i> das (vramcn gut bcstand/n: - cin Resultat, welche als höchst günstig bezeichnet werden muß und Zcugniß von der glänzenden Höhe ablcgt, welche diese segensreich wirkende Anstalt erreicht hat. Frankreich. Paris. Tie Alliance Jsraelite Universelle hat von Herrn Lorra in Mailand eine Spende von Francs l00,000 erhalten. England. London, l'i. Aug. Ein zweinndzwanzigsähvieler polnischer Jude Israel LipSki ward kürzlich wegen des eigentlich noch unaufgeklärten Mordes der Miriam Angel zum Tode vcrnrtheilt. Beide wohnten in demselben Hause im Lstcnde Londons, Lipski im oberen Stock, wo cr Spazkcrstöcke anfcrtigte, und Miriam Angel im Mittelstock als die junge Gattin eines anderen jüdischen Arbeiters. Letzterer ging am 28. Juni um 6 Uhr Morgens aus. Als gegen 11 Uhr seine Frau, die . stets um 8 Uhr hcrnntcrsticg, noch nicht sichtbar wurde, brachen die Hausbewohner ihre von innen verschlossene Thür auf und fanden sic tobt im Bette. Ihre Srirn und ihre Augen vcrricthen Spuren von Schlägen; Mund, Gesicht und Brust waren mit Salpetcrsäncrslccken bedeckt. Bald auch entdeckte man Israel LipSki in Hcmdärmcln unter ihrem Bette, ziemlich bewußtlos mit von scheidewaffcr verbrannten Lippen. Tie Leichenschau ergab, daß der Tod der Miriam durch jene Schläge herbcigesührt worden war; die Salpetersäure kam erst hinterher in ihren Magen. Lipski selbst, der sich im Hospital erholte, erzählte, wie cr am Morgen des 28. Juni die Treppe hinaufstieg und dort im Zimmer der Miriam Angel zwei seiner Arbeiter sah, welche eine ft Hie öffneten. Sic packten ihn, gossen die Säure in seinen i’hinb mit den Worten: „Ta ist dein Brandy" — cr hatte den einen angeblich ausgesandt, um ihm etwas Brandy zu holen — nahm ihm seinen letzten Sovereign ab und mißhandelte ihn. als er ihm statt seiner verpfändeten Uhr nur den Pfandschein zeigen konnte. Unterdcsicn hat ein Farbwaarengeschäftsgchilfc geschworen, daß Lipski der Mann gewesen sei, der an jenem Morgen von ihm für einen Penny Salpetersäure zur Beizung von Svazierstöcken tanftc, und der Richter nahm daraus an, daß Lipski Morgens in's Schlafzimmer der Miriam getreten, von ihr abgewiescn worden sei und dann dieselbe ans Acrger in dcr.Hlkc seiner Leidcnsckasl erschlagen und vergiftet habe und nachher aus Furcht sich selbst zu vergiften gesucht hatte. Tic Geschworenen stimmten dieser Ansicht bei, indem sie ihn für schuldig erklärten. Lipski ist ein junger