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Der Israelit · 1887-08-18 · Heft 64 (18.8.1887) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 64 (18.8.1887)
Date
1887-08-18
Page
– (sequence 2)
Language
German
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■täYS.n.»MraV«- 1158 nicht an irdischen Gütern hängt, sondern daß er nach Höherem strebt. Er verachtet gern auf einen Thcil seines Besitzes und seines Einkommens zum Besten seiner bedürftigen und nothlcidcnden Mirmenschrn. Wer die Zehnten gewissenhaft absondcrt, der betrachtet sich nur als Verwalter des von Gou ihm vcrliedencn Besitzes, und diese Erkcnmniß ist schon eine hohe Stufe der Weisheit. — „Tic Gelübde sind eine Mauer für die Enthaltsamkeit." Tas Wort n-s—e bedeutet auch 'Absonderung. Wer die Weisheit erlangen will, muß sich von der großen Menge der Menschen dadurch adsondcrn. daß er sich der Enthaltsamkeit beslcistigt, das; er nicht wie die Mehrzahl der Erdcnbewohncr lediglich nach Besitz, Genuß, und Vergnügen strebt. 2 r-x ‘-ö -i-sj alle Welt, sagt, wie schon oben erwähnt, Aden Esra, geht den Lüsten des Herzens nach. Ist cS nicht da ein Wunder, wenn Jemand von der großen Menge sich sondert, um die Gelüste seines Herzens zu bezwingen nnd in der Enthaltsamkeit sich zu üben'? Wer nach der wahrhaften Weisheit strebt, bezwingt die Gelüste feines Herzens und stählt sich kni .Mampfe gegen den fündigen Trieb durch Gelübde und Schwur. So wird die Weisheit erlangt: durch reine Sittlichkeit und sorgfältiges Vermeiden alles dessen, was zur Unsittlichleit führen kann, durch eifrige Insichanfnahme der von Gott stauunenden ttcberlicserung. durch vernünftige Verwendung des Besitzes und des Einkommens, durch steten Mampf gegen den sündigen Trieb und durch Enthaltsamkeit selbst von erlaubten Genüssen. So wird die Weisheit erlangt; aber wie wird sie erhaltend Durch Schweigen. Glicht etwa durch Schweigen in Bezug auf die Gottcslehrc; denn da ist das Reden geboten, wie es heißt: Und cs sollen sein diese Worte, die ich dir gebiete heute auf deinem Herzen, und du sollst von ihnen reden, wenn du sitzest in deinem Hanse, und du gehst ans dem Wege, wenn du dich uicdcrlcgst und wenn du ansstehst? In Bezug ans die Goncslchre zu schweigen empfiehlt Rabbi Akiba nicht. Das hat er durch sein ganzes Leben und sogar durch seinen Tod gezeigt. Er wurde in's Gcfängniß geworfen und znm Tode vernnheilt, weil er, dem Verbote der Römer zuwider, die Thora gelehrt hatte. — Es kann auch nicht angenommen werden, daß Rabbi Akiba hier vor der Verleumdung, vor unsittlichen Reden und dergleichen hat warnen wollen; denn derlei Reden sind von Gort verboten. Tas unnütze Geschwätz. das Reden ohne tiefere Bedeutung, die seichte, gesellschaftliche Eonvcrsalkon — sie sind es, welche die Weisheit schädigen. Ta sitzen, die Leute in den WirthShäuscrn an den Stammtischen und reden ein Langes und Breites von Mrieg und Frieden. von der Politik der Herrscher und Staatenlcnkcr oder thcileu sich einander den Stadrklatfch mit; da wandeln die befrackten und besternten Herren in den eleganten Salons umher und unterhalten sich und ihre Damen von ganz ähnlichen Tinge» wie die Spießbürger am Stammtische, nur in feinerem, höfischem Tone nnd in ausgesuchten Redcwendungen. C. die kostbare, edle Zeit, die da vergeudet wird! Aber diese Zenvcrschwendung ist nicht das einzige llebck; der Geist wird zerstreut; er nimmt unwillkürlich Anthcil an tausenderlei Tingen, die ihn von der Weisheit abzrchen, er wird dadurch gehindert, zu forschen, zu erkennen, was der Endzweck des Lebens, was der Tinge Wesen und Urgrund ist. So sagt auch der weile Mörng: “nr, r>-. >->>' v-cx „wer nach Erkenntnis; strebt, ist zurückhaltend in seinen Reden; nicht heißt es ~zrn c-.-x, sondern vex -rrn. Nicht überhaupt zurückhaltend im Reden soll der Weise sein. Tbora, Weisheit mag er lehren, so ojt_ und so viel er kann; aber znrückhalrcnd soll er sein in Bezug aus das unnütze, glcichgiltigc Gerede, denn r.^rc’ rjrrr, die Mauer znm Schweigen. :chntze der Weisheit ist — (Fortsetzung folgt.) Zcitungsnachrichteu und (rorrespoudeuzen. Deutschland. Berlin, 15. August. Zn welchem Wahnsinn sich die ÄN li semitische Propaganda in einer beinahe für den Pathologen iurcrcssanten Weise vcrstcigen kann, zeigt folgende schmählich erlogene Mi'ttheilnng der „Schlesischen Z c i t u n g", eines Organs, das in erster Reihe den Sport der Indcnhetze sich gönnt. Es heißt daselbst: .VetanntliL haben sich unter den 5eunchensreisern von 'Paris die französische» Juden nox ihrer deurfchen 'Hamm (,r«cfuä, i'Iener, e?o:r Ällenrand. Xohn. L?riN und audcrc) ounaUkUS denrerkbar gewacht. Luch der tzräfeer Zdjntib in Hanen, welcher für;!ict} eine non teutfien gegründete.Zadril fchliexen liefe. i*t ein Jubc. l;in nicht geringer Tde.l der Variier Juden ist au» i'lfast-ttthtiugcu eingewanderr. co ::r fxcntäf: icher Zeit gegen ~>tt?en anfaistg waren, welche seither aus etwa -ru ür»0 zurüchgigangen nnd. ,Zaü alle irlsax v'stbringer Juden. einige wenige anegenstntnen. welche rnir der deutschen Landesregierung in »oduende »^eichä'tsverbtubnng traten, zeigten >:ch non :"n'ang an sranwienwenndtich und deut'L'eindl-.ch.^>n in» allen Städten der Vogesen. auf franröü'cher wie au» dentichtr -Seite i rt die iitar.ee israelnc universelle' in Paris ihre sien'tdeü>>enen Agenten, und er nt wodl tekannt. wie sehr diese iurernarionale rioeiellichafr franjötifche Interessen förderte, »ie aif-r, hiimwAae MIWWMW!

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