Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 63 (16.8.1887)
- Date
- 1887-08-16
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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1150 entgegen der Tradition, welche nur 2!0 Jahre annimmt. (Tie 430 Jahre der Bibel sind bekanntlich von der (Geburt Jsak'S an gewählt.)*) Ter Crt, von dem aus der Exodus ftattfand, sei, wie der Verfasser meint, durch einen neuen Fund zu Tel-el Maschuta entschieden. „Damit werden mehrere grotze Hügel in der Nähe des dnrch den lebten englisch - egyptischen Krieg bekannten Tcl-el-Kcbir bezeichnet. Navilla, der dort für die „Egyptian Exploration Fund" Ausgrabungen vorgcnommen hat, fand Inschriften, welche nicht nur dartbalcn, man habe cs hier mit den Resten einer alten Stadt zu thun» von den Priestern Pilham. vom Volke Sukkorh genannt, sondern auch den Gründer dieser Stadt, Ramses H., nannten. In der griechischen Zeit Kietz diese Stadt Hcroüpolis oder Ero vom egyptischrn arrr „Borrathshaus"; Pilhout und Romses, welche die Israeliten für Pharao bauten, waren ja Lchatzhäuscr (Ex. l, ll). Naville har sogar die eigentlichen Schatzkammern gefunden: sestgebaut und durch 8—10 Fuße dicke an der Sonne gebrannte, zum Thcil mit Stroh eingebettete Backsteinwände, in einzelne Zimmer gcthcilte Räume. Vielleicht rührt der erwähnte Mangel an Stroh bei einigen Steinen von dem Befehle her: „Pharao sprach: Stroh soll man euch nicht geben." Diese Schatzkammern nehmen fast da« ganze Stadtgebiet ein, denen Planern auf jeder Seite ungefähr 67>0 Futz laug und 22 Fuß dick sind. Der Name der Stadt Pilhom — egyplisch Pa-Tum — bedeutet „Stadt der »nrergehende» Sonne;" der zweite Raine. Sukkorb, zeigt, datz die Kinder Israel« unmittelbar von ihren! Arbeitsplatz auch den Auszug augctreten haben und nicht von Gosen. Etham, die nächste Station, scheint die egvptischc Festung Hetam zu sein mrd Pi-hahirorh war vielleicht Pikchercth, das nach einer zn Tel cl Maschuta gcfuudcucn Inschrift in der Nähe des Kanals lag, der vom Nil zum rorhen 'Meere sühnet' — Eine der wichtigsten Entdeckungen, die Aussindung de» Äoabimckcn Steines, durch den die Erzählirrig der Bibel über König Mcscha einerseits wörtlich bestätigt, anderseits ergänzt wird, Kar znr Zeit allgemcincs Aufsehen erregt und wurde auch schon früher im „Israelit" erwähnt, wetzdalb hier nur daraus hingewiesen sei. datz der Bericht, den der Stein gibt, in dem 2i>crfe wiedcrgcgcbcn und eingehend besprochen wird. — Eine reiche Fülle des Stoffes bieten uns die Denkmäler ans der Geschichte der assyrischen Könige, namentlich des Tiglakh-Pi- Anm. drr Rrd.: TsN hcixtn: vom T^undr;misä.tn drn tksrrsrütrn aa; von der Hrdnrl IZats L:s zum Äuszugr Äegpprent waren 400 Jahre. lcfar, des Salmonassar und deS Sanherib, und ihrer Beziehungen zu den ftönigen an? Israel und Inda oder ihrer Kämpfe mit denselben. Stets aber finden wir wiederum dieselbe lehrreiche Erscheinung. wie sie uns der Moabitifche Stein bietet, datz die Berichte der Denkmäler, die Worte der fremdc» Könige oder ihrer Hofhiftoricgraphen wievergebend, nnd die Erzählung der Bibel einander ergänzen oder bestätigen, und eS ist rin genutzrciches Studium, dem Berfasser in seiner überaus anziehenden Darstellung dieser GeschichtSperiode zu folgen und bei einzelnen Varialioucn auf den Grund zu kommen. So nimmt sich > B. das Strafgericht, welches deu Sanherib vor Jerusalem ereilte, in seinem Munde etwas anderes aus, als cs in Wirklichkeit war, und doch.'wird seine eigene Mitthcilung Alles, was die Bibel uns darüber sagt, vollständig aufrecht erhalten. „Sanherib", schreibt der Verfasicr, „beschönigt natürlich den Unfall, welcher ihm in Palästina zustictz. und verlegt die Zahlung deS Tributes von der Zeit, zu welcher Hiskia vergebens die Belagerung von Jerusalem wegzukaufen suchte, an das Ende deS Feldzuges. Er kann aber die Thalsache nicht verhehlen, datz er niemals im Stande war. die aufständische Stadt einzunchmen und Hiskia zu züchtigen, wie er andere Nebelleukönige bestraft baue. Auch unternahm er keinen Feldzug wieder nach dem Westen. Im nächsten Jahre (feine Ermordung durch feine Söhne Adarmclech und Nergalfcharczcr, die auch in den assyrischen Urkunden ganz der Bibel analog dargcstcllt wird, fand erst später statt) finden wir ihn in Babylonien, wo er die Stämme in Eilickcu angriff, allein nach Palästina lvagte er sich nie wieder. Während seiner Lebzeiten hatte Inda nichts mehr von denr assyrischen Könige zu fürchten.- — Ganz überraschend aber, doch mehr für deu Geschichtsforscher als für unseren Zweck von Interesse. sind die Enthüllungen, die durch die Urkundest und Denkmäler über die Person des EyruS gemacht werden, der dadurch in einem ganz veränderten Lichte erscheint, als dies bis jetzt der Fall war. Das Werk Sayce's wird unter den Gelehrte» viele Freunde finden, die ihm die reiche Anerkennung zollen, welche ihm gebührt; aber auch jeder Laie, dcur cs um ein gründliches und eingehendes Studiuur der 'Bibel zu thun ist, wird in_ dem Buche Vieles treffen, was ihm manches Räthfcl löst und manchen Zweifel authcllt. Jeder wcrd cs mit Nutzen lesen und sich durch dessen Lektüre augeregt und belohnt sehen. Nicht Alle«, was in demselben ausgesprochen wird, entspricht vollkommen der Wahrheit^ aber es ist ein daukeswcrther Versuch. daS,