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Der Israelit · 1887-08-16 · Heft 63 (16.8.1887) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 63 (16.8.1887)
Date
1887-08-16
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXVIII Jahrgang. Beilage zu Nr. 68 -es Israelit. Leitender Artikel. Alle Denkmäler im Lichte neuer Korfchungen. Frankfurt a. M.. im August. Tie Heiligkeit und unverletzliche Echtheit der heiligen Bibel ist, soweit die Wissenschaft in Betracht kommt, hauptsächlich von zwei Seiten heftigen Angrissen ansgcsrtzt. Einerseits ist cs eine gewisse, in kühnen Hypothesen stch schrankenlos ergehende, auch von vielen hervorragenden Zkaturforscher» nicht gebilligte Richtung der Naturwissenschaft, die den Gegensatz zwischen der modernen Wissenschaft und km Buch der Bücher immer mehr zu erweitern sucht. Anderseits wird die Autorität der heiligen Schrift auch untergraben durch eine einseitige Bidclkririk, die mit ihrer kritischen Fackel jeden vermeintlichen Makel zu beleuchten und die Uuhalibarkeit des Schriftwottes darzuthu» fidj am'chickt, die das Wort der Schrift nach. Belieben deutet und nmmodclk, die glaubt, waS ihren Zwecken dient, und streicht, was unbequem oder ihren Theorien in» Wege ist. Doppelt erfreulich must cs dcnlialb sein, wenn die wissenschaftlichen Gegner der Bibel auch mit den Waisen der Willcirschaft widerlegt werden können, wenn gegenüber von Bcrmuthungcn und Kombinationen untrügliche und umnnstöstliche historische Zeugen von Erz und Stein in's Feld geführt werden. Dazu ist u. A. eine Wissenschaft im Stande, die noch jung ist, aber in der kurzen Zeit ihres Bestehens schon grobe und bewnudernngswerrhe Resultate zum Vorschein gebracht hat, das ist die Keilschriften- und Hieroglypbensorschung. Tic groszartigen Entdeckungen, die mit Hilfe dieser beiden Wissenschaften in neuerer Zeit gemacht worden sirid, tragen grösttcmhcils dazu bei, die biblischen Erzählungen zu bestätigen und alle gegen die Berichte der Bibel gemachten Einwändc in nichtverschwinden zu lasten. — (yiii schätzenswertstes Werk ist vor cmi.'.cr Zeit erschienen, des den Titel trägt:*) „Alte Denkmäler im Lichte ucucr Forschungen" und das einen Hcbcrblick gewahrt über die durch die jüngsten Entdeckungen in Ägypten, Baby- SUre Trn'mälcr im iid'tc nratr IZorsLungen von X. p. Leyce, Proicüsr der rergleichruden Lk>rclckm:''knsL2': in ^rrrrd. Teursche vom i:etid’et umbau Susjjstr. »errzrg. C«o Lchutrr; 21 Querstraße. — I lonicn, Palästina undKlcrnasicn erhaltenen Bestätigungen biblischer Thatsachcn. Der Bcrfasser ist ein Christ, und wir thcilen nicht in Allem, was er schreibt, seine Aunayung und seine Schlnstfolgerung, aber sein Buch ist so hochintcrcstant, daß wir uns nicht versagen , wollen, cs durch eine Besprechung im „Israelit" einem grössere» Kreise bekannt zu machen; es wird durch dayclde über manchen Gegenstand in der Bibel ein neues Licht verbreitet, und tinzelnc dunkele und schwer verständliche Stellen werden dem Verständnis; näher gerückt. Die Mittheilungen des BcrsastcrS über das Paradies, so cinlenchtend und überzeugend stc klingen, gehören doch nrchr in den Bereich subjektiver Veruttrrlnlttgcn. Ebenso legen wir dem allerdings ganz aupallcnd an die Erzählung der Bibel erinnernden chalbäischcn Sündsturhenberichr keine besondere Bedeutung bei, weil derselbe ja von der Bibel bccinfluszt sein kann. Höchst interessant sind dagegen die Aufschlüsse, die aus den ergiebigen Quellen, welche die Inschriften liefern, von Ehaldäa aus - über die Person Abraham'S gegeben werden, oder Abn-räma’s, „kv erhabenen Bakers", und seiner Frau Sara, oder, wie es assyrisch heiszt, dcr Sarrak „Königin". Schön wird namentlich die Auswanderung Terach'S, des Vaters Abraham'S mit seiner Familie auS seinen^ ursprünglichen Woluisinc Ur, nach Haran in wmenschattlicher Weise begründet, welch crstcrer Stadt sich, wie Ausgrabungen ergeben haben, au Stelle des heutigen Äugheir am westlichen Ufer des Euphrat unmittelbar bei Ercch. am Wüstensanm, befand; in derselben Weise geschieht das mit dem .Kriege zwischen Kcdor-Laomer und den übrigen Königen. — Das Leben Ioseph's seht der Verfasser aus Grund der anfgcfundenen Inschriften in die Zeit vor der Thronbesteigung der achtzehnten Dynastie und bezeichnet genau als den Pharao, unter km Joseph zum Avon. dem. ersten Würdenträger nach dem König, erhöht wurde, den Hykscskönig Apophis oder Apcpi. So schön die angeführte Grabinschrift auf Joseph paffen würde, so ist doch die Annahme des Verfassers hier nicht stichhaltig, da die Jahreszahl nicht mir der von der Bibel anzunebnrendcn harmonin. Sie kann schon dcßhalb, sowohl hier, als auch bei dem Auszug, ans dem einfachen Gnurde nicht stimmen, da der Verfasser 430 Jahre der „cgyptischcu Gefangenschaft" rechnet.

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