Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 28 (1887)
- Issue
- Heft 63 (16.8.1887)
- Date
- 1887-08-16
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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^jjKjaia&ite^agSBaaihfaV 1148 im Begriffe war, die Bewußtlose in ihr eigenes Zimmer zu tragen, als Alexander ihr entgegenstürzte und sie in daS Zimmer seiner Mutter drängen wollte. Jetzt hatte er keinen Blick für ihren Liebreiz, er sah nur das blutüberströmte Kind, das ohnmächtig in ihren Armen lag. „Nicht donhin, nicht donhin" flüsterte Marina mit kreidebleichen Lippen, „die gnädige Frau könnte erschrecken." Aber Frau von Lilienfeld war bereits durch Iofefincns Schrei herbcigelockt, sie fühlte sich selbst einer Lhnmacht nahe, als sie ihr ohnmächtiges Kind erblickte. Alexcnder mutzte sie halten, während Marina, die noch immer Bewutztlosc auf das Sopha bettete, sie durch Besprengen mit kaltem Wasier, und durch Einreibungen mit kölnischem Wasser zu erwecken suchte, und schon nach wenigen Minuten schlug Gabriele die Augen auf. Laut jubelnd wollte sich Josesine auf sie stürzen, aber Marina bestand darauf, daß das Kind, dem cs noch immer nicht ganz klar im Köpfchen zu fein schien, vollständig in Ruhe gelassen werde. Auch Frau von Lilienfeld hielt sich zurück, aber sie drückte die Hand ihres Sohnes. „Ich wünsche Dir Glück", sprach sie leise, „aber auch nur wünsche ich Glück, ich hätte es nimmer ertragen, Dich unglücklich zu sehen durch eine Berbindung, die ich vermittelt." Gabriele hatte sich rasch erholt und als die Gouvernante ihr das Blut, das aus der Nase geströmt war, wcggewaschcn hatte, sah sie auch nicht mehr so geisterhaft blaß aus. Dennoch bat Marina, sie zu Bett bringen zu dürfen, denn sie hielt nach dieser Erschütterung Ruhe unerläßlich für das zarte Kind- Alexander stimmte ihr bei und auch Frau von Lilienfeld gab ihre Zustimmung, sie umarmte Gabriele, die sich nun erheben wollte, um sich kn ihr Zimmer zu begeben, aber ihr Bruder gab dar nicht zu, er wollte sie tragen, und indem er sie hinüber in ihr Zimmer trug, flüsterte er ihr za. „Du hast nun meinetwillen den Stotz erhalte», ich bleibe Dein Schuldner für's Leben." Sie lächelte innig vergnügt. »Gute Nacht, Alex." „Gute Nacht, meine liebe, thcure Gabi." Er verneigte sich grüßend gegen die Gouvernante und begab sich wieder hinüber in das Zim-! mer seiner Mutter. j „Alex", rief Josesine^ „wie kannst Du eine solche Braut behalten! sie kann Dich noch einmal 1 todtschlagcn." „Das würde ich nun grade nicht fürchten", . entgegncte er lächelnd. „Wie kannst Tu das wissend" rief sie ärger- ‘ lich, „aber wenn Tu Dich auch nicht fürchtest, wie ' kannst Tu eine Braut behalten, die Deine Schwester so geschlagen hat. Gabi und ich komnlen ganz - gewiß nicht auf Deine Hochzeit." „Sei ruhig, Fmi, Nosalie ist schon nicht mehr meine Braut." „Nicht V" rief sie jubelnd, das ist schön! das ist schön! jetzt habe ich Dich noch einmal so lieb. * Aber Mama, wird sie demnach wohl bei unS blei- ' den. wenn sie nicht mehr Alex Braut ist? das wäre , doch sonderbar." | „Sie ist meine Verwandte und könnte demnach! wohl bei uns bleiben; aber der ihrer Wildheit könnte , das weder ihr noch uns angenehm sein, und r werde ich daher sofort ihren Vater von dem gegenwärtigen Tharbcstand telegraphisch in Kenntnis fetzen. Turne ich Dich ersuchen, Alex, die Depesche in meinem Namen aussctzen und befördern lassen zu wollen. (Fortsetzung folgt.) »Trr Israeli:* rriLrint möLrnUich zweimal» Montag- und Donnerstag-, jrdrSmal in mindestens 2 Vogen. Preis deS Iadrgengt für TrrrriLland und TrstrrrriL 12 NeicdS-Äark. istr'S Ausland IS Reichs-Mark, Man cfconnirt gern}* jährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle PuchLandlungen und Postämter nednrrn Pestellungen an. — Durch Sen Suchhunde! ja beziehen bei <f. S. Slrinacker. Leipzig. Doßplutz IS. — Inierare 25 Pfennige die dreigespalrene Prrir;eile oder deren Raum. — SrstirrrichisL-r?ar!ns:ni laut tfourS. — T rrrcle ^ranco;ui'rndung unter Tneisdand pro Jahrgang für Teurschland und Sestrrrrich 14 ReiLS-Mark vdrr 8 st. östnr., für'? Au-ttond 18 RrichS-Mark an die «rpedition franco einzufenden. Inhalt <Hauytblatt): Leitende Artikel: Tie Sprüche der Därer. — TaS israel. Eemeindelebra in Rumänien. — Literarischer Bericht. — AeirungSnachnchttn und Sorrrspondenzen: Teurschland: vurgpreppach. Mannheim. — Italien: Siena. — Frankreich: Paris. — Spanien: Madrid. — Palästina: Jerusalem. — Feuilleton: Dir Sonvenitin. — Inhalt der Beilage: Leitender Änikel: Alte Teukmäler im Lichte neuer Forschungen. — Zeitungsnachrichten und Cor« rrspondmzrn: Teurschland: Borten. Inningen. — Italien: Livorno. Rom. — Verantwortliche Redaktion: Dr. Lehmann in Mainz. — Cppedi^on bei .IScaelit* gr. Bleiche 45. Truck und verleg von LScar Lehmann kn Mainz. (Hierzu eine Beilage.)