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Der Israelit · 1887-08-11 · Heft 62 (11.8.1887) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 62 (11.8.1887)
Date
1887-08-11
Page
– (sequence 10)
Language
German
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MftWMWgWiWtVtm SgjT^räf^ »awüsSfei P"-' 1126 MonateS Tful-Hidschi (Heuer den 28. August) und endet dann mit dem Schlüsse desselben. Tie Pilger beginnen indcß schon in den vorhergehenden Monaten hier cinzutrcffen, um sich dann nach Mekka zu begeben. Bei ihrer Ankunft hier beginnt erst die eigentliche Wallfahrt und bekunden dies die Pilger dadurch, daß sie beim Betreten dcö Landungsplatzes ein weithin tönendes: Labck! Labck! (Hier bin ich! Hier bin ich!) rufen. Taraushin verrichten sie sogleich ein kurzes Gebet, in dem sie Gott danken, daß er es ihnen ermöglicht hat, auch einmal die Hcimath des Propheten betreten zu dürfen. Bekanntlich ist cs die religiöse Pflicht eines jeden Moslims, wenigstens einmal in feinem Leben nach Mekka zu wallfahrten, und ist dies eine getrculiche Nachahmung des jüdischen brb rr*;\ Hier in Tschiddah pflegen dann die Pilger auch das außerhalb der Stadt gelegene Grab unserer allgemeinen Mutter Eva (iv.n) zu besuchen. Tie Mohamedaner behaupten nämlich, daß das erste Mcnschenpaar nach seiner Vertreibung aus dem Paradiese in der Umgegend von Mekka gelebt habe und sei dann Eva in unserer Stadt*) gestorben und hier auch begraben worden. Nach der Größe dieses Grabes müßte Eva wenigstens dreißig Fuß hoch gewesen sein, was sehr schwer zu glauben ist. Nun die mohamedauische Legende gibt auch Adam eine ungewöhnliche Höhe, so daß er sich in dieser Hinsicht vor seiner besseren Hälfte nicht im Geringsten zu schämen brauchte. Tie Juden hier schenken jedoch weder der citirtcn Legende noch dem erwähnten Grabe irgend welche Aufmerksamkeit. Tas Grab, über dem sich ein kleines kuppelartiges Gebäude erhebt. ist von einer Mauer umgeben, die indcß schon ein sehr hohes Aller hat. Unter den Hundcrttanscnden von Pilgern, die jährlich hier cirnressen, befinden sich gewöhnlich einige, die schon ihres, hohen Alters wegen oder von den Strapazen der langen Pilgersahn angegrissen, im sterbenden Zustande hierher kommen und lassen sie sich daun schnell nach Mekka Iransponircn, um dort in dieser heiligen Stadt ihr Leben auszuhauchen. Sind sie aber zu schwach, um noch diese Stadt lebend erreichen zu können, so ziehen sie es vor, hier zu sterben, um dann in der Nähe von Eva's Grab ihre letzte Ruhestätte zu finden. In die höchste Glanbeuscrtase gcrathcn jedoch die Pilger hier, wenn sie sich aller ihrer Kleider entledigen müssen, und nun mit einem um die Hüf- *) Ticbibbab hik? bti btn cl:ra Griechen: Tbtdar und MrNa. Dtattorsba irc; JC») d. d. daS groxc U«drigtns vird dcr Nanre Ärkka noch hcure von zehlrcichcn Moslims Wakta auLzrsvrvchca. tcit geschlagenen Tuche (Jhraw) de» Weg nach Mekka anzutretcn. Tie Pilger, die nun so gleichmäßig gekleidet sind, haben keine Ursache sich unterwegs ihrer Kleiderpracht zu rühmen und dann erinnern sie sich dabei zugleich auch an den Spruch Job's r.sr a«r cr$n ost -.222 wr cny (Nackt kam ich aus dem Mutterlcibe und nackt kehre ich wieder dorthin zurück.) Vor ungefähr fünf Jahren stieß ein arabischer Jude hier auf eine lange Schaar solchcr ganz entkleideter Pilger und konnte er sich eines Lächelns nicht enthalten. Letztere stürzten sich sogleich auf diesen Verhöhner ihrer Religion und hätten ihn gewiß auf der Stelle massacrirt» wäre nicht im selben Augenblicke eine türkische Militär-Patrouille hier vorübergezogen, die schnell den Juden aus den Händen der Fanatiker befreite und ihn in ihre Mitte nahmen, um ihn so in Sicherheit zu bringen. Seit damals weichen die Juden hier, wenn sie einem Trupp solcher entkleideter Pilger begegnen, denselben schon von dcr Ferne aus, um so jeden Zusammenstoß und jeden Wortwechsel zu vermeiden. Erwägt man. daß die Pilger, so aller Kleidung und jeder Beschulung bar volle achtzehn Stunden zu gehen haben, bis sie vor den Thoren Mekkas cinrrcssen, und erwägt man. daß sic diesen Weg oft auch im Juli unter den sengenden Strahlen einer fast afrikanischen Sonne und auf einem harten steinigen Boden zu machen haben, so wird nran begreifen, welches Spfer der Moslim seinem Glauben zu bringen vermag und wie gefährlich er ist, wenn er sich für seinen Glauben fanalisirt und. ereiferte Mesopotamien. Mossul (Nkukvch) am Tigris, 18. Juli. Ich. melde Ihnen in aller Eile, damit es durch Ihr geehrtes und weilverbreirctes Blatt auch zur Kennt-' uiß der «Alliance Israelite* in Paris und der «Anglo-Jewifh-Association" in London, gelange, daß unser verehrter Tbcrrabbincr, falls er nicht selbst schleunigst seine Entlassung fordern sollte, wahrscheinlich schon in den nächsten Tagen durch einen kaiserlichen Ferman seines hohen Amtes enthoben und eventuell sogar des Landes verwiesen werden wird. Tiefer bisher in Ehren und wahrer Gottesfurcht grau gewordene Mann hat sich nämlich in den letzten Tagen ^incrr unverzeihlichen Fehler zu Schulden kommen lauen, worüber Se. Majestät, unser allcrgnädigster Herr, Sultan Abdul Hamid, im höchsten Grade erbitten ist. so daß wir fürchten müsten, daß der Zorn Sr. Majestät sich schließlich auch gegen unsere Gemeinde und gegen unsere Parnassim wenden werde. Ter Sultan hat nämlich

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