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Der Israelit · 1887-08-11 · Heft 62 (11.8.1887) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 62 (11.8.1887)
Date
1887-08-11
Page
– (sequence 6)
Language
German
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1122 berichteten, in einer Mission des Sultanvon Sansibar Europa besucht. Marokko. Fez. Der hiesige Gouverneur hat den Muselmännern strengstens verboten an Juden Milch zu verkaufen. Ter Grund dieser Prohrbilivmaßrcgcl ist ein ganz merkwürdiger: die Milch habe stärkende lsigcnschaftcn und solle darum den Juden nicht verabreicht werden. Are ßorwertitin. Boa Friedrich Nott. (Fortsetzung.) 96. Kapitel. Es war in den spätern Nachmittagstundeir, Frau von Lilienfeld hatte ihre Siesta bereits beendet, eben trat sie mit Nofalie in Prvmcnadcntoilctte auf den Eorridor. wo ihre .Kinder gleichfalls zürn Ausgehcn gerüstet, zu warten schienen. „21?a§ steht Ihr hier? kommt nur,* sagte Nosalie ihnen winkend. „Wir warten auf Fräulein,* cntgegnete Ioscfine. „Ihr müsset auf sie warten?* spöttelte Nofälic, „wo bleibt sie denn? steht vernruthlich noch vor dem Spiegel." „Mitten im Tage steht Fräulein nie vor dem Spiegel.* erwiderte Gabriele gereizt, „sie ist nur auf einen Augenblick zu Frau HeiligenfclS gegangen.* „Schon wieder bei der Kranken? — Aber das ist doch eine Unverschämtheit! warum läfsest Tu Dir das bieten, Mama?* „C, wie häßlich sprichst Du!* rief Ioscfine; „Fräulein geht nie zu Frau Heiligenfels, ohne Mama gefragt zu haben.* „Freilich,* stimmte Frau von Lilienfeld bei, „Fräulein Svobada hat viel zu viel Lebensart, um ohne meine Zustimmung einen Krankenbesuch za machen.* „Und Du erlaubst, daß sie ftundeulang bei der Alten am Krankenbett sitzt und gleich darauf wie» der mit den Kindern verkehrt, die sich an sie hängen und sie hätscheln als ob—* „Als ob wir sie weit lieber hätten als Dich»* lachte Ioscfine übermüthkg. Nofalie warf ihr einen finstern Blick zu und auch Frau von Lilienfeld schüttelte mißbilligend den Kopf. „?lbcr, ich bitte Dich. Mama, bedenke, wie leicht kann ein Krankhcitsstoff übertragen werden —* „Sprich doch nicht so kindisch, Nofalie; wir Alle kennen die Veranlassung der Krankheit der Frau Hciligcnfels, und üdcrdicß habe ich noch gestern mit dem Sanitätsrath darüber gesprochen. Die Unglückliche liegt nahezu hoffnungslos danieder, aber von Ansteckung kann nicht die Rede sein. Und weil das Fräulein in jenem entsetzlichen Moment an ihrer Seite gewesen ist und in der ihr eigenen herzlich theilnehmenden Weise sich am Meisten um sie bemüht hat, darum verlangt die Kranke tagtäglich nach ihr und ich würde es gradczu hartherzig finden, wollte ich diesen Besuchen meine Einwilligung versagen, denn wie gesagt, das Fräulein geht nie hinüber, ohne zuvor mich um Erlaubnis gefragt zu haben.* Nofalie murmelte verdrießlich einige Worte, die jedoch von Niemandem verstanden wurden. Frau von Lilienfeld nickte den Kindern freundlich zu. „Ihr trefft uns am Strand.* „Adieu Mama!* riefen beide, die präsumptive Schwägerin mit Ostcntation nickt beachtend, dann aber lackten sie herzlich, wie immer, wenn ein Versuch Nosaliens, ihr Fräulein hcrabzusetzcn, nicht gelungen war. Sie waren indessen vor das Haus getreten, um dort auf die (Gouvernante zu warten, als Iosefine plötzlich mit lautem Aufschrei „da kommt Aler!* durch den Vorgarten hinüber auf die Straße rannte. Gabriele folgte, gleichfalls mit lautem Freudenruf. Herr von Lilienfeld war es in der Tbat. Er hob die Kleine, die ihn zuerst erreichte, empor und küßte sie herzlich. „Meine liebe, kleine, wilde Fiui.* Tann neigte er sich zu Gabriele und küßte sie auf die Stirn, indem er ihr die Hand drückte. „Tank Dir, meine ihcure Schwester.* Gabriele crröthcte über und über, in diesem achtungsvollen Ton hatte er noch nie zu ihr gesprochen.

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