Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1887-08-08 · Heft 61 (8.8.1887) · page 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
28 (1887)
Issue
Heft 61 (8.8.1887)
Date
1887-08-08
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2446951-2449697-2449758--26960-2516814
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

1110 des Halachot Scfcr Thora 7. n und Aderet in Lrach Ehajim Abschn. 141.) ES haben daher die von der heurigen Grammatik aus dem ftcri und fterib hergelcitercn grammatischen Ausnahmen eben-, sowenig eine Berechtigung, als die ans dem itcri und ftetib gezogenen Lchlüne bezüglich der Abfafsuugszcir der heiligen Bücher. So lange dies nicht allseitig erkannt und berücksichtigt ist, wird auch die Bibcleregcse eine lückenhafte bleiben." Tie vorliegende Arbeit zeugt von großem Flciße und sorgfältiger Benützung der Quellen. Möge der gelehrte, noch jngcndliche Verfasser die jüdische Literatur durch viele, gediegene Werke bereichern. Zciturrgsnachrichteu und Korrespondenzen. Deutschland. München. TaS „Münchener Fremdcnblatt" veröffentlicht den nachstehenden Artikel, der auch für die Leser des „Israelit" von Interesse sein wird. Welche Fülle von Gedanken drängt sich auch dem Richtkanfmann auf, wenn er den Namen „Rothschild" ucnrren hört. Allerdings gibt es heutzutage auch Familien Rothschild, die nicht von dem Frankfurter Gcldfürsten abstammcn, — denn der Name Rothschild klingt doch sehr gut — aber in Nachfolgendem ist nur von den „echten" Norhschilo die Rede. Wenigen Firmen des Erdballes war cs bis jetzt gegönnt, nicht bloS sich einen Weltruf zu schaffen, sondern sich denselben auch gleichzeitig bei ununterbrochener Mehrung ihres loloflalcn Vermögens zu erhalten. Tie Baring's in London. Hopc's in Amsterdam re. sind zum Thcil zwar älter, allein sie sind von den Rothschild? überflügelt worden. Es war unserem Jahrhundert Vorbehalten, die Anhäufung von Rcichthümcrn und Schätzen zu beobachten, gegen welche diejenigen eines ErösuS verschwinden muffen. ES ist aber sicher ein Irrthum, wenn angenommen wird, daß der Rcichthum der Rothschilds nicht durch zähe, anhaltende Arbeit entstanden fei. ES mag ja fein, daß nicht jedes cinzclnc Familienmitglied sich stets dc» schweren Bernsspsiichten unterzogen hat, aber der dcrmaligc einzige Ebcs dcS Frankfurter Stammhauses M. A. von Rothschild n. Sohne, Baron Wilhelm v. Rothschild, ist jedenfalls ein illuster eines unermüdlichen Arbeiters. Sehen wir ganz ab von dem riesigen Geschäftsverkehr, welchen das Weltbaus mit allen fünf Welttheilen unterhalt, wie enge ferne Beziehungen mit der hohen Politik verknüvfr sind. so muß zugcstanden werden, daß schon die Verwaltung des eigenen Riesenvermögcus eine große Summe nicht bloß von Arbeitskraft, sondern auch von Intelligenz erfordert. Im Gegensatz zu andern „Lankgewaltigen" sehen wir aber den Ehcf des Frankfurter Hauses, dem der Erzähler erst in den letzte» Tagen einen Besuch abgestaktet har. in geradezu aufteibcuder Thärigkcit. Nichts von all' dem.Prunk, den wir sonst bei unseren großen Banke» oder Bankiers antrcffc», ist hier zu finden. Schon das Geschäftshaus selbst zeichnet sich durch seine Einfachheit aus uud verräth nicht im Geringsten, daß daselbst täglich Umsätze erzielt werden, von denen der Laie sich nur schwer einen annähernden Begriff mache» kann, .ft ein Portier in sildergcsticktcr Uniform mit Iwcispitz uud großem versilberten Stock, wie bei anderen großen Frankfurter Bankfirmen üblich ist, ist hier zu treffen. Ohne jede Voraumelduug kann der vielgeplagte Ehef während der üblichen Geschäftszeit in seinem höchst einfachen Arbeitszimmer ausgesucht werden. Und wer Gelegenheit gehabt hat, zu sehen, wie der Mann arbeitet, dem wird der Eindruck unauslöschlich erngegraben sein, eine Fülle seltener Arbeitskraft in ununterbrochener Thätigkeit gesehen zu habe». Jede Tcpcsche, jeder eiugcschriebeuc Brief:c. wird dem Ehef versönlich und zwar direkt vom Telegraphenodcr Postboten cingchäudigt. Tie Aufträge für die Sensale (Makler, Lörseuagentcu) werden von dem t5hef selbst erthcilt, und diese letztere Arbeit allein pflegt täglich etwa l\f, Stunden in Anspruch zu nehmen. Dadurch wird aber selbst, den ältesten Angestellten unmöglich gemacht, vorzeitig in das mit der Vermögensverwaltung zusammenhängende Börscngelriebc einen Einblick zu erhalten, und es wäre in den mcisten Fällen weil gefehlt, nachdem die Operationen durch die cinlaufcuden Schlußscheine :c. dem Personal bekannt geworden sind, wenn dasselbe hkenach ebenfalls gleichartige Transaclkonen unternehmen wollte. Gegen Jedermann licbenSwürdig, ist cs der.Herr Baron ganz besonders gegen Fremde, welche ihm von angesehenen Geschäftsfreunden empfohlen werden. Tiefer Auszeichnung ward der Schreiber dieses therlhaftig und gesteht gerne, noch selten in den höchsten Frnanzkrcisen eine gleich zuvorkommende Anftrahmc gefunden zu haben. _ Daß Baron W. von Rothschild über alle Tagessragea der haute finance bis in'S kleinste Detail unterrichtet ist, versteht sich von selbst, und er versteht die Finanzlage Ungarns ebenso vortrefflich in'S beste Lichr zu stellen, als die Eharrcen, welche der Ausbau der italienischen Eisenbahn für Italien haben kann, auszunialen. Aber trotz der ausrcibensten

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.